VNG platziert zum ersten Mal einen grünen Schuldschein.

Eric Kemnitz/VNG

02.03.20
Finanzierungen

Finanzierungen: VNG, Grammer, Compugroup

VNG platziert seinen ersten grünen Schuldschein, Grammer sichert sich einen neuen Konsortialkredit, und die Compugroup refinanziert sich – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

VNG legt erstmals grünen Schuldschein auf

Der Leipziger Gashandelskonzern VNG hat zum ersten Mal in seiner Unternehmensgeschichte einen Green Schuldschein begeben. Das Darlehen hat ein Gesamtvolumen von 100 Millionen Euro und ist in vier Tranchen mit einer jeweiligen Laufzeit von sieben oder zehn Jahren eingeteilt. Der grüne Schuldschein kann ausschließlich für ökologisch nachhaltige Verwendungszwecke genutzt werden.

VNG zufolge sei die Emission deutlich überzeichnet gewesen, weshalb das ursprüngliche Volumen sogar aufgestockt werden konnte. Als Arrangeure der Transaktion fungierten Nord/LB und Unicredit. Zudem wurde die Emission über die digitale, bankenunabhängige Plattform Finpair vermarket. Die auf Nachhaltigkeitsthemen spezialisierte Ratingagentur Imug Rating aus Hannover hatte außerdem eine Nachhaltigkeits-Prüfung der Mittelverwendung durchgeführt.

Grammer schließt neuen Konsortialkredit ab

Der Automobilzulieferer Grammer hat einen neuen Konsortialkredit abgeschlossen. Der syndizierte Kredit besteht dabei aus zwei Tranchen, wie das Amberger Unternehmen vergangene Woche mitteilte. Tranche A verfügt über ein Volumen von 150 Millionen Euro und hat eine Laufzeit von fünf Jahren, die zwei Mal um jeweils ein Jahr verlängert werden kann. Diese Tranche soll der vorzeitigen Refinanzierung sowie Aufstockung des bisherigen Kredits dienen, der Ende Oktober 2020 ausläuft.

Zudem vereinbarte Grammer eine Tranche B, die zur Refinanzierung des noch verbleibenden Restbetrags der Übernahme des amerikanischen Automobilzulieferers Toledo Molding & Die über 80 Millionen Dollar (rund 73,7 Millionen Euro) verwendet werden soll. Die Transaktion wurde als „Club Deal“ im Kreis der Hausbanken von Grammer strukturiert, heißt es in der Mitteilung weiter. Rechtlich wurde Grammer von der Kanzlei Ashurst (Federführung: Carsten Endres und Christiane Bestgen) beraten.

Compugroup vereinbart neue Konsortialfinanzierung

Das Softwareunternehmen Compugroup hat eine Refinanzierung in Höhe von 1 Milliarden Euro abgeschlossen. Das teilte die Kanzlei Freshfields mit, die das Unternehmen bei der Transaktion beraten hat. Die neue Konsortialfinanzierung enthält einen Laufzeitkredit und eine revolvierende Kreditlinie. Sie ist zur Ablösung bestehender Verbindlichkeiten und der Finanzierung von allgemeinen Unternehmenszwecken und Zukäufen gedacht. An der Transaktion waren BNP Paribas, Commerzbank, Deutsche Bank, LBBW, SEB und Unicredit beteiligt. Die Banken wurden von Allen & Overy beraten.

Weitere Meldungen

Das Pharmaunternehmen Biofrontera hat die Ausgabe von zwei qualifiziert nachrangigen Pflichtwandelschuldverschreibungen beschlossen. Ein Bond soll bis 2024 laufen und mit 0,5 Prozent verzinst werden. Der zweite läuft bis 2026 und hat einen Kupon von 1 Prozent. Der Gesamtnennbetrag der Transaktion liegt bei 8 Millionen Euro. Der anfängliche Wandlungspreis beträgt je Aktie 5 Euro bei einem Wandlungsverhältnis von eins zu eins.

Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig, ein Produzent von Motoren- und Getriebeteilen, stockt im Rahmen einer Privatplatzierung bei institutionellen Investoren seine im Dezember vergangenen Jahres begebenen Schuldverschreibungen um bis zu 6,8 Millionen Euro auf bis zu 15 Millionen Euro auf. Die zufließenden Mittel will das Unternehmen dabei vor allem für die Finanzierung weiterer Investitionen im Segment Hybrid- und Elektroantriebe sowie auch zur Stärkung des Working Capital verwenden.

Der Finanzdienstleister Fast Finance24 Holding will seine Freemail- und Vergleichsplattform OK.de an die Börse bringen. Zukünftig plant das Unternehmen internationale Domains zu kaufen und das Geschäft auf die USA und weitere Teile Europas auszuweiten. Weitere Details zum Börsengang sind nicht bekannt. 

Ratingmeldungen

S&P hat das Rating des Touristikkonzerns Tui von BB auf BB- gesenkt. Der Ausblick ist negativ. Hintergrund ist, dass der Ausfall der 737 Max Flugzeuge die Profitabilität und Cashflow-Generierung des Unternehmens belastet.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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