Deutsche Rohstoff AG

12.05.16
Finanzierungen

Deutsche Rohstoff AG begibt neue Anleihe

Die Deutsche Rohstoff AG will ihre teure Mittelstandsanleihe im Juli vorzeitig kündigen. Ein neuer Bond ist bereits in Planung. Von seinen ursprünglichen Plänen nimmt CEO Thomas Gutschlag aber Abstand.

Die Deutsche Rohstoff AG plant, die noch bis 2018 laufende Mittelstandsanleihe im Juli vorzeitig zu kündigen. Derzeit sind noch 51 Millionen Euro des 2013 platzierten Bonds ausstehend – knapp 20 Prozent hat das Unternehmen in den zurückliegenden Jahren bereits zurückgekauft.

Gleichzeitig bereitet Vorstandschef und CFO Thomas Gutschlag die Emission einer neuen Anleihe vor, um den bestehenden Finanzierungsspielraum nicht einzuschränken. Zwar verfügt das Unternehmen mit 81 Millionen Euro zum Jahresende 2015 über eine gute Cash-Position. Gutschlag benötigt diese Mittel aber für den geplanten Neuaufbau des Portfolios, nachdem die Heidelberger vor zwei Jahren das zentrale Asset – den US-Ölförderer Tekton – am Vorabend der Fracking-Krise mit hohem Gewinn verkauft hatten: „Die Preise für Rohstoffprojekte und Explorationsgesellschaften sind im Keller. Das ist eine erstklassige Kaufgelegenheit“, sagte der Vorstandschef im Oktober gegenüber FINANCE.

CEO/CFO Thomas Gutschlag will die Finanzierungskosten senken

Mit der vorzeitigen Rückzahlung der Mittelstandsanleihe will die Deutsche Rohstoff AG also in erster Linie ihre Finanzierungskosten senken: Die 2013 platzierte Anleihe wird mit stolzen 8 Prozent verzinst. Zwar hat sich die Bonität der Deutschen Rohstoff AG seit der Emission nicht verändert. Das sieht zumindest die Ratingagentur Creditreform so, die die Deutsche Rohstoff weiterhin mit BB+ bewertet.

Das Zinsumfeld hat sich in den vergangenen drei Jahren allerdings deutlich verbessert. Daher scheint die Deutsche Rohstoff AG optimistisch zu sein, durch die Refinanzierung bessere Finanzierungskonditionen erzielen zu können – trotz der derzeit schwierigen Branchenlage des Rohstoffsektors.

Deutsche Rohstoff nimmt Währungsrisiko in Kauf

Abstand genommen hat die Deutsche Rohstoff AG dagegen von dem Plan, auf eine US-Dollar-Finanzierung umzustellen. Im vergangenen Herbst hatte Gutschlag gegenüber FINANCE noch Schuldscheine oder Commercial Papers in US-Dollar als Refinanzierungsoption für die Euro-Anleihe ins Spiel gebracht. Das ist nun offenbar nicht mehr geplant, die neue Anleihe soll ebenfalls in Euro denominiert sein, wie FINANCE aus Unternehmenskreisen erfahren hat.

Das überrascht, denn das Unternehmen ist inzwischen fast ausschließlich im US-Dollar-Raum aktiv und will dort auch einen Großteil der zukünftigen Investitionen allokieren. Deshalb wäre eine Finanzierung in Dollar sinnvoll, um die Währungsrisiken zu reduzieren.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr spielten die Devisenschwankungen den Heidelbergern noch in die Hände. Gutschlag ließ das hohe Dollar-Guthaben aus dem Tekton-Verkauf praktisch ungehedgt auf dem Konto und erwirtschaftete so  im abgelaufenen Geschäftsjahr Währungsgewinne von 8,5 Millionen Euro. In diesem Jahr schwächelt der Dollar jedoch, was sich auch in den Halbjahreszahlen der Deutschen Rohstoff AG niederschlagen dürfte. Mit einem Natural Hedging bei der Finanzierung könnte Gutschlag auf Dauer die Anfälligkeit für Schwankungen reduzieren.

Andererseits ist das Zinsumfeld in den USA aus Sicht der Unternehmen aktuell deutlich ungünstiger als in Europa. Hinzu kommt, dass der Verfall der Rohstoffpreise vor allem US-Unternehmen getroffen hat. Die Zahl der Ausfälle von Emittenten aus dem Öl- und Gassektor ist dort zuletzt gestiegen. Investoren sind gegenüber Neuemissionen von Öl- und Gasförderern vorsichtiger geworden. Auch bei deutschen Mini-Bond-Investoren dürfte ein Dollar-Bond nur schwer zu platzieren sein, weil die wenigsten von ihnen über ausreichend Marktkenntnisse und die notwendigen Budgets für ein professionelles Devisenhedging verfügen. 

Deutsche Rohstoff nennt Details zur neuen Anleihe im Juni

Details zur neuen Anleihe will die Deutsche Rohstoff Mitte Juni bekanntgeben. Ab 11. Juli kann das Unternehmen die Mittelstandsanleihe zurückzahlen, zu einem Kurs von 103 Prozent. Dort hat sich der Bond inzwischen eingependelt. Den bestehenden Gläubigern will die Deutsche Rohstoff AG einen Umtausch anbieten.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de

Erfahren Sie mehr über den CEO und CFO der Deutschen Rohstoff AG im FINANCE-Köpfe-Profil von Thomas Gutschlag.