Wegen rückläufigen Umsätzen muss Sanha seine Gewinnprognose senken. Für die anstehende Refinanzierung der Mittelstandsanleihe ist das keine gute Neuigkeit.

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03.11.16
Finanzierungen

Die Lage bei Sanha spitzt sich zu

Der Mini-Bond-Emittent Sanha kassiert seine Jahresprognose ein und verschreckt damit seine Investoren. Das Ziel, den Kapitaldienst aus dem operativen Geschäft zu erwirtschaften, gerät damit in Gefahr. Die Anleihe fällt unter 40 Prozent.

Der Rohrleitungsspezialist Sanha kappt seine Jahresprognose und senkt die erwartete Ebit-Marge von 5 auf 4 Prozent. Bei einem erwarteten Umsatz von 100 Millionen Euro rechnet Sanha dieses Jahr damit mit einen Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von nur noch 4 Millionen Euro. Ursprünglich geplant war ein Umsatz von etwas mehr als 105 Millionen Euro. Das Ebit sollte bei rund 5,2 Millionen Euro liegen.

Schuld daran sind vor allem Umsatzeinbußen. In den ersten neun Monaten des Jahres sank der Umsatz von 80,5 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf jetzt noch 76,3 Millionen Euro. Im Gesamtjahr erwartet Sanha 100 Millionen Euro.

Die Gläubiger der 37,5 Millionen Euro schweren Mittelstandsanleihe hatten derart schlechte 9-Monats-Zahlen schon befürchtet. Die sich schon seit längerem im Sinkflug befindende Anleihe gab in den vergangenen Tagen nochmals von 50 auf rund 39 Prozent nach.

Sanha: Kapitaldienst gerät nach Gewinnwarnung unter Druck

Die Gewinnwarnung trifft Sanha deshalb so hart, da das inhabergeführte Unternehmen seinen Kapitaldienst, also seine Zins- und Tilgungsfähigkeit, möglicherweise nicht aus dem operativen Gewinn heraus erbringen kann. Ende 2015 lag allein die Zinslast bei 4,4 Millionen Euro. Der fehlende Puffer zwischen Cashflow und Kapitaldienst führte Ende Juni bereits zu einem massiven Kurssturz der Anleihe.

Sanha-CFO Thomas Ziegelbauer stemmte sich daraufhin im August gegen die aufkommende Skepsis am Kapitalmarkt. Im FINANCE-Interview erklärte der Finanzchef, das Ziel für das Geschäftsjahr 2016 sei, eine volle Zinsdeckung aus dem operativen Ergebnis zu erreichen. Im ersten und zweiten Quartal sei dies bereits gelungen. Der Ebit-Einbruch im dritten Quartal gefährdet dieses Ziel wieder, auch wenn Sanha auf FINANCE-Nachfrage bekräftigte, dass die Zinsen auf Basis der aktuellen Ebit-Prognose 2016 gedeckt seien.

Gewinnwarnung erschwert Refinanzierung der Mittelstandsanleihe

Zwar schreibt Sanha weiterhin schwarze Zahlen und hat laut Ziegelbauer bereits 95 Prozent der für das operative Geschäft nötigen Bankverbindlichkeiten verlängert. Bis zum Jahresende sollen alle dieses Jahr fälligen Bankkredite verlängert sein. 

Eine fragwürdige oder sogar fehlende Kapitaldiensttragfähigkeit könnte allerdings das Vertrauen von Lieferanten und Kunden in das Unternehmen beschädigen und sich damit negativ auf die Beziehungen auswirken. Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen machen laut Geschäftsbericht 2015 rund 22,6 Millionen Euro der insgesamt 91,3 Millionen Euro an Verbindlichkeiten aus.

Anfang 2017 will der Sanha-Finanzchef die Refinanzierung der 2018 fälligen Mittelstandsanleihe angehen, die immerhin rund 40 Prozent der Gesamtverbindlichkeiten von Sanha ausmacht. Die Gewinnwarnung kommt für Ziegelbauer damit zur Unzeit.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

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