Der Energiekonzern EnBW plant zum ersten Mal die Platzierung eines Green Bonds.

EnBW/Weltenangler

22.10.18
Finanzierungen

Finanzierungen: EnBW, Vonovia, Neue ZWL

EnBW will einen Green Bond platzieren, Vonovia erhält einen Milliardenkredit und Neue ZWL zapft den Kapitalmarkt an – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

EnBW plant Green-Bond-Debüt

Der Strom- und Gasanbieter EnBW plant erstmalig die Platzierung eines Green Bonds. Ab dem heutigen Montag finden dafür Investorentreffen statt. Geplant ist ein Bond über 500 Millionen Euro mit einer Laufzeit über 15 oder 20 Jahre. SEB und Société Générale agieren als Joint Global Coordinators und Green Structuring Advisors. BBVA, DZ Bank, LBBW und Morgan Stanley sind als Joint Bookrunners mandatiert. Den Nettoerlös will die EnBW zur Finanzierung oder Refinanzierung grüner Projekte verwenden.

Vonovia erhält Milliardenkredit

Der Immobilienkonzern Vonovia sichert sich über Vonovia Finance eine Finanzierungslinie über 1 Milliarde Euro. Das Darlehen umfasst unter anderem eine Swingline-Fazilität in Höhe von 300 Millionen Euro. Die Commerzbank war als Koordinator, Bookrunner und Mandated Lead Arranger beteiligt. White & Case (Federführung: Thomas Flatten und Sébastien Seele) hat die Commerzbank bei der Transaktion beraten. 

Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig begibt neue Anleihe

Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig, ein Produzent von Motoren- und Getriebeteilen, hat die Platzierung einer Anleihe mit einem Volumen von bis zu 12,5 Millionen Euro beschlossen. Der Bond hat eine Laufzeit von sechs Jahren und wird mit 6,5 Prozent verzinst. Die Quirin Privatbank fungiert als Bookrunner der Transaktion, Financial Advisor ist die Dicama. Den Emissionserlös will das Unternehmen unter anderem für die Finanzierung von Erweiterungs- und Maschineninvestitionen verwenden.

VW-Finanzsparte platziert Leasingforderungen

Die Volkswagen Leasing, eine Tochtergesellschaft von Volkswagen Financial Services, hat ihre 27. Auto-Asset-Backed-Securities-Transaktion (ABS) aus verbrieften Leasingforderungen mit einem Volumen von 957 Millionen Euro platziert. Dabei wurde die Tranche A über 900 Millionen Euro im Bookbuilding-Verfahren zu einem Preis von 1-Monats-Euribor plus 22 Basispunkte platziert, die Tranche B über 18,2 Millionen Euro zu plus 68 Basispunkten. Wie Volkswagen mitteilte, war das Orderbuch zum Platzierungspreis in der Tranche A 1,6-fach und in der Tranche B 1,4-fach überzeichnet gewesen. Als Joint Lead Manager der Transaktion fungierten BNP Paribas und Unicredit.

Weitere Meldungen

Der Frankiermaschinenhersteller Francotyp-Postalia hat seinen bisherigen Konsortialkredit aus dem Jahr 2016 vorzeitig verlängert und erweitert. Das Volumen wird dabei von 120 auf 150 Millionen Euro erhöht. Damit verbunden ist eine Erhöhungsoption, die sich zuvor auf 30 Millionen Euro belief und nun 50 Millionen Euro beträgt. Der Kredit läuft bis 2023 und kann um bis zu zwei Jahre verlängert werden. Das Unternehmen konnte auch die Rahmenbedingungen und Konditionen verbessern, weitere Details sind jedoch nicht bekannt. Zum Konsortium gehören Commerzbank, LBBW, Postbank Luxemburg und Unicredit. Mit dem erhöhten Finanzierungsspielraum schafft sich das Unternehmen mehr Spielraum zur Umsetzung einer Wachstumsstrategie einschließlich möglicher Zukäufe.

Das Immobilienunternehmen Accentro Real Estate hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Aufgrund der hohen Nachfrage von Investoren ist die Kapitalerhöhung von 1,6 Millionen auf 2,12 Millionen Euro erhöht worden, wie Accentro mitteilte. Die neuen Aktien wurden zu einem Platzierungspreis von 9,50 Euro je Aktie ausgegeben, wodurch dem Unternehmen ein Emissionserlös in Höhe von 20,14 Millionen Euro zufließt. Die Transaktion wurde durch die Baader Bank sowie die Quirin Privatbank als Joint Bookrunner begleitet. Accentro wurde bei der Transaktion von Heuking Kühn Lüer Wojtek (Federführung: Thorsten Kuthe) beraten.

Der chinesische Hausgeräte-Hersteller Haier hat für seinen geplanten Börsengang den Ausgabepreis pro Aktie bei 1,05 je D-Share festgelegt. Bei vollständiger Ausübung der Greenshoe-Option erwartet das Unternehmen einen Erlös von 331,74 Millionen Euro.

Der Automobilzulieferer ZF plant die vorzeitige Rückzahlung seiner 2015 von der ZF North America Capital begebenen Anleihe. Ursprünglich wäre der Bond über 1,15 Milliarden Euro mit einer festen Verzinsung in Höhe von 2,25 Prozent noch bis April 2019 gelaufen.

Der Automobilzulieferer Paragon hat die Zinsspanne seiner geplanten Anleihe über 50 Millionen Euro beschlossen. Die Spanne wurde auf der Grundlage der bisher geführten Investorengespräche auf 4,25 bis 4,75 Prozent festgelegt, wie Paragon mitteilte.

Das Biotechnologieunternehmen Epigenomics hat den Bezugspreis der geplanten Kapitalerhöhung auf 1,86 Euro je Aktie festgelegt. Das Grundkapital der Gesellschaft soll durch die Ausgabe von bis zu 12 Millionen neuen Aktien auf rund 36 Millionen Euro erhöht werden.

Ratingmeldungen

Euler Hermes hat das Rating des Schrott-Recyclers Scholz bei positivem Ausblick von CCC auf B- angehoben. In der Begründung verweist die Ratingagentur auf die Verbesserung des Finanzrisikos der Scholz Gruppe im Hinblick auf eine steigende Kapitalstruktur und Ertragskraft.

Moody’s hat den Ausblick des Ratings von Ceconomy von stabil auf negativ geändert. Gleichzeitig bestätigt sie das Rating des Elektronikhändlers bei Baa3. Moody’s begründet diese Entscheidung mit den kürzlich von Ceconomy angekündigten Gewinnwarnungen und Wechseln im Management.

Fitch hat das Rating von BASF bei A+ bestätigt und den Ausblick von negativ auf stabil verbessert. Die Ratingagentur geht davon aus, dass das Finanzprofil und die Verschuldung des Chemiekonzerns bis 2021 wie erwartet ausfallen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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