Noch ein Job, dann verliert er seine CFO-Stelle: Ceconomy-Finanzchef Mark Frese

Ceconomy

15.10.18
CFO

Personeller Kehraus bei Ceconomy

Tiefgreifende Veränderungen bei Ceconomy: Vorstandschef Pieter Haas muss sofort seinen Hut nehmen, Finanzchef Mark Frese hingegen behält sein Amt – aber nur noch für eine einzige Aufgabe.

Aufsichtsratschef Jürgen Fitschen hat bei Ceconomy noch härter durchgegriffen als erwartet. Nicht wie erwartet CFO Mark Frese muss seinen Hut nehmen, sondern Vorstandschef Pieter Haas. Er verlässt den strauchelnden Elektronikhändler mit sofortiger Wirkung.

Bis ein Nachfolger gefunden ist, übernehmen CFO Frese und Rechtsvorstand Dieter Haag Molkenteller gemeinsam die Führung. Doch spätestens nachdem er die entstandene Vakanz überbrückt hat, wird auch Finanzchef Frese gehen. „Aufgrund einer Verständigung mit dem Aufsichtsrat hat sich Mark Frese entschlossen, bis zur Berufung eines Nachfolgers seine Aufgaben als Vorstand weiterhin wahrzunehmen und sich auf eine einvernehmliche Aufhebung seines Arbeitsvertrags zu verständigen“, schreibt Ceconomy in einer Pflichtmitteilung. 

FINANCE-Köpfe

Mark Frese, Ceconomy AG

1993 startet Frese seine Karriere als Analyst bei der Privatbank Finck & Co. Von 1994 bis 1996 ist er Abteilungsleiter Financial Strategies und Asset Management bei Kaufhof. Darüber hinaus verantwortet er die Investor Relations. Seit 1996 ist Kaufhof eine Vertriebslinie der Metro Group.

Nach der Übernahme wechselt Frese von Kaufhof zu Metro und leitet die folgenden zwei Jahre die Abteilung Konzernentwicklung/M&A. Ab August 1998 leitet er ein Jahr lang die Geschäfte des Kaufhof-Warenhauses in Bonn. Von 1999 bis 2003 ist er Sprecher der Geschäftsführung der Kaufhof-Tochter Gemini Medienvertriebsgesellschaft. 2002 wechselt der Betriebswirt zurück zu Kaufhof Warenhaus und wird Bereichsleiter für Expansion & Kooperation.

2004 wird Frese Bereichsleiter für Controlling & Projekte. Von 2009 bis 2010 ist er Bereichsleiter Planung & Controlling bei der Metro. 2010 wird er zum Finanzchef von Metro Cash & Carry Europe/MENA ernannt, im Januar 2012 zum CFO der gesamten Metro-Gruppe. Seit April 2012 ist er zudem CFO von Metro Cash & Carry.

Im Zuge der Abspaltung des Elektronikhandels („Media-Markt“, „Saturn“) vom Metro-Konzern wechselt Frese im Sommer 2017 als CFO in den Vorstand des neuen Unternehmens Ceconomy.

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Mark Frese hat Metro-Spaltung selbst initiiert

Dass Frese sich nicht wird halten können, hatte sich schon am Freitag abgezeichnet. Nach zwei Gewinnwarnungen innerhalb weniger Wochen und der tiefen Talfahrt an der Börse hatte Christoph Vilanek, Chef des Großaktionärs Freenet, öffentlich personelle Konsequenzen gefordert.

Frese ist seit Juni vergangenen Jahres CFO von Ceconomy. Damals spaltete sich der Elektronikhändler von der Konzernmutter Metro ab, die seitdem ebenfalls mit Gewinnwarnungen, Vertrauensverlust und einem abgerutschten Aktienkurs kämpft. Eigentlich hätte die Konzernspaltung dazu führen sollen, dass Ceconomy wieder höheres Umsatzwachstum und bessere Margen erreicht.

Es war Frese selbst, der dieses Projekt mit anstieß. Seit Januar 2012 war er CFO der Metro-Gruppe. Davor arbeitete er als schon konzernweiter Controlling-Chef sowie als Finanzchef des Herzstücks des Handelskonzerns, der Metro Cash & Carry-Märkte. Seine Karriere begann er als Analyst bei der Privatbank Finck & Co.

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

Lesen Sie mehr über Vita und Karriere des scheidenden Ceconomy-CFOs im FINANCE-Köpfe-Profil von Mark Frese.