35 Millionen Euro sammelte das Berliner Fintech Crosslend in einer Serie-B-Finanzierungsrunde ein.

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21.10.19
Finanzierungen

Finanzierungen: Crosslend, ZF, Softwareone

Das Berliner Fintech Crosslend sammelt 35 Millionen Euro ein, ZF platziert Euro-Bonds in Höhe von 2,7 Milliarden Euro, und Softwareone will schon diese Woche an die Börse – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Fintech Crosslend sichert sich Millionen-Finanzierung

Das Berliner Fintech Crosslend hat eine Serie-B-Finanzierungsrunde über 35 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Runde von Santander Innoventures, dem Risikokapitalgeber der spanischen Bankengruppe Santander. Ebenfalls beteiligt sind die bestehenden Investoren Lakestar, ABN Amro Ventures und Earlybird.

FINANCE-Informationen zufolge wird Crosslend im Zuge der Finanzierungsrunde mit über 100 Millionen Euro bewertet. Das frische Kapital will das Unternehmen, das eine Plattform für die Verbriefung von Krediten entwickelt hat, für den Ausbau des Personals, die Erschließung neuer Märkte, sowie zur technologischen Weiterentwicklung nutzen. 

ZF besorgt sich erneut frisches Kapital

ZF Friedrichshafen hat über seine Tochtergesellschaft ZF Europe Finance Euro-Anleihen mit einem Gesamtvolumen von 2,7 Milliarden Euro am Kapitalmarkt platziert. Wie der Automobilzulieferer mitteilte, verteilt sich das Emissionsvolumen auf vier Tranchen mit Laufzeiten zwischen vier und zehn Jahren. Aufgrund des hohen Investoreninteresses sei die Transaktion mehrfach überzeichnet gewesen.

BNP Paribas, Bank of America, Citibank, Deutsche Bank und JP Morgan fungierten als aktive Bookrunner. Erst vor wenigen Wochen hatte ZF einen Schuldschein über 2,1 Milliarden Euro begeben, nach eigenen Angaben handelte es sich dabei um einen der größten Schuldscheine aller Zeiten. Die Refinanzierung der geplanten Übernahme des Nutzfahrzeugbremsen-Herstellers Wabco sei damit abgeschlossen, teilt ZF-CFO Konstantin Sauer mit. 

Softwareone konkretisiert Börsenpläne

Das Technologieunternehmen Softwareone gibt weitere Details zu dem geplanten Börsengang bekannt: Das Basisangebot enthält demnach rund 38,5 Millionen bestehende Aktien aus dem Besitz des Finanzinvestors KKR, Peruni, sowie von Mitarbeitern und weiteren Aktionären. Zudem besteht für die Joint Global Coordinators – die Credit Suisse, JP Morgan sowie UBS – eine Mehrzuteilungsoption von bis zu 5,8 Millionen bestehenden Aktien, wie Softwareone mitteilt. Die drei Gründungsaktionäre halten auch nach dem Börsengang mit 30,8 Prozent den größten Anteil an Softwareone. KKR bleibt mit 15 Prozent beteiligt. 

Die Preisspanne für die angebotenen Aktien wurde zwischen 16,50 und 21 Schweizer Franken pro Aktie festgelegt. Dies entspricht dem Unternehmen zufolge einem Platzierungsvolumen von 636,1 Millionen bis 809,5 Millionen Schweizer Franken im Basisangebot und 731,5 Millionen bis 931 Millionen Schweizer Franken einschließlich der Mehrzuteilungsoption. Softwareone könnte im Zuge des IPOs demnach auf eine Marktkapitalisierung zwischen 2,5 und 3,2 Milliarden Schweizer Franken (umgerechnet 2,9 Milliarden Euro) kommen. Die Aktien werden voraussichtlich ab dem 25. Oktober an der Schweizer Börse Six gehandelt. 

E.on begibt Anleihen mit negativer Rendite

E.on begibt zwei Unternehmensanleihen in Höhe von je 750 Millionen Euro. Die Corporate Bonds über zusammengerechnet 1,5 Milliarden Euro haben eine Laufzeit von drei Jahren und sind fest verzinst. Die erste Anleihe mit einem Null-Kupon, aus der sich eine negative Rendite ergibt, wird im Oktober 2022 fällig. Der zweite Bond mit einem Kupon von 0,25 Prozent läuft im Oktober 2026 aus.

Die Emission wurde von dem Bankenkonsortium durchgeführt, das auch die Innogy-Akquisitionsfinanzierung begleitet hatte. Aktive Bookrunner bei der Transaktion waren Barclays, Morgan Stanley, MUFG sowie Unicredit. Bereits im August hatte E.on mit Green Bonds einen Coup am Kapitalmarkt gelandet. E.on zufolge stieg die Anleiheemission auf große Investorennachfrage.

Weitere Meldungen

Der Spirituosenhersteller Underberg will eine neue Mittelstandsanleihe begeben. Das Papier mit einem Volumen von bis zu 60 Millionen Euro soll eine Laufzeit von sechs Jahren haben und zu einem Kupon in einer Spanne zwischen 4,00 und 4,25 Prozent platziert werden. Die Inhaber der beiden bereits bestehenden Mittelstandsanleihen, die nächstes und übernächstes Jahr auslaufen, können ihre Papiere umtauschen. Emissionsbegleiter ist die IKB.

