Angebot um fast 15 Prozent erhöht und Zuschlag erhalten: Die PE-Investoren Bain und Cinven dürfen Stada übernehmen.

Stada

10.04.17
Deals

Bain und Cinven erhalten Zuschlag für Stada

Mit einem Gebot über 5,3 Milliarden Euro haben Bain und Cinven den Bieterwettstreit um Stada für sich entschieden. Bemerkenswert: An der Unternehmensstrategie und der Aufstellung von Stada wollen die neuen Eigentümer festhalten.

Der Bieterwettstreit um Stada ist zu Ende: Die beiden Private-Equity-Investoren Bain und Cinven bekommen den gemeinsamen Zuschlag für die Übernahme des hessischen Generikaherstellers. Sie setzen sich gegen das Gebot einer zweiten, konkurrierenden Bietergruppe durch. Die Namen der unterlegenen Bieter nennt Stada nicht. Vor einigen Wochen hatte aber auch ein Konsortium aus den beiden Finanzinvestoren Advent und Permira ein indikatives Gebot abgegeben. 

Bain und Cinven bewerten Stada mit 5,3 Milliarden Euro

Bain und Cinven haben sich die Zustimmung des Stada-Vorstands und -Aufsichtsrats mit einer deutlichen Anhebung ihres Eingangsgebots um mehr als 450 Millionen Euro gesichert. Nachdem in der ersten Runde beide Konsortien einen Preis von 58 Euro in Aussicht gestellt hatten, bieten Bain und Cinven nun 66 Euro inklusive der Dividende für das angelaufene Jahr in Höhe von 0,72 Euro je Aktie. Laut Stada entspricht dies einer Prämie von rund 49 Prozent auf den letzten Kurs, bevor die Übernahmegerüchte aufkamen.

„Bain und Cinven haben das finanziell attraktivste Angebot vorgelegt“, erklärte Stada. Zudem geben die beiden Bieter laut Stada „umfangreiche Schutzbestimmungen für Mitarbeiter, Standorte und Unternehmensstrategie“ ab. Damit werden die neuen Eigentümer – abseits des derzeit schon laufenden Umbauprogramms – für die nächsten vier Jahre auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Stada-Chef Matthias Wiedenfels hat angekündigt, an der Vorstandsspitze bleiben zu wollen.

Insgesamt wird Stada bei der Übernahme mit einem Börsenwert von 4,1 Milliarden Euro und einem Unternehmenswert von über 5,3 Milliarden Euro bewertet. Dies entspricht mehr als dem 13-fachen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) des abgelaufenen Jahres. Damit wird der Kauf des hessischen Pharmaunternehmens gemeinsam mit dem Erwerb des Gabelstaplerherstellers Kion aus dem November 2006 die größte Private-Equity-finanzierte Übernahme in der deutschen Industriegeschichte. 

PE-Investoren setzen Mindestannahmeschwelle auf 75 Prozent

In Kürze wird Stada das Gebot seinen Aktionären vorlegen. Die Mindestannahmeschwelle beträgt 75 Prozent. Bis zum Sommer soll der Angebotsprozess abgeschlossen werden.

Es gibt bei Stada zwei wichtige Investorengruppen: Ein Pool zahlreicher Apotheker sowie eine Gruppe um den aktivistischen Investor AOC, der im vergangenen Jahr eine aufsehenerregende Wertsteigerungskampagne bei Stada initiiert hatte, die allgemein als Startschuss zu den jetzt abgeschlossenen Verkaufsverhandlungen gilt. AOC dürfte seinen Einsatz bei Stada nahezu verdoppelt haben.  

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

Die ganze Chronologie des Übernahmekampfes und der Aktivistenkampagne bei dem Pharmaunternehmen finden Sie auf unserer FINANCE-Themenseite zu Stada.