Die Deutsche Annington sammelt mit einer Kapitalerhöhung über 450 Millionen Euro ein.

Deutsche Annington

10.11.14
Finanzierungen

Finanzierungen: Deutsche Annington, Hella, Telekom Austria

Die Deutsche Annington hat 450,8 Millionen Euro mit einer Kapitalerhöhung eingesammelt. Hella kündigt seinen Börsengang an und Telekom Austria plant eine Kapitalerhöhung über 1 Milliarde Euro. Diese und weitere Neuigkeiten aus der Welt der Unternehmensfinanzierung erwarten Sie im wöchentlichen FINANCE-Ticker.

Deutsche Annington sammelt mit Kapitalerhöhung 450,8 Millionen Euro ein

Die Deutsche Annington Immobilien hat 19,6 Millionen neue Aktien im Rahmen einer Privatplatzierung mittels eines beschleunigten Bookbuildingverfahrens bei institutionellen Investoren platziert. Der Preis der Aktie lag bei je 23 Euro. Der Immobiliengesellschaft fließen durch die Barkapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre 450,8 Millionen Euro vor Provisionen und Kosten zu. Die Transaktion wurde von der Barclays Bank und J.P. Morgan Securities als Joint Bookrunner begleitet.

Die neuen Mittel will Annington für den Kauf von mehr als 5000 Wohnungen im Osten Deutschlands nutzen, den der Wohnungskonzern vor zwei Monaten angekündigt hatte. Den übrigen Erlös setzt Annington für die Schuldentilgung und künftige Zukäufe ein.

Hella kündigt Börsengang an

Der Automobilzulieferer Hella hat seinen Börsengang angekündigt. Noch im Juni hatte das Unternehmen dementiert, einen IPO zu planen. Hella erwartet ein Emissionsvolumen der Transaktion von insgesamt 422 Millionen bis 439 Millionen Euro. Der erste Handelstag soll der 11. November sein. Die Aktien werden im Prime Standard an der Frankfurter Börse sowie an der Börse Luxemburg notieren. Hella hat bereits im Rahmen einer  Privatplatzierung rund 11,1 Millionen Aktien zu 25 Euro je Aktie aus einer noch durchzuführenden Kapitalerhöhung platziert und 278 Millionen Euro erlöst. Hella hat außerdem 5,75 Millionen Aktien im Rahmen einer weiteren Privatplatzierung platziert. Der Platzierungspreis liegt bei 26,50 je Aktie. Begleitet wurde der Automobilzulieferer bei der Emission von den Konsortialbanken Bankhaus Lampe und Citigroup.

Telekom Austria plant Kapitalerhöhung über 1 Milliarde Euro

Telekom Austria plant eine Kapitalerhöhung und will dafür 221,5 Millionen neue Aktien ausgeben. Damit will das Telekommunikationsunternehmen bis zu 1 Milliarde Euro als Nettoerlös einsammeln. Neben einem Bezugsangebot sollen die neuen Aktien auch qualifizierten Investoren in mögliche Privatplatzierungen angeboten werden. In einem Verhältnis von 2:1 können die bisherigen Aktionäre neue Aktien zu einem Preis von je 4,57 Euro beziehen. América Móvil, Carso Telecom und die Österreichische Industrieholding Aktiengesellschaft haben sich verpflichtet an der Kapitalerhöhung in bestimmter Höhe teilzunehmen.

Mit den Nettoerlösen will Telekom Austria ihre Kapitalstruktur neu aufstellen, um das S&P-Kreditrating von BBB (stabil) zu sichern. Außerdem will sich das Unternehmen die Finanzierung potentieller M&A Transaktionen ermöglichen.

Weitere Finanzierungen

Nordrhein-Westfalen hat eine im Februar 2014 begebene Städteanleihe um 100 Millionen Euro aufgestockt. Die Anleihe hat nun ein Gesamtvolumen von 500 Millionen Euro und wird damit zur Benchmarkanleihe. Hauptsächlich Banken, Sparkassen und Investmentgesellschaften haben die neu emittierten Papiere gezeichnet. Der Erlös der Aufstockung wird nach einem ursprünglich festgelegten Schlüssel unter den Städten verteilt. Die Anleihe läuft vier Jahre lang und wird mit 1,125 Prozent verzinst. Die Aufstockung wurde unter der gemeinsamen Führung von der Deutschen Bank, Helaba und HSBC arrangiert.

Die StudierendenGesellschaft Witten/Herdecke begibt eine Anleihe über bis zu 7,5 Millionen Euro. Das Papier mit zehnjähriger Laufzeit wird mit 3,6 Prozent verzinst. Die private Universität bietet den Studenten eine Vorfinanzierung der Studiengebühren an. Dies soll mit dem Erlös der Anleihe gesichert werden.

Die Maritim Vertriebs GmbH bietet den Inhabern der in diesem Dezember auslaufenden Offshore-Anleihe  einen Umtausch in einen neuen Bond an. Maritim hatte die Offshore-Anleihe über 25 Millionen Euro 2012 emittiert, sie wird mit 8,25 Prozent verzinst. Die Gesellschaft will nun eine neue Anleihe mit einem Volumen von bis zu 25 Millionen Euro begeben. Das Papier mit einer Laufzeit von 18 Monaten soll mit 8,25 Prozent verzinst werden. Anleiheinhaber können ihre Anteile bis zum 19. November im Verhältnis 1:1 zu 100 Prozent des Nennbetrags in die neue Anleihe umtauschen.

