Symrise sichert sich durch eine Kapitalerhöhung 400 Millionen Euro – der erste Baustein für die Finanzierung der geplanten Übernahme von ADF/IDF.

Symrise

11.02.19
Finanzierungen

Finanzierungen: Symrise, Gerry Weber, RWE

Symrise sammelt 400 Millionen Euro ein, Gerry Weber sichert sich eine Brückenfinanzierung für die Tochter Hallhuber und RWE kündigt eine Hybridanleihe – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Symrise sammelt 400 Millionen Euro ein

Der Aromenhersteller Symrise hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Im Rahmen eines beschleunigten Book-Building-Verfahrens sind insgesamt rund 5,6 Millionen neue Aktien bei institutionellen Investoren platziert worden. Der Ausgabepreis betrug 71,25 Euro je Aktie. Der erzielte Bruttoerlös über 400 Millionen Euro ist für Symrise der erste Baustein bei der Finanzierung der geplanten Übernahme von ADF/IDF, einem Anbieter von natürlichen Inhaltsstoffen.

BNP Paribas und Unicredit begleiteten die Transaktion als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners. Symrise wurde von Clifford Chance beraten, BNP Paribas und Unicredit von White & Case.

Brückenfinanzierung für Gerry-Weber-Tochter Hallhuber

Hallhuber, eine Tochter des insolventen Modeherstellers Gerry Weber, hat sich eine Brückenfinanzierung über 10 Millionen Euro gesichert. Das frische Kapital dient dazu, den laufenden Geschäftsbetrieb sicherzustellen, wie es in einer Pressemitteilung von vergangener Woche heißt. Zudem erwirbt der Investor für 1 Million Euro primär nachrangige Forderungen von Gerry-Weber-Gesellschaften gegenüber Hallhuber. Um wen es sich bei dem Investor handelt, gab Gerry Weber in der Mitteilung nicht bekannt. FINANCE-Informationen zufolge ist der Geldgeber Robus Capital. Das Investmenthaus kommentierte diese Information nicht.

Im Gegenzug für die Brückenfinanzierung erhält der Finanzinvestor die Option, Hallhuber „nach Erfüllung verschiedener Bedingungen“ übernehmen zu dürfen. Diese würden voraussichtlich im Mai 2019 vorliegen. Gerry Weber hatte vor rund zwei Wochen einen Insolvenzantrag stellen müssen

RWE kündigt Hybridanleihe

Der Energiekonzern RWE hat die im Jahr 2012 begebene Hybridanleihe über 750 Millionen Pfund (rund 853 Millionen Euro) zum ersten möglichen Termin gekündigt. Die Anleihe ist mit einem Kupon von 7 Prozent versehen. Die Rückzahlung erfolgt zum Nominalbetrag, wie RWE mitteilte. Das Unternehmen will das Kündigungsrecht zum 20. März 2019 ausüben. Für die jetzt gekündigte Anleihe werde der Dax-Konzern keine neuen Hybridanleihen zur Refinanzierung aufnehmen, heißt es bei RWE weiter. Der Konzern hat einschließlich des zum März gekündigten Bonds ein ausstehendes Hybridanleihevolumen von rund 2 Milliarden Euro.

Deutsche Bahn begibt Benchmark-Anleihe

Die Deutsche Bahn hat über ihre Konzernfinanzierungsgesellschaft Deutsche Bahn Finance eine Benchmark-Anleihe über 300 Millionen Pfund (rund 340 Millionen Euro) emittiert. Die Anleihe hat eine Laufzeit von sieben Jahren und wird mit einem Kupon von 1,875 Prozent verzinst. Sie wurde überwiegend bei institutionellen Investoren in Großbritannien platziert. Die Emission dient der Deutschen Bahn zur Erhöhung ihrer finanziellen Flexibilität, wie das Unternehmen mitteilte. Der Erlös wird in Euro geswappt. Als Konsortialführer der Transaktion fungierten J.P. Morgan, Natwest Markets und Royal Bank of Canada.