Die Hamburgische Investitions- und Förderbank (IFB Hamburg) hat ihren zweiten Social Bond begeben. Das Volumen des Bonds beträgt 250 Millionen Euro und hat eine Laufzeit von zehn Jahren. Damit zählt die Emission, die deutlich überzeichnet gewesen sei, der IFB Hamburg zufolge zu den größten Social Bonds, die bisher durch Förderbanken in Deutschland begeben wurden. Mit dem Erlös sollen Bauprojekte der Hamburger sozialen Wohnraumförderung refinanziert werden. DekaBank, HCOB, Helaba, HSBC sowie SEB agierten als Konsortialführer. Der Bond entspricht der Förderbank zufolge den von der ICMA 2018 publizierten „Social Bond Principles“, die positiven sozialen Auswirkungen wurden von Sustainalytics in einer Zweitmeinung bestätigt.

Die Europäische Kommission hat dem Überbrückungskredit für den Ferienflieger Condor zugestimmt. “Die Maßnahme wird dazu beitragen, dass Condor seine Luftverkehrsdienste im Interesse der Fluggäste ordnungsgemäß fortsetzen kann”, zitiert die Nachrichtenagentur „Reuters“ die Brüsseler Behörde. Die staatliche Förderbank KfW stellt Condor einen Massekredit über 380 Millionen Euro zur Verfügung, für den die Bundesregierung und das Land Hessen eine Bürgschaft stellen.

Der Immobilieninvestor Corestate erhält ein Darlehen über 27 Millionen Euro. Dieses Darlehen hat Unternehmensangaben zufolge eine Laufzeit von zehn Jahren und setzt sich aus einem klassischen Bankdarlehen sowie aus KfW-Mitteln zusammen. Die Transaktion dient der Finanzierung des Dresdner Immobilienobjekts „MIKA Quartier“. Die Finanzierung stellt die BayernLB.

Das Technologieunternehmen Congatec hat seine Pläne für einen möglichen Börsengang auf 2020 verschoben. Grund dafür sei das aktuell schwierige Marktumfeld, wie Vorstandsvorsitzender Jason Carlson mitteilte. Der Hersteller industrieller Computermodule will das Kapitalmarktumfeld weiterhin beobachten, um den Börsengang im kommenden Jahr wieder aufzunehmen.

Der auf Büroimmobilien in Deutschland spezialisierte Asset Manager Publity strebt einen Wechsel vom Freiverkehrssegment Scale in den regulierten Prime Standard der Frankfurter Börse an. Der Wechsel soll voraussichtlich im Sommer 2020 erfolgen, teilte das Unternehmen mit.

Der Immobilienentwickler Consus Real Estate stockt seine im Mai dieses Jahres begebene Unternehmensanleihe um 75 Millionen Euro auf. Ursprünglich hatte der besicherte Bond ein Volumen von 400 Millionen Euro. Die Laufzeit beträgt fünf Jahre, der Zinskupon liegt bei 9,625 Prozent. Die Nettoerlöse aus der Transaktion will das Unternehmen überwiegend für Zwecke der Refinanzierung und für sonstige Verbindlichkeite der Tochtergesellschaften verwenden.

Das Beratungs- und IT-Unternehmen All for One hat einen Schuldschein über 33,5 Millionen Euro platziert. Die von der LBBW arrangierte Emission sei deutlich überzeichnet gewesen, teilte das Unternehmen mit. Das Darlehen wurde über die Digitalplattform Debtvision, einem Gemeinschaftsunternehmen der Börse Stuttgart und der LBBW, platziert und ist in drei festverzinsliche Tranchen unterteilt. Die beiden Spot-Tranchen haben jeweils ein Volumen von 7,5 und 16 Millionen Euro sowie eine Laufzeit von sechs beziehungsweise acht Jahren. Die Forward-Tranche über 10 Millionen Euro läuft insgesamt sechseinhalb Jahre. Die Verzinsung aller drei Tranchen liegt zwischen 0,9 und 1,1 Prozent. Alle Tranchen wurden Unternehmensangaben zufolge am unteren Ende der Preisspanne platziert.   

Das Biotechnologieunternehmen Epigenomics hat eine Kapitalerhöhung um bis zu 10,8 Millionen Euro beschlossen. Das entspricht einer Aufstockung des Grundkapital der Gesellschaft von derzeit rund 36 Millionen Euro auf bis zu 46,8 Millionen Euro. Die Preisspanne für die neuen Aktien liegt zwischen 1,05 bis 3,50 Euro. Der endgültige Bezugspreis soll voraussichtlich am 31. Oktober festgelegt werden. Wie Epigenomics mitteilte, beträgt das Bezugsverhältnis 10:3. Die Privatbank M.M. Warburg begleitet die Transaktion als alleiniger Underwriter. Alleiniger Platzierungsagent für die Privatplatzierung in den USA ist Raymond James.

olivia.harder[at]finance-magazin.de

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