Das Pharmaunternehmen Gerresheimer ist am Schuldscheinmarkt aktiv.

Gerresheimer

12.10.20
Finanzierungen

Finanzierungen: Gerresheimer, Schaeffler, Cheplapharm

Gerresheimer schließt einen Schuldschein ab, Schaeffler zapft den Bondmarkt an, und Cheplapharm begibt einen neuen High Yield Bond – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Gerresheimer begibt neuen Schuldschein

Das Pharmaunternehmen Gerresheimer hat einen Schuldschein über 325 Millionen Euro abgeschlossen. Ursprünglich war nur ein Emissionsvolumen von 150 Millionen Euro geplant. Das Darlehen besteht aus zwei Tranchen mit Laufzeiten von drei und fünf Jahren und mit festen sowie variablen Zinssätzen.

Commerzbank, LBBW und Unicredit begleiten die Transaktion. Die Mittel aus dem Darlehen will Gerresheimer hauptsächlich zur Rückführung einer Schuldscheintranche aus dem Jahr 2015 verwenden. „Wir freuen uns, dass wir die Refinanzierung des fälligen Schuldscheines zu nochmals attraktiveren Konditionen abschließen werden“, kommentiert Finanzvorstand Bernd Metzner die Transaktion.

Schaeffler begibt neue Unternehmensanleihen

Der Automobilzulieferer Schaeffler hat zwei neue Anleihen in Höhe von insgesamt 1,5 Milliarden Euro bei internationalen Investoren platziert. Die Emission erfolgte im Rahmen des Debt-Issuance-Programms von Schaeffler und ist in zwei Anleihetranchen über je 750 Millionen Euro unterteilt. Die erste Tranche hat eine Laufzeit bis 2025 und wird mit 2,75 Prozent verzinst. Die zweite Tranche läuft bis 2028 und ist mit einem Zinskupon von 3,375 Prozent versehen. Als Joint Bookrunners fungieren Bank of America, BNP Paribas, Deutsche Bank und HSBC.

Schaeffler zufolge war die Platzierung mehrfach überzeichnet. Mit den Erlösen aus den Anleihen wollen die Herzogenauracher bestehende Verbindlichkeiten frühzeitig refinanzieren. Hierzu sei den Inhabern einer bestehenden, im März 2022 auslaufenden Anleihe über 750 Millionen Euro ein Rückkaufangebot unterbreitet worden. Zusätzlich soll ein Bankkredit über 238 Millionen Euro mit Fälligkeit im Dezember 2022 zurückgezahlt werden. Außerdem ist die vorzeitige Kündigung einer Schaeffler-Anleihe in Höhe von 600 Millionen Euro geplant. „Mit der vollständigen Umsetzung der Transaktion wird das Fälligkeitsprofil verbessert, die nächste größere Fälligkeit steht dann erst im Jahr 2024 an“, kommentiert Schaeffler-CFO Klaus Patzak die Transaktion. 

Cheplapharm mit neuem High Yield Bond

Das Pharmaunternehmen Cheplapharm hat einen neuen High Yield Bond mit einem Volumen über 1 Milliarde Euro und einer Laufzeit bis 2028 platziert. Die Transaktion nach New Yorker Recht umfasst Senior Secured Notes über 575 Millionen Euro, die mit 4,375 Prozent verzinst werden, sowie Senior Secured Notes über 500 Millionen Dollar, die mit 5,5 Prozent verzinst werden. JP Morgan und Deutsche Bank waren als Joint Global Coordinator und Joint Bookrunner dabei, Credit Suisse und HSBC fungierten als Joint Bookrunner. Cheplapharm wurde bei der Transaktion von Latham & Watkins beraten.

Moody’s hat in der vergangenen Woche zudem das Rating von Cheplapharm bei B2 bestätigt. Den Ausblick verschlechtert die Agentur von stabil zu negativ. In der Begründung verweist Moody’s auf eine aggressivere Finanzpolitik von Cheplapharm als ursprünglich angenommen. Das Unternehmen hatte eine neue Transaktion angekündigt, wodurch sich der Betrag der im Jahr 2020 unterzeichneten Übernahmen auf 1,5 Milliarden erhöht.

Compleo nennt Details zum Börsengang

Der Hersteller von E-Ladesäulen Compleo hat die Preisspanne für den geplanten Börsengang festgelegt. 900.000 neue Aktien aus einer Kapitalerhöhung sollen zu einem Preis zwischen 44 und 59 Euro angeboten werden. In der Mitte der Preisspanne würde dem Unternehmen bei vollständiger Platzierung ein Bruttoerlös von rund 46 Millionen Euro zufließen. Darüber hinaus sollen auch bestehende Aktien platziert werden. Nach Abschluss der Transaktion wird die Marktkapitalisierung voraussichtlich zwischen 151 und 202 Millionen Euro liegen.