Die französische Technologie- und Ingenieursberatung Akka Technologies begibt einen Schuldschein über 140 Millionen Euro in einer Privatplatzierung in Deutschland, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die zwei Tranchen des Schuldscheins sollen eine Laufzeit von fünf und sieben Jahren haben und unterschiedlich sowohl mit festen und variablen Kupons verzinst sein. Im Durchschnitt liegt der Zins bei 2 Prozent. Mit dem Erlös soll die weitere Entwicklung des Unternehmens in Deutschland finanziert werden. Akka Technologies ist einer von zahlreichen ausländischen Emittenten, die den deutschen Schuldscheinmarkt für sich entdeckt haben.

Die niedersächsische Landeshauptstadt Hannover hat ein Schuldscheindarlehen über 150 Millionen Euro begeben. Der Schuldschein hat eine Laufzeit von 31 Jahren und wird mit 1,956 Prozent verzinst. Hannover stockte das Volumen von ursprünglich 130 Millionen auf 150 Millionen Euro auf, da das Orderbuch deutlich überzeichnet war. Das Papier wurde ausschließlich bei deutschen Versicherungsunternehmen platziert. Deutsche Bank und Nord/LB fungierten als Joint Lead Arranger, die Sparkasse Hannover war Selling Agent bei der Transaktion.

Die Europäische Investitionsbank (EIB) stellt neue Kredite mit einem Gesamtvolumen von bis zu 200 Millionen Euro für mittelständische Unternehmen zur Verfügung. Im Rahmen der „InnovFin Micap“-Garantie erhält die Commerzbank die Mittel zur Risikoabsicherung für neue Kredite an mittelständische Kunden, die im Bereich Forschung und Entwicklung aktiv sind.

Das Photovoltaikunternehmen Phoenix Solar verlängert bestehenden Finanzierungslinien über 116 Millionen Euro bis 2016. Davon entfallen 93 Millionen Euro auf einen Konsortialkredit. Daneben gibt es weitere bilaterale Cash- und Avallinien. Mit dem Abschluss dieser Finanzierung hat das Unternehmen ebenfalls bekannt gegeben, dass CEO und CFO Bernd Köhler seinen Ende Dezember auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Weiterhin hat Phoenix Solar seine Umsatzerwartungen für 2014 erneut gesenkt.

Der Spezialist für Hochleistungsoberflächen Nanogate hat einen neuen Konsortialkredit über bis zu 20 Millionen Euro mit Banken unter der Führung der SaarLB abgeschlossen. Der Kredit ist mit unter vier Prozent festverzinst und enthält Anleihe-ähnliche, endfällige Komponenten. Mit den neuen Mitteln löst Nanogate eine Zwischenfinanzierung ab, die es für die Übernahme von der Tochtergesellschaft Vogler abgeschlossen hatte. Außerdem nutzt das Unternehmen die Mittel zur Finanzierung der Wachstumsstrategie.

Das Cleantech-Unternehmen Electrochaea hat in einer Serie-A-Finanzierungsrunde einen mittleren einstelligen Millionenbetrag erhalten. Investoren sind Munich Venture Partners, b-to-v, Caliza Holding, Focus First, die KfW und Sirius Venture Partners.

In einer zweiten Finanzierungsrunde hat Eyeglass24 einen siebenstelligen Betrag eingesammelt. Unter anderem beteiligt sich die BayBG an dem Onlinebrillenhändler.

Kuka beschließt das Grundkapital unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre durch eine teilweise Ausnutzung des genehmigten Kapitals um einen Betrag von bis zu rund 4,6 Millionen Euro auf bis zu 92,8 Millionen Euro durch die Ausgabe von etwa 1,8 Millionen neuer auf den Inhaber lautenden Aktien zu erhöhen. Die neuen Aktien mit einem rechnerischen Anteil von 2,60 Euro am Grundkapital sollen in einem beschleunigten Bookbuilding-Verfahren institutionellen Investoren im Rahmen einer Privatplatzierung angeboten werden. Mit dem Erlös will das Unternehmen das öffentliche Übernahmeangebot an die Aktionäre von Swisslog Holding teilweise finanzieren.

Das schweizerische Biotechunternehmen Molecular Partners hat im zweiten Versuch den Börsengang geschafft, berichtet Reuters. Das Unternehmen hat den Ausgabepreis bei 22,40 Schweizer Franken (etwa 18,60 Euro) festgelegt. Damit lag der Preis unter der Preisspanne, die Molecular Partners vor zwei Wochen angekündigt hatte. Das Unternehmen verschob den Börsengang kurzfristig. Zum neuen Preis wurden nun 4,4 Millionen Aktien platziert. Der Erlös der Emission soll bei etwa 96 Millionen Schweizer Franken (rund 79,7 Millionen Euro) liegen.

Roth & Rau
zieht sich von der Frankfurter Börse zurück.. Als Grund für das Delisting gibt der Anlagenbauer den geringen Freefloat der Aktien sowie Erwägungen über Kosten und Nutzen der Börsennotiz an. 

Ratingmeldungen

Euler Hermes stuft das Rating von Hörmann Finance von BB+ auf BB herab. Als Grund gab die Ratingagentur die erhöhten Geschäfts- und Finanzrisiken von Hörmann  Finance an. Wegen strategiebedingten Risiken und weiteren Investitionen hält Euler Hermes auch eine weitere Verschlechterung der Ratings in den kommenden 12 Monaten für möglich. Hörmann Finance ist für die Automotive-Tätigkeiten der Hörmann Gruppe zuständig.

Project Investment
erhält ein A-Rating von Scope für die untersuchte Asset Management Qualität der Investmentgesellschaft.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.