Der Autovermieter Sixt hat zum zweiten Mal die digitale Plattform VC Trade genutzt, um einen Schuldschein zu emittieren.

Liderina/iStock/Thinkstock/Getty Images

08.04.19
Finanzierungen

Finanzierungen: Sixt, Katjes International, VW Immobilien

Sixt nutzt erneut die digitale Schuldscheinplattform VC Trade, Katjes International gibt eine neue Anleihe aus und Volkswagen Immobilien platziert einen Grünen Schuldschein – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Sixt begibt erneut digitalen Schuldschein über VC Trade

Der Autovermieter Sixt hat einen Schuldschein über 350 Millionen Euro platziert. Die Darlehen umfassen Tranchen mit Laufzeiten von fünfeinhalb und sieben Jahren mit jeweils fixer und variabler Verzinsung. Arrangeure der Transaktion waren Helaba, BayernLB und Unicredit. Sixt nutzte zur Begebung des Schuldscheins erneut die digitale Emissionsplattform VC Trade. Erst im August 2018 hatte der Autovermieter über die Plattform einen Darlehen über 200 Millionen Euro platziert.

Katjes International begibt Unternehmensanleihe

Der Süßwarenproduzent Katjes International hat eine neue Unternehmensanleihe mit einem Zielvolumen von 100 Millionen Euro zur Zeichnung angeboten, am Ende aber 110 Millionen Euro eingeworben. Die Zeichnungsfrist wurde am heutigen Montag aufgrund hoher Nachfrage vorzeitig beendet und das neue Papier am unteren Ende der Preisspanne mit einem Kupon von 4,25 Prozent zugeteilt. Der Bond hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Warum Katjes-International-CFO Stephan Milde auf Anleihen setzt, erklärte er vergangene Woche bei FINANCE-TV.

Den Nettoemissionserlös will Katjes zur vorzeitigen vollständigen oder teilweisen Rückzahlung der Anleihe aus dem Jahr 2015  und zur Finanzierung des weiteren Wachstums verwenden. Sole Global Coordinator and Sole Bookrunner der Transaktion ist das Bankhaus Lampe. 

VW Immobilien platziert zweiten Grünen Schuldschein

Volkswagen Immobilien hat einen Grünen Schuldschein emittiert. Das Startvolumen der Transaktion beträgt 50 Millionen Euro und die Platzierung erfolgt über eine digitale Emissionsplattform, wie das Unternehmen mitteilte. Der Grüne Schuldschein ist in Tranchen mit Laufzeiten von fünf, zehn und fünfzehn Jahren unterteilt. Alle Tranchen werden fest verzinst. Als Arrangeure der Emission fungierten ING und LBBW.

Die Erlöse der Transaktion sollen zur Finanzierung geeigneter grüner Projekte verwendet werden. Für das Unternehmen ist es die zweite Transaktion dieser Art. Im Mai 2018 platzierte Volkswagen Immobilien erstmals einen Grünen Schuldschein über insgesamt 107 Millionen Euro. Eigenen Angaben zufolge war die Volkswagen-Tochter damals das erste Immobilienunternehmen, das einen Grünen Schuldschein emittierte.

Weitere Meldungen

Der Kohlenstoffproduzent SGL Carbon hat eine vorrangig, besicherte Anleihe über 250 Millionen Euro platziert. Der Bond hat eine Laufzeit bis 2024 und wird mit 4,625 Prozent verzinst. Den Emissionserlös will das Unternehmen unter anderem zur Vorfinanzierung ihrer bestehenden Wandelanleihe sowie zur vollständigen Rückzahlung eines Darlehens verwenden.

Das Immobilienunternehmen Adler Real Estate hat eine Anleihe über 400 Millionen Euro begeben. Die Laufzeit des Bonds beträgt drei Jahre und der Zinskupon liegt bei 1,5 Prozent. Wie das Unternehmen mitteilte, war der Bond mehr als vierfach überzeichnet. Die Erlöse aus der Emission will Adler Real Estate zur Refinanzierung ausstehender Anleihen und sonstiger Verbindlichkeiten verwenden. J.P Morgan fungierte als alleiniger globaler Koordinator und war gemeinsam mit Morgan Stanley als aktiver Bookrunner für die Transaktion tätig. Als passiver Bookrunner fungierte die Unicredit.

