Der Automobilzulieferer Schaeffler hat ein milliardenschweres Bondprogramm aufgelegt.

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08.10.18
Finanzierungen

Finanzierungen: Schaeffler, Westwing, Curetis

Schaeffler legt ein neues Anleiheprogramm auf, Westwing beschleunigt seinen Börsengang und Curetis sammelt frisches Kapital ein – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Schaeffler legt neues Bondprogramm auf

Der Automobilzulieferer Schaeffler hat ein neues Bondprogramm über 5 Milliarden Euro aufgelegt. Der Schritt folgt kurz nachdem Schaeffler von S&P ein Rating-Upgrade erhalten hat. Der Zulieferer wird nun von allen drei internationalen Ratingagenturen mit Investmentgrade bewertet. Die Gruppe der beteiligten Banken wurde von der Commerzbank als Arranger angeführt und von White & Case (Federführung: Jochen Artzinger-Bolten) beraten.

Schaeffler will mit dem neuen Programm seine Finanzierung weiterhin in Richtung einer unbesicherten Investmentgrade-Struktur entwickeln. Das jüngste Rating-Upgrade von S&P war die letzte Bedingung, die Schaeffler erfüllen musste, damit die dinglichen Sicherheiten, die bislang für die Konzernfinanzierung notwendig waren, freigegeben werden konnten.

Westwing zieht Börsengang vor

Der Online-Möbelhändler Westwing beschleunigt seinen Börsengang. Das Unternehmen aus dem Rocket-Internet-Universum beendet den Angebotszeitraum am heutigen Montag, der erste Handelstag soll nun der 9. Oktober sein. Ursprünglich war das Angebotsende zwei Tage später geplant. Das Unternehmen führt als Grund die starke Investorennachfrage an. 

Curetis sammelt 20 Millionen Euro ein

Curetis, ein Entwickler molekulardiagnostischer Lösungen, hat sich bis zu 20 Millionen Euro frisches Kapital gesichert. Dafür platzierte das Biotech-Unternehmen Wandelanleihen bei einem von der US-amerikanischen Investmentfirma Yorkville Advisors Global gemanagten Investmentfond. Die erste Tranche über 3,5 Millionen Euro hat das Unternehmen bereits in Anspruch genommen. Curetis will den Restbetrag der ersten Tranchen von 1,5 Millionen Euro in den nächsten 90 Tagen in Anspruch nehmen.

Weitere Meldungen

Das Immobilienunternehmen Diok Real Estate hat eine Unternehmensanleihe über 25 Millionen Euro begeben. Der Bond wurde im Rahmen einer Privatplatzierung von Investoren gezeichnet. Er läuft über fünf Jahre und wird mit 6 Prozent verzinst. Mit dem Erlös will das Unternehmen bestehende Verbindlichkeiten zurückzahlen und neue Zukäufe finanzieren.

Für die Aktien des Börsenkandidaten Knorr-Bremse gibt es eine große Nachfrage. Das berichtete vergangene Woche die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf begleitende Banken. Eine Stunde nach Öffnung der Orderbücher hätten bereits Aufträge zur Zeichnung von mehr als 40 Millionen Aktien vorgelegen, teilte Morgan Stanley dem Bericht zufolge mit. Das entspricht rund 2,9 Millionen Euro und würde bereits genügen, um das Basisangebot und die Reserve zu platzieren. Das Unternehmen verkürzt wegen der hohen Nachfrage nun den Angebotszeitraum. Er endet nun einen Tag früher als geplant am 10. Oktober. Der erste Handelstag ist nach wie vor für den 12. Oktober geplant.

Die Finanzinvestoren Bain und Cinven kündigen ein freiwilliges, öffentliches Übernahmeangebot für den Pharmakonzern Stada an. Das Unternehmen soll anschließend von der Börse genommen werden. Auch die Zulassung zum regulierten Markt der ausstehenden Anleihen über 300 Millionen Euro, die 2022 fällig werden, soll widerrufen werden.

Das Immobilienunternehmen Gateway Real Estate will bis zu 10 Prozent seines Grundkapitals in neuen Aktien ausgeben. Die Platzierung könnte auch mit einem Verkauf bestehender Aktien kombiniert werden, teilt das Unternehmen mit. Kurzfristig soll ein Streubesitz von 25 Prozent erreicht werden.

Das AI-Start-up Twenty Billion Neurons hat eine Series-A-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Lead Investor war der Microsoft Venture Capital Fonds M12. Er investiert gemeinsam mit Coparion, Creative Edge Ventures und MFV Partners insgesamt 10 Millionen US-Dollar in das Unternehmen. Raue hat den Investor Creative Edge Ventures bei der Transaktion beraten.

Für die Übernahme des US-amerikanischen Plastikteileherstellers Toledo Molding & Die erhält Grammer eine Finanzierung von Commerzbank, Unicredit und HSBC. Die Commerzbank agierte als Mandated Lead Arranger und Konsortialführer. Das Unternehmen wurde bei der Finanzierung der Akquisition von Ashurst (Federführung: Bernd Egbers) beraten.

Das Biotechnologieunternehmen Epigenomics will eine Kapitalerhöhung gegen Bar- und zum Teil Sacheinlage mit Bezugsrecht der Aktionäre durchführen. Cathay Fortune International Company, ein wesentlicher Aktionär des Unternehmens, will in der Höhe seines Anteils an Epigenomics in Form einer Sacheinlage an der Kapitalerhöhung unter bestimmten Bedingungen teilnehmen.

Curasan, ein Hersteller medizinischer Produkte, will eine Kapitalerhöhung durchführen und knapp 1,7 Millionen neue Aktien platzieren. Das Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen. Außerdem will der Vorstand des Unternehmens eine weitere Kapitalerhöhung unter vollständiger Wahrung des Bezugsrechts durchführen. Der Aufsichtsrat muss dem noch zustimmen.

Das Dresdner Start-up Cloud & Heat Technologies hat in einer Finanzierungsrunde 10 Millionen Euro eingesammelt. Daran beteiligte sich Inven Capital und der Londoner Investor ETF Partners. Weil hat Inven Capital bei der erneuten Investition in das Unternehmen beraten.

Das Fintech Creditshelf gewinnt einen neuen Kreditinvestor. Ein börsennotierter deutscher Konzern hat dem Mittelstandsfinanzierer eine Anlage von 20 Millionen Euro zugesagt. Dieser Betrag soll im Rahmen des Corporate Cash Managements in mittelständische Kredite investiert werden.

Qingdao Haier, ein chinesische Hersteller von Unterhaltungselektronik und Haushaltselektronik strebt an, seine Aktien im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse zu platzieren. Es wird das erste öffentliche Angebot eines Unternehmen auf dem Ceinex D-Share-Markt sein. Ceinex ist ein Joint Venture mit Sitz in Frankfurt, das von der Shanghai Stock Exchange, der Deutsche Börse und der China Financial Futures Exchange gegründet wurde. Über die Plattform erhalten Investoren Zugang zu Offshore-Renminbi-Kapitalmarktprodukten.

Ratingmeldungen

Euler Hermes überprüft das Rating von Grammer und setzt es mit unbestimmten Ausblick auf die Watchlist. Grund dafür ist das angekündigte Ausscheiden von drei Mitgliedern des Vorstands nachdem Grammer durch Ningbo Jifeng übernommen wurde.

TAG Immobilien erhält von Moody’s ein kurzfristiges Emittentenrating von P-3.

Moody’s bestätigt das Rating des Automobilzulieferers Continental bei Baa1. Der Ausblick ist stabil.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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