Neue Hybridanleihen für Bayer: Der Chemiekonzern platziert Bonds über insgesamt 1,75 Milliarden Euro.

Bayer AG

11.11.19
Finanzierungen

Finanzierungen: Bayer, Centogene, Akasol

Bayer begibt neue Hybridanleihen, Centogene vollzieht den IPO in den USA und Akasol sichert sich Fremdkapital – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Bayer platziert Hybridanleihen

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat Hybridanleihen in Höhe von 1,75 Milliarden Euro begeben. Die Emission besteht aus zwei Tranchen und war mehr als fünffach überzeichnet, teilte Bayer vergangene Woche mit. Beide Tranchen haben eine Laufzeit von 60 Jahren. Die erste Tranche über 1 Milliarde Euro hat den ersten möglichen Rückzahlungstermin nach fünfeinhalb Jahren und wird mit 2,375 Prozent verzinst. Die zweite Tranche über 750 Millionen Euro hat eine Kündigungssperrfrist von acht Jahren und einen Zinskupon von 3,125 Prozent.

Die Erlöse aus der Transaktion will Bayer für allgemeine Unternehmenszwecke einsetzen. Dazu zählt auch ein Rückkaufangebot für eine bestehende Hybridanleihe. BNP Paribas, BofA Securities und MUFG haben die Emission begleitet. Von Moody’s erhalten die neuen Hybridanleihen ein Rating von Baa3. Der Ausblick ist negativ.

Centogene geht an Technologiebörse Nasdaq

Das Biotech-Unternehmen Centogene hat einen IPO an der US-Technologiebörse Nasdaq durchgeführt. Insgesamt sind 4 Millionen Aktien zu einem Preis von 14 Dollar (rund 12,60 Euro) ausgegeben worden. Centogene fließen durch den Börsengang bisher brutto 56 Millionen Dollar (rund 50,5 Millionen Euro) zu. Durch die Mehrzuteilungsoption könnten noch einmal 8,4 Millionen Dollar (rund 7,5 Millionen Euro) hinzu kommen.

Die Erlöse will Centogen der Nachrichtenagentur dpa-AFX zufolge in die Forschung im Pharmageschäft sowie in den Ausbau von Datentechnik und künstlicher Intelligenz investieren. Der Rest soll für allgemeine Unternehmenszwecke verwendet werden. Die Banken SVB Leerink und Evercore ISI fungieren als gemeinsame Konsortialführer für das Angebot. Baird und BTIG sind Co-Manager.

Akasol sammelt 60 Millionen Euro ein

Der Batteriesystem-Anbieter Akasol hat ein Fremdfinanzierungspaket in Höhe von knapp 60 Millionen Euro abgeschlossen. Das Paket, was aus mehreren Kreditverträgen besteht, beinhaltet sowohl klassische Mittelstands-Bankdarlehen bereitgestellt von der Deutschen Bank, der Commerzbank und der BW Bank als auch Mittel der Förderbank KfW. Den Erlös will Akasol für die Finanzierung des Unternehmenswachstums und für den Bau der neuen Unternehmenszentrale in Darmstadt verwenden. Im Juli vergangenen Jahres war Akasol an die Börse gegangen.

Weitere Meldungen

E.on hat einen Bond über 500 Millionen Euro platziert. Das Papier hat eine Laufzeit von zwölf Jahren und wird mit 0,625 Prozent verzinst. Das Unternehmen wurde bei der Emission von White & Case (Federführung: Karsten Wöckener) beraten. Der Konzern hatte erst vor wenigen Wochen einen neuen Konsortialkredit abgeschlossen und zwei Bonds platziert.

Die Deutsche Rohstoff plant die Begebung einer neuen Unternehmensanleihe mit einem Volumen von bis zu 100 Millionen Euro. Der Bond soll eine Laufzeit von fünf Jahren haben und mit 5,25 Prozent verzinst werden. Wie das Unternehmen mitteilt, wird es ein öffentliches Angebot sowie eine Privatplatzierung bei institutionellen Investoren in Deutschland und mehreren europäischen Ländern geben. Zudem können Inhaber der Anleihe 2016/2021 ihre Papiere umtauschen. Den Emissionserlös will die Deutsche Rohstoff in den Ausbau des Öl- und Gasgeschäfts in den USA investieren. Begleitet wird die Transaktion von der Frankfurter ICF Bank.

