Der Autozulieferer Hella begibt eine neue Anleihe über 500 Millionen Euro.

HELLA

02.09.19
Finanzierungen

Finanzierungen: Hella, Teamviewer, KWS Saat

Hella zapft den Anleihemarkt an, Teamviewer plant einen IPO und KWS Saat wird am Schuldscheinmarkt aktiv – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Hella platziert Bond über 500 Millionen Euro

Der Autozulieferer Hella hat eine Unternehmensanleihe über 500 Millionen Euro platziert. Die Laufzeit des Bonds, der mit 0,5 Prozent verzinst wird, beträgt sieben Jahre. Den Erlös aus der Transaktion will Hella überwiegend zur Refinanzierung der im Januar 2020 auslaufenden 500-Millionen-Euro-Anleihe nutzen.

Das Orderbuch sei mehrfach überzeichnet gewesen, teilte Hella mit. Begleitet wurde die Transaktion von der Deutschen Bank, Commerzbank, LBBW und Unicredit. White & Case hat das Konsortium bei der Transaktion beraten. Moody’s bewertet die neue Anleihe mit einem Rating von Baa1. Vergangene Woche hatte die Ratingagentur den Ausblick für Hella von stabil auf negativ gesenkt.

Teamviewer strebt an Frankfurter Börse

Die Softwarefirma Teamviewer will noch in diesem Jahr den Sprung an die Frankfurter Börse wagen. Das Unternehmen aus Göppingen kündigte eine Notierung im Prime Standard „vorbehaltlich des Kapitalmarktumfelds“ bis Ende dieses Jahres an. Den IPO will der Private-Equity-Investor Permira für einen Teilausstieg nutzen. Das Angebot soll demnach voraussichtlich nur aus Aktien von Permira bestehen, Teamviewer selbst will offenbar keine neuen Aktien ausgeben, wie die Unternehmen mitteilten.

Teamviewer könnte im Zuge des IPOs Experten zufolge mit 4 bis 5 Milliarden Euro bewertet werden. Goldman Sachs und Morgan Stanley fungieren als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners der Transaktion. Die Bank of America Merrill Lynch sowie Barclays wurden als Joint Bookrunners mandatiert. RBC Capital Markets ist Co-Lead Manager. Lilja & Co. berät Teamviewer bei seinem Vorhaben.

KWS Saat platziert Schuldschein über 400 Millionen Euro

Das Pflanzenzüchtungsunternehmen KWS Saat hat ein Schuldscheindarlehen über 400 Millionen Euro begeben. Das Darlehen ist unterteilt in fixe und variable Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren. Die durchschnittliche Verzinsung aller Tranchen beträgt 0,6 Prozent.

Die Erlöse aus der Transaktion will KWS Saat für die Finanzierung allgemeiner Unternehmenszwecke sowie für die Refinanzierung der im Juli abgeschlossenen Übernahme des niederländischen Saatzuchtunternehmens Pop Vriend Seeds verwenden. Die Platzierung wurde von der Commerzbank, der Deutschen Bank, der HSBC sowie der LBBW begleitet.

Weitere Meldungen

Die Stadtwerke Velbert haben einen Kredit über 50 Millionen Euro mit einer Laufzeit von zehn Jahren aufgenommen. Die Transaktion erfolgte über die Fremdkapitalmarkt-Plattform Loanboox. Darlehensgeber war eine überregional tätige Geschäftsbank, wie die Stadtwerke Velbert mitteilten. Zudem enthält die Finanzierung öffentliche Fördermittel der NRW Bank. Mit dem Erlös soll der Glasfaser-Ausbau finanziert werden.

Das Immobilienunternehmen Defama Deutsche Fachmarkt hat die Durchführung einer Kapitalerhöhung um bis zu 520.000 Euro beschlossen. Im Rahmen eines mittelbaren Bezugsrechts werden den Aktionären die neuen Aktien im Verhältnis 15:2 zu einem Preis von 15 Euro je Aktie angeboten. M.M. Warburg & CO begleitet die Transaktion. Die frischen Mittel aus der Transaktion will Defama für Investitionen in Bestandsobjekte und den Erwerb weiterer Immobilien verwenden.

Das Immobilienunternehmen Eyemaxx Real Estate plant eine neue Unternehmensanleihe über 50 Millionen Euro. Der Bond soll eine Laufzeit von fünf Jahren haben und mit 5,5 Prozent verzinst werden. Zudem können Gläubiger der Anleihe 2014/2020 ihre Bonds im Verhältnis 1:1 umtauschen. Bankhaus Lampe begleitet die Transaktion als Sole Global Coordinator und Sole Bookrunner. Den Emissionserlös will Eyemaxx unter anderem zur Refinanzierung von Kapitalmarktverbindlichkeiten verwenden.

Das Systemgastronomieunternehmen The Ash erhält im Rahmen einer Mezzaninefinanzierung Unterstützung von der Beteiligungsgesellschaft VR Equitypartner in Höhe eines einstelligen Millionenbetrags. Das frische Kapital soll dafür genutzt werden, die Wachstumspläne des Fine-Casual-Dining-Konzepts voranzutreiben.  

Das Berliner Energie-Start-up Zolar hat eine Serie-B-Finanzierungsrunde über 10 Millionen Euro abgeschlossen. Als Lead-Investoren agierten die Venture-Capital-Gesellschaft des Agrarhändlers Baywa sowie der tschechische Venture-Capital-Fonds Inven Capital. Auch die Altinvestoren Heartcore Ventures, Statkraft Ventures und Partech beteiligten sich ebenfalls erneut an der Finanzierungsrunde. Baywa wurde bei der Transaktion von Norton Rose Fulbright (Federführung: Sebastian Frech) beraten.

Das Specialty-Pharma-Unternehmen Paion hat eine Vereinbarung mit der US-amerikanischen Investmentfirma Yorkville Advisors Global über eine Wachstumsfinanzierung von bis zu 15 Millionen Euro abgeschlossen. Die Finanzierung soll voraussichtlich in bis zu drei Tranchen in Form einer Wandelschuldverschreibung erfolgen.

Ratingmeldungen

Moody’s hat den Ratingausblick des Autozulieferers Continental von stabil auf negativ gesenkt. Gleichzeitig bestätigt die Agentur das Rating bei Baa1. Die Verschlechterung des Ausblicks reflektiere die derzeit schwierigen Bedingungen für Automobilzulieferer und die daraus resultierende Belastung auf die Gewinne und Finanzkennzahlen, so Moody’s.

Moody’s hat dem Zahlungsdienstleister Wirecard erstmals ein Rating von Baa3 zugeteilt. Der Ausblick ist stabil. In der Begründung verweist Moody’s auf die führende Position Wirecards auf dem Markt der Zahlungsabwickler und auf das große Produktportfolio des Unternehmens. Die Agentur erteilt zudem dem angekündigten Bond über 500 Millionen Euro von Wirecard ebenfalls ein Rating von Baa3.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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