Bain und Cinven haben acht Banken angezapft, um den Zukauf des Medikamentenherstellers Stada zu finanzieren.

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11.04.17
Finanzierungen

Bain und Cinven nehmen 2,6-Milliarden-Kredit für Stada auf

Die Finanzinvestoren Bain und Cinven haben acht Banken mit der Finanzierung des Stada-Deals beauftragt. Gemeinsam leveragen die Geldhäuser Stada mit rund 6,5x Ebitda.

Ein Konsortium von acht Banken hilft den Finanzinvestoren Bain und Cinven dabei, den Zukauf des hessischen Medikamentenherstellers Stada zu finanzieren. Das berichtet der Branchendienst „Leveraged Commentary & Data“ (LCD), der zu S&P Global Market Intelligence gehört.

Zu den Finanzierungsinstrumenten für den Stada-Buy-out gehören Term Loans sowie besicherte und unbesicherte Kredite, wie LCD weiter berichtet. Der Verschuldungsgrad beträgt insgesamt das 6,5-Fache des Gewinns vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) des vergangenen Jahres, den Stada mit 398 Millionen Euro angibt. Damit macht das Fremdkapital rund 2,6 Milliarden Euro aus – knapp die Hälfte des Kaufpreises, der sich mit 5,3 Milliarden Euro auf 13,3x Ebitda beläuft.

Von den acht Banken, welche die Kredite stellen, sind sechs gleichzeitig als Finanzierungsberater mandatiert. Lead Financial Advisors sind J.P. Morgan, Macquarie Capital und Rothschild. Barclays, Citigroup und UBS sind als Additional Financial Advisors dabei. Nomura und Société Générale stellen nach LCD-Informationen Kapital bereit, beraten aber nicht. Die Rechtsberatung übernimmt die US-Kanzlei Kirkland & Ellis. 

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Stada wird teuer für Bain und Cinven

Das Stada-Management hat am gestrigen Montag bekanntgegeben, dass es das Übernahmeangebot der Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven unterstützt. Das Konsortium bietet 66 Euro pro Stada-Aktie inklusive der Dividende für das vergangene Jahr.

Branchenkenner halten das für einen stolzen Preis, und zwar aus zwei Gründen. Der erste liegt im Geschäftsmodell von Stada. Der Pharmakonzern stellt Generika, also Nachahmerpräparate, und rezeptfreie Medikamente her. Beides kann im Prinzip jeder Wettbewerber herstellen, ein Patent ist nicht nötig. Das begrenzt die Preismacht von Stada.

Zweitens haben Bain und Cinven „umfangreiche Schutzbestimmungen“ für das Personal und die Standorte versprochen, wie Stada erklärt hat. Damit ist eine harte Restrukturierung der in Augen vieler Beobachter recht ineffizient arbeitenden Firma ausgeschlossen, was der einfachste Werthebel für das Private-Equity-Konsortium gewesen wäre.

florian.bamberg[at]finance-magazin.de