Weitere Meldungen

Windeln.de hat die Durchführung einer Bezugsrechtskapitalerhöhung beschlossen. Bis zu 6,8 Millionen neue Aktien sollen ausgegeben werden, zum Teil im Rahmen eines Bezugsrechtsangebots, zum Teil im Rahmen einer Privatplatzierung. Der Bezugspreis wurde auf 1,48 Euro je Aktie festgelegt. Windeln.de rechnet dadurch mit einem Bruttoerlös im hohen einstelligen Millionenbereich. Die Fintech Group Bank mit ihrer Repräsentanz BankM begleitet die Kapitalerhöhung. Mit den frischen Mitteln will Windeln.de unter anderem Projekte für den angekündigten Wachstumskurs in China realisieren und das Restrukturierungsprogramm abschließen.

Das Berliner Start-up Raisin, das die Festgeld- und Tagesgeldvermittlungsplattform Weltsparen betreibt, hat in einer Series-D-Finanzierungsrunde 100 Millionen Euro eingesammelt. Zu den Investoren zählten dabei Index Ventures, Paypal, Ribbit Capital und Thrive Ventures. Das frische Kapital will Raisin für strategische Übernahmen und die weitere Internationalisierung verwenden.

Der Kassensystemhersteller Vectron Systems hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. 661.199 neue Aktien wurden zu einem Platzierungspreis von 7,60 Euro je Aktie platziert. Tosho Capital, ein Unternehmen, das dem Vectron-Großaktionär und Vorstandsvorsitzenden Thomas Stümmler gehört, hat insgesamt 390.199 Aktien aus der Kapitalerhöhung übernommen. Die Transaktion wurde von der M.M.Warburg begleitet.

Die Investmentgesellschaft Ardian hat dem US-Finanzinvestor Carlyle ein Senior-Finanzierungspaket für die Übernahme der Bonner SER Group bereitgestellt. Die Höhe und weitere Details des Pakets teilten die Unternehmen nicht mit. SER, das derzeit mehr als 550 Mitarbeiter beschäftigt, entwickelt und bietet eine Software für sogenannte Enterprise-Content-Management-Lösungen (ECM) an.

Das Münchener Mobility- und Fintech-Unternehmen Cluno hat in einer Series-B-Finanzierung 28 Millionen Dollar (rund 24,7 Millionen Euro) eingesammelt. Die Runde wurde von dem US-Investor Valar Ventures angeführt. Die bestehenden Investoren Acton Capital Partners und Atlantic Labs beteiligten sich ebenfalls an der Transaktion. Das zusätzliche Kapital will Cluno für die Expansion und zum Ausbau weiterer Technologien nutzen.

Das österreichische Investmentunternehmen PI Solar hat sich im Rahmen einer Kapitalerhöhung mit 19,5 Millionen Euro an dem Münchener Energie- und Solaranlagenanbieter MEP Werke beteiligt. Strasser Capital, die Muttergesellschaft der MEP Werke sowie Pressburg Partners agierten als Lead Arranger der Transaktion.

Das Göttinger Traditionsunternehmen Lünemann hat einen Antrag auf ein Verfahren zur Sanierung in Eigenverwaltung gestellt. Der Geschäftsbetrieb des technischen Fachgroßhandels laufe jedoch uneingeschränkt weiter, teilte Lünemann mit. Unterstützt wird das Unternehmen von der Kanzlei BBL Bernsau Brockdorff.

Die LHG Lebensmittelshandelsgesellschaft hat beim Würzburger Amtsgericht einen Antrag auf vorläufige Eigenverwaltung und Schutzschirmverfahren gestellt, dem bereits stattgegeben wurde. Der Geschäftsbetrieb läuft regulär weiter und ein bereits gestarteter M&A-Prozess soll fortgesetzt werden. Der Prozess wird von Jan Hendrik Groß, Rechtsanwalt und Partner bei Ebner Stolz, begleitet. Die LHG-Tochter Das Futterhaus hat keinen Antrag auf Eröffnung des Schutzschirmverfahrens gestellt und ist von dem Verfahren nicht betroffen.

Ratingmeldungen

Moody’s erwartet trotz der gescheiterten Bahnfusion zwischen Siemens und Alstom keine Verschlechterung des A1-Ratings von Siemens bei stabilem Ausblick. In der Begründung verweist die Ratingagentur auf gute operative Voraussetzungen, die es Siemens ermöglichen, ihre Mobilitätssparte durch zahlreiche weitere strategische Optionen zu verbessern.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.