Mit dem Erlös will das Unternehmen unter anderem das Wachstum in der EU vorantreiben. Die Commerzbank agiert als Sole Global Coordinator und gemeinsam mit der Oddo BHF als Joint Bookrunner.

Weitere Meldungen

Der Dortmunder Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat ein Commercial-Paper-Programm mit einem Emissionsvolumen von bis zu 900 Millionen Euro aufgesetzt. Als Dealerbanken fungieren ING, BayernLB, BNP Paribas, Commerzbank und LBBW. Die ING ist zusätzlich Arrangeur der Transaktion und die BayernLB übernimmt die Funktion der Emissions- und Zahlstelle.

Der Hamburger Logistikinvestor Aves One hat das Volumen einer im Juni dieses Jahres begebenen Anleihe um 20 Millionen Euro auf 50 Millionen Euro aufgestockt. Der Bond wird mit 5,25 Prozent fest verzinst und läuft bis zum 31. Mai 2025. Die Emissionserlöse dienen einerseits der Finanzierung von Akquisitionen und andererseits zur Refinanzierung bestehender Assets.

Mynaric, ein Hersteller von Laserkommunikationstechnologien, hat im Rahmen einer Vorabplatzierung einer Barkapitalerhöhung 52,8 Millionen Euro eingesammelt. Der Vorstand hat daraufhin beschlossen, das Grundkapital durch die Ausgabe von 800.000 neuen Stückaktien zu erhöhen. In einem zweiten Schritt werden den bestehenden Anlegern nun Aktien angeboten. Der Bezugspreis wird bei 66 Euro liegen, das Bezugsverhältnis bei 19 zu 5.

Chargebee, eine Plattform für wiederkehrende Zahlungen und Abonnementverwaltung, hat eine Series-F-Finanzierungsrunde in Höhe von 55 Millionen Dollar (rund 46,8 Millionen Euro) abgeschlossen. Angeführt wurde die Runde von Insight Partners. Auch bestehende Investoren haben sich erneut an Chargebee beteiligt. Mit dem Investment will das Unternehmen seine Produktpalette erweitern. Insgesamt hat Chargebee damit nun 105 Millionen Dollar (89,3 Millionen Euro) an Investments eingesammelt.

Der Werkzeugmaschinenhersteller Joh. Friedrich Behrens hat sich zur Eigenkapitalstärkung Finanzmittel des Landes Schleswig-Holstein gesichert. Wie das Unternehmen mitteilt, hat es eine Zusage eines Konsortiums der Förderinstitute Schleswig-Holstein für ein Darlehen und eine stille Beteiligung in Höhe von 2 Millionen Euro erhalten. Mit den Mitteln will Behrens seine Anleihe 2015/2020 refinanzieren. Die Transaktion steht noch unter der Voraussetzung, dass die stille Beteiligung aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds bewilligt wird. Zudem hat Behrens die Ausgabe einer weiteren Unternehmensanleihe mit einem Emissionsvolumen von bis zu 15 Millionen Euro beschlossen. Die Verzinsung beträgt 7,25 Prozent und die Laufzeit liegt bei fünf Jahren. Die neue Transaktion enthält auch ein Umtauschangebot für einen bestehenden Bond.

Das Schweizer Biotechunternehmen Idorsia plant eine Kapitalerhöhung mit einem Erlös von rund 575 Millionen Schweizer Franken (rund 534,3 Millionen Euro). Dazu sollen bis zu 23,8 Millionen neue Namensaktien ausgegeben werden. Den Erlös will das Unternehmen für den Zulassungsantrag und die Markteinführung eines Schlafmittels verwenden.

Der Immobilienkonzern Immofinanz hat eine Anleihe mit Laufzeit bis 2027 platziert. Das Papier hat ein Volumen von 500 Millionen Euro und wird fix mit 2,5 Prozent verzinst. Mit dem Erlös sollen bestehende Verbindlichkeiten refinanziert werden. Außerdem sollen die Mittel für Wachstumschancen und allgemeine Unternehmenszwecke genutzt werden.

Ratingmeldungen

Standard & Poor’s hat das Rating der Containerreederei Hapag-Lloyd um eine Stufe von B+ auf BB- mit positivem Ausblick angehoben. S&P begründet dies unter anderem mit der Erwartung, dass Hapag Lloyd seine solide Ebitda-Perfomance aus dem vergangenen Jahr auch in 2020 fortsetzen wird.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.