Finanzierungen: Der Leasinganbieter Sixt Leasing hat ein Schuldscheindarlehen über 30 Millionen Euro begeben.

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17.05.16
Finanzierungen

Finanzierungen: Sixt Leasing, MTU Aero Engines, MyBucks

Sixt Leasing hat sein erstes Schuldscheindarlehen platziert, MTU Aero Engines begibt eine Wandelschuldverschreibung über 500 Millionen Euro und MyBucks bereitet den IPO vor – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Sixt Leasing platziert erstmals Schuldscheindarlehen

Die Leasinggesellschaft Sixt Leasing hat ihr erstes Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von 30 Millionen Euro begeben. Der unbesicherte Schuldschein läuft über vier Jahre. Nach Angaben von Sixt liegt die Marge am unteren Ende der Vermarktungsspanne, weitere Details nennt das Unternehmen nicht. Die Emission wurde von der BayernLB arrangiert. Für CFO Björn Waldow ist der Schuldschein ein Jahr nach dem Börsengang ein weiterer Schritt zur Diversifikation der Finanzierungsstruktur. Eine ABS-Struktur ist ebenfalls geplant.

MTU Aero Engines emittiert Wandelschuldverschreibung

Der Triebwerksbauer MTU Aero Engines hat eine Wandelschuldverschreibung über 500 Millionen Euro platziert. Verzinst wird das Papier mit 0,125 Prozent jährlich, die Laufzeit liegt bei sieben Jahren. Der Wandlungspreis wurde bei 124,7701 Euro festgelegt, was einer Prämie von 50 Prozent über dem Referenzkurs entspricht. MTU Aero Engines steht es offen, die Schuldverschreibungen ab 2020 zurückzukaufen, sofern der Aktienkurs mindestens 130 Prozent des dann gültigen Wandlungskurses beträgt oder nur noch 20 Prozent des Gesamtnennwerts der Schuldverschreibung ausstehen. Mit dem Erlös der Emission soll die 2017 fällige Anleihe refinanziert werden. Sole Global Coordinator der Transaktion ist Goldman Sachs, Joint Bookrunner sind Deutsche Bank und UniCredit Bank.

MyBucks nennt Details zum Börsengang

Das Luxemburger Fintech MyBucks, das im digitalen Mikrofinanzgeschäft tätig ist, bereitet seinen Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse für Ende Mai vor. Die 2 Millionen neuen Aktien aus einer Barkapitalerhöhung sollen zu einem Preis zwischen 13,50 und 16,50 Euro angeboten werden. Zudem können bis zu 0,3 Millionen bestehende Aktien im Rahmen einer Mehrzuteilung ausgegeben werden. Basierend auf einem mittleren Platzierungspreis läge der Bruttoemissionserlös dann bei rund 34,5 Millionen Euro. Der IPO wird durch Hauck & Aufhäuser begleitet. Die bisherigen Aktionäre haben sich zu einer Lock-Up-Periode von 18 Monaten verpflichtet, in der keine Aktien veräußert werden.

Aevis Victoria begibt Anleihe über 150 Millionen Franken

Aevis Victoria hat eine Anleihe über 150 Millionen Schweizer Franken platziert. Die Schweizer Beteiligungsgesellschaft investiert in den Gesundheitssektor und Hotels. Der Bond hat eine Laufzeit von fünf Jahren und ist mit einem Kupon von 2,5 Prozent ausgestattet. Mit dem Erlös werden unter anderem die im August fällige Anleihe über 80 Millionen Schweizer Franken sowie Kreditlinien refinanziert. Zudem können damit mögliche Zukäufe finanziert werden. Lead Manager der Transaktion war die UBS.

Anleihedebüt der Stadt Bochum

Die Stadt Bochum hat erstmals eine Anleihe emittiert. Die kommunale Anleihe hat ein Volumen von 115 Millionen Euro und verfügt über einen Kupon von 1 Prozent. Das ursprünglich angestrebte Volumen von 100 Millionen Euro konnte somit übertroffen werden. Die Laufzeit beträgt zehn Jahre. Investiert haben vor allem deutsche Kreditinstitute. Mit der Emission waren die Commerzbank, Deutsche Bank und Helaba beauftragt.

