Evonik

30.08.16
Finanzierungen

Evonik leiht sich 1,9 Milliarden Euro für M&A-Deal

Um den größten Deal seiner Geschichte zu finanzieren, will der MDax-Konzern Evonik bis zu 1,9 Milliarden Euro über eine Jumbo-Anleihe einsammeln. Den Rest finanziert CFO Ute Wolf aus Bordmitteln.

Im Mai hatte Evonik angekündigt, das Spezialadditivgeschäft des US-Konzerns Air Products  zu übernehmen. Jetzt ist klar, wie Evonik-CFO Ute Wolf den Deal finanzieren will: Der Spezialchemiekonzern will bis zu 1,9 Milliarden Euro über die Emission einer Anleihe einsammeln. Das hat der Konzern am Dienstag bekanntgegeben.

Insgesamt will Evonik drei festverzinsliche Tranchen von jeweils mindestens 500 Millionen Euro begeben. Sie werden Laufzeiten von 4,5 Jahren, 8 Jahren und 12 Jahren haben. Emittentin ist die Tochtergesellschaft Evonik Finance. Die Emission wird von den Banken Barclays, BNP Paribas, Deutsche Bank, HSBC, J.P. Morgan und Société Générale begleitet.

Evonik finanziert damit einen teuren Deal: Für die Sparte zahlt der Konzern 3,8 Milliarden US-Dollar, umgerechnet 3,5 Milliarden Euro. Das Spezialadditiv-Geschäft von Air Products stellt unter anderem Zusatzstoffe für Beschichtungen, Kunstharze und Klebstoffe her. Bei einem Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von umgerechnet 211 Millionen Euro, den die Sparte des Konkurrenten aufweist, zahlt Evonik einen Ebitda-Multiple von 15,7x. Der Rest des Kaufpreises wird durch unternehmenseigene Mittel in Höhe von rund 1,6 Milliarden Euro finanziert, schreibt der Konzern. 

Erster Erfolg für Evonik-CFO Ute Wolf

Die Übernahme des Spezialadditivgeschäfts soll Ende dieses Jahres abgeschlossen werden. Mit dem Megadeal, der der größte Deal in der Unternehmensgeschichte von Evonik ist, kann sich CFO Ute Wolf, die vor rund 3 Jahren von der Leiterin Finanzen zur Finanzchefin berufen wurde, profilieren. Als Leiterin Finanzen hatte sie bei Evonik unter anderem den Einstieg des britischen PE-Investors CVC Capital sowie den Börsengang in Frankfurt und Luxemburg begleitet.  

Einen ersten Erfolg konnte sie bereits verbuchen: Kurz nach Ankündigung des Deals stufte die Ratingagentur Moody’s die Bonität des Spezialchemieunternehmen um eine Stufe auf die Note Baa1 hoch. Der Ausblick ist stabil. Davor lag das Rating bei Baa2 mit positivem Ausblick. Moody‘s hob hervor, dass Evonik durch den Deal mehr als 400 Millionen Euro Steuern sparen werde. Auch aus strategischer Sicht habe der Deal die Ratingagentur überzeugt, da sie das Risiko- und Margenprofil des Chemiekonzerns verbessere.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

Lesen Sie alles über die bisherigen Karriereschritte von Evonik-CFO Ute Wolf in ihrem Profil bei FINANCE-Köpfe.