Das Stuttgarter Start-up FinMatch hat das erste Match zwischen Unternehmen und Finanzierungspartner abgeschlossen. Das Bau- und Transportunternehmen Max Wild aus Berkheim hat mittels digitaler Ausschreibung über das Portal rund 11 Millionen Euro erhalten. Von wem die Investition konkret stammt, gibt das Unternehmen nicht bekannt. Die frischen Mittel will Max Wild im Rahmen seiner Expansionsstrategie in ein neues Gebäude am Firmensitz investieren.

Das IT-Service-Unternehmen Datagroup hat einen Schuldschein über 69 Millionen Euro begeben. Das Darlehen gliedert sich in zwei fest sowie zwei variabel verzinsliche Tranchen mit Laufzeiten von fünf und sieben Jahren. Wie Datagroup mitteilte, erfolgte die Zuteilung jeweils am unteren Ende der angebotenen Zinsspannen. Begleitet wurde die Transaktion von BayernLB und LBBW. Für das Unternehmen ist dies bereits die dritte Emission eines Schuldscheins: 2013 wurde erstmalig ein Darlehen über 23,5 Millionen Euro ausgegeben, gefolgt von einer weiteren Emission über 30 Millionen Euro in 2016.

Der Zugbauer Stadler Rail konkretisiert seine IPO-Pläne. Das Schweizer Unternehmen plant den Sprung aufs Parkett voraussichtlich für den 12. April. Die Preisspanne für den Börsengang wurde dabei auf 33 bis 41 Schweizer Franken (rund 29 bis 37 Euro) pro Aktie festgelegt. Dies entspricht einer Unternehmensbewertung von Stadler Rail von rund 3,3 bis zu 4,1 Milliarden Schweizer Franken (rund 2,9 bis 3,7 Milliarden Euro). Im Rahmen der Transaktion sollen ausschließlich Anteile aus dem Besitz des Mehrheitsaktionärs Peter Spuhler angeboten werden. Der Streubesitz läge nach dem IPO bei höchstens 43,4 Prozent.

Das Immobilienunternehmen VIB Vermögen hat ein Schuldscheindarlehen über 42,5 Millionen Euro platziert. Die Emission war überzeichnet, sodass das ursprünglich angestrebte Volumen von 30 Millionen Euro erhöht werden konnte, wie das Unternehmen mitteilte. Die erste Tranche des Schuldscheins beläuft sich auf 18,5 Millionen Euro mit einer Laufzeit von acht Jahren. Die zweite Tranche hat ein Volumen von 24 Millionen Euro und läuft über fünf Jahre. Die durchschnittliche Verzinsung des Schuldscheins liegt bei 1,03 Prozent. Begleitet wurde die Transaktion von der BayernLB und der Kreissparkasse Biberach.

Der Automobilzulieferer Paragon hat die Platzierung seiner Anleihe frühzeitig abgeschlossen. Der Emissionsbetrag wurde auf 35 Millionen Schweizer Franken (rund 31 Millionen Euro) festgelegt. Wie Paragon mitteilte, wird der Bond mit 4 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit von fünf Jahren. Die Helvetische Bank agierte als Lead Manager der Transaktion. Ende Oktober vergangenen Jahres hatte der Autozulieferer die Anleiheemission aufgrund eines schwierigen und volatilen Marktumfelds abgesagt.

HF Private Debt und die Deutsche Bank haben der TTP, eine auf Ingenieurdienstleistungen spezialisierte operative Holding, einen Kredit zur Finanzierung der Übernahme von vier europäischen Engineering-Gesellschaften der dänischen NNE A/S zur Verfügung gestellt. Zudem unterstützen HF Private Debt und die Deutsche Bank das Frankfurter Unternehmen bei der Finanzierung der Barabfindung für einen Squeeze-Out. Shearman & Sterling (Federführung: Matthias Weissinger) hat HF Private Debt und die Deutsche Bank bei der Transaktion beraten. 

Ratingmeldungen

Moody’s hat das Rating von Baa3 des Zuckerproduzenten Südzucker unter Beobachtung für eine mögliche Herabsetzung gestellt. In der Begründung verweist die Ratingagentur auf die Veröffentlichung der Guidance Südzuckers für das Geschäftsjahr 2020 und die Ankündigung, dass der Kupon der Hybridanleihe wahrscheinlich für mindestens ein Jahr ausgesetzt wird. Moody’s erwartet, dass die Profitabilität des Unternehmens und die Kreditkennzahlen in den kommenden zwölf bis achtzehn Monaten noch schwächer sein werden, als bei dem Downgrade des Ratings auf Baa3 im Dezember vergangenen Jahres angenommen.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.