Weitere Finanzierungen

Die Deutsche Rohstoff AG will ihre 2013 begebene Anleihe, die eigentlich bis 2018 laufen sollte, vorzeitig kündigen. Damit will das Unternehmen Finanzierungskosten einsparen. Stattdessen soll eine neue Anleihe begeben werden. Für Altanleger soll ein Umtausch möglich sein. Details sollen bis Mitte Juni feststehen. Die derzeitige Anleihe mit einem Volumen von 51,4 Millionen Euro wird mit einem Kupon von 8 Prozent verzinst.

Wepa Hygieneprodukte hat einen Bond über 450 Millionen Euro begeben. Das Papier hat eine Laufzeit bis 2024 und wird mit 3,75 Prozent verzinst. Die Emission des Bonds wurde von der Deutschen Bank und HSBC begleitet.

Die CCG Cool Chain Group will ihre 2018 fällige Anleihe vorzeitig zurückzahlen. Dafür soll der Rückzahlungsbetrag von 100 auf 113 Euro angehoben werden. Die Anleihe wird mit 8,5 Prozent verzinst und soll nun schon zum 1. Oktober 2016 fällig sein, also zwei Jahre früher als geplant.

Airbus hat eine Anleihe mit einem Gesamtvolumen von 1,5 Milliarden Euro begeben. Die zwei emittierten Tranchen laufen über zehn beziehungsweise 15 Jahre. Das Orderbuch war mit 3,2 Milliarden Euro deutlich überzeichnet.

Das Unternehmen Orderbird, das ein iPad-Kassensystem für die Gastronomie anbietet, hat eine Finanzierungsrunde über 20 Millionen Euro abgeschlossen. An der Serie-C-Finanzierung haben sich Digital+ Partners sowie die Metro Group mit insgesamt 16,5 Millionen Euro beteiligt. Auch der Bestandsinvestor Concardis hat im Rahmen eines Secondary Listings investiert.

Das Diagnostikunternehmen NanoRepro hat eine Kapitalerhöhung angekündigt, in deren Rahmen bis zu 1,7 Millionen neue Aktien ausgegeben werden sollen. Für die Barkapitalerhöhung wurde ein Bezugsverhältnis von 11:4 festgelegt, der Bezugspreis liegt bei 1 Euro je Aktie. Damit beträgt der erwartete Bruttoemissionserlös 1,7 Millionen Euro. Begleitet wird die Transaktion durch die Small & Mid Cap Investmentbank.

Die Münchener Brauerei Giesinger Bräu hat über die Crowdinvesting-Plattform Conda über 744.000 Euro eingeworben. Verzinst wird das bereitgestellte Kapital über sogenannte Genussgutscheine zu 8 Prozent. Die Zinsen werden in Bierzeichen ausgezahlt.

Die Deutsche Fachmarkt AG (Defama) hat eine Kapitalerhöhung mit einem Bruttoemissionserlös von rund 3 Millionen Euro abgeschlossen. Ausgegeben wurden knapp 1 Million neue Aktien zu einem Preis von je 3,33 Euro.

Die Unternehmen EatHappy und EatHappy ToGo haben im Rahmen einer Kapitalerhöhung des Mutterunternehmens FCF Holding eine Wachstumsfinanzierung vom Hamburger Family Office Lennertz & Co. erhalten. Details der Finanzierung sind nicht bekannt. Als Berater hatte FCF das Network Corporate Finance beauftragt. 

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur Moody’s hat die Bonitätsnote von Evonik Industries von Baa2 auf Baa1 angehoben. Der Ausblick ist stabil. Die Ratingverbesserung erfolgt kurz nach Ankündigung des Kaufs des Spezialadditivgeschäfts vom Konkurrenten Air Products. Moody’s rechnet damit, dass der Zukauf das Spezialchemiegeschäft von Evonik stärken und das Geschäftsprofil verbessern wird.

Das Rating von Rudolf Wöhrl, das derzeit bei BB- steht, wurde von der Ratingagentur Euler Hermes auf die Negativ-Watchlist gesetzt. Damit steht eine Überprüfung hinsichtlich einer möglichen Herabstufung der Bonitätsnote an. Grund für die negative Tendenz ist die anhaltende Ertragsschwäche des Unternehmens, so Euler Hermes.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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