Die Versandapotheke Zur Rose hat das Volumen ihrer vor wenigen Wochen begebenen Anleihe um 20 Millionen Franken auf insgesamt 200 Millionen Franken (rund 181,5 Millionen Euro) erhöht. Die Laufzeit des mit 2,5 Prozent verzinsten Bonds beträgt fünf Jahre.

Der Münchener Risikokapitalgeber Acton Capital hat seinen fünften Fonds mit insgesamt 215 Millionen Dollar (193 Millionen Euro) geschlossen. Das frische Kapital will Acton nun in Start-ups mit einem Schwerpunkt auf Europa und Deutschland investieren. Pro Investition sollen fünf bis 20 Millionen Dollar fließen.

Die Deutsche Leibrenten Grundbesitz, die zu 95 Prozent Rolf Elgetis Beteiligungsgesellschaft Obotritia Capital gehört, hat eine Wandelanleihe mit siebenjähriger Laufzeit in Höhe von 50 Millionen Euro begeben. Die Anleihe sichere das Unternehmenswachstum für die nächsten Jahre und sei von einem institutionellen Investor vollständig gezeichnet worden, so die Deutsche Leibrenten Grundbesitz. Die Kanzlei Noerr hat bei der Transaktion rechtlich beraten.

Die Zeichnungsfrist der neuen Anleihe des Spirituosenherstellers Semper Idem Underberg ist wegen hoher Nachfrage vorzeitig abgeschlossen. Institutionelle europäische Investoren und Privatanleger in Deutschland und Luxemburg konnten den Bond über bis zu 60 Millionen Euro zeichnen. Die Laufzeit beträgt sechs Jahre und der Zinskupon liegt bei 4 Prozent. Inhaber der beiden bereits bestehenden Mittelstandsanleihen konnten ihre Papiere umtauschen, wie das Unternehmen mitteilte. Der Emissionserlös der Anleihe soll unter anderem für die vorzeitige Rückzahlung der bestehenden Anleihen, zur Optimierung der Fälligkeitsstruktur sowie für die weitere Finanzierung der Unternehmenstätigkeit verwendet werden.

Das Berliner Traveltech-Start-up Comtravo hat eine Finanzierungsrunde über 21 Millionen Euro abgeschlossen. Lead-Investor der Runde war der niederländisch-deutsche Venture-Capital-Investor Endeit Capital. Ebenfalls beteiligten sich die Deutsche Bank und AER Ticket. Die Kanzlei CMS (Federführung: Malte Bruhns) hat Endeit Capital bei der Transaktion rechtlich beraten.

Der Methanolproduzent MHTL, eine Tochter der Schweizer Proman-Gruppe, hat ein Darlehen über 1 Milliarde Trinidad-und-Tobago-Dollar (rund 133 Millionen Euro) abgeschlossen, die drei Jahre läuft und unbesichert ist. White & Case hat das Unternehmen dabei beraten.

Ratingmeldungen

Moody’s hat alle ausstehenden Ratings des insolventen Windenergiekonzerns Senvion zurückgezogen. Die Entscheidung erfolge vor dem Hintergrund des Verkaufs von Geschäftsteilen, so Moody’s. Zudem habe Senvion seit Anfang des Jahres keine finanziellen Informationen veröffentlicht.

Moody’s hat das Rating des Düngemittel- und Salzproduzenten K+S unter Beobachtung für eine mögliche Herabstufung gesetzt. Zuletzt wurde das Unternehmen mit Ba2 bewertet. Auch den bisher stabilen Ausblick setzte Moody’s unter Beobachtung. Die Ratingagentur begründet die Entscheidung mit der Gewinnwarnung, die K+S im September ausgab. Diese beeinflusse die Verschuldung und den Cash Flow des Unternehmens, so Moody’s. Die Ratingagentur weist darauf hin, dass sie keinen Zugang zu nicht-öffentlichen Informationen des Unternehmens hat.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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