Der Telekommunikationskonzern Telefónica Deutschland hat einen nachhaltigen Kredit abgeschlossen.

O2 / Telefónica Deutschland

23.12.19
Finanzierungen

Finanzierungen: Telefónica Deutschland, R. Stahl, S+B

Telefónica Deutschland setzt auf einen ESG-linked Loan, R. Stahl schließt einen Konsortialkredit ab, und die Milliardärsfamilie Reimann will Jacobs 2020 an die Börse bringen – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Telefónica Deutschland schließt nachhaltigen Kredit ab

Der Telekommunikationskonzern Telefónica Deutschland hat über die Tochtergesellschaft Telefónica Germany GmbH einen Sustainability-linked Loan über 750 Millionen Euro abgeschlossen. Der Zinssatz des Kredits ist dabei an die Erfüllung bestimmter Nachhaltigkeitsziele gekoppelt. Als Messlatte dient das ESG-Rating der Nachhaltigkeitsagentur Sustainalytics.

Die neue Kreditlinie läuft inklusive Verlängerungsoptionen bis Ende 2026 und löst eine im März 2023 auslaufende, bestehende Fazilität in gleicher Höhe vorzeitig ab. BNP Paribas, Commerzbank und Unicredit fungierten als Bookrunner und Mandated Lead Arranger der Transaktion. Unicredit war zudem Sustainability Structuring Agent und Coordinator.

R. Stahl schließt Konsortialkredit ab

Der Explosionsschutzkonzern R. Stahl hat vorzeitig einen neuen Konsortialkreditvertrag abgeschlossen. Dieser umfasst ein Volumen von 70 Millionen Euro und kann um weitere 25 Millionen Euro erhöht werden. Die Laufzeit des Kredits beträgt zunächst drei Jahre mit der Möglichkeit der Verlängerung um bis zu zwei weitere Jahre. Bereitgestellt wird der Kredit von Deutscher Bank, Commerzbank, Unicredit und BNP Paribas. Die Finanzierung löst einen 2015 abgeschlossenen bestehenden Kredit ab.

Schmolz+Bickenbach gelingt Kapitalerhöhung

Der Schweizer Stahlkonzern Schmolz+Bickenbach hat am späten Freitagabend die rettende Kapitalerhöhung unter Dach und Fach gebracht. Dem Unternehmen fließen 325 Millionen Schweizer Franken zu, die unbedingt benötigt werden, um die Insolvenzgefahr zu bannen. Der Vollzug der Kapitalerhöhung war mehrere Wochen lang unsicher, weil sich die beiden dominierenden Großaktionäre nicht über die Bedingungen des Deals einig waren

Der größte Teil der frischen Mittel kommt von der Investmentgesellschaft Big Point, die der Investor Martin Haefner kontrolliert. Sie übernimmt rund 70 Prozent der neuen Aktien. Der russische Industrielle Viktor Vekselberg zeichnete rund 20 Prozent. Damit verändern sich auch die Machtverhältnisse: Haefner baut seine Beteiligung von 17,5 auf 45 Prozent aus, während Vekselbergs Anteil leicht von 27 auf 25 Prozent sinkt. Die Gründerfamilien des Unternehmens klagen nun aber darauf, dass Haefner ein Pflichtangebot an die übrigen Aktionäre abgeben muss. Dies will der Unternehmer bislang vermeiden.

Jacobs soll 2020 an die Börse

Die deutsche Milliardärsfamilie Reimann plant einen IPO für ihr Kaffeegeschäft um Jacobs und die niederländische Marke Douwe Egberts. Die Unternehmen sollen bereits 2020 an die Börse gebracht werden, wie die Reimann-Holding JAB vergangene Woche bekanntgab. Über den genauen Zeitpunkt und das Volumen des IPOs informiert das Unternehmen jedoch noch nicht. Der „Financial Times“ zufolge soll der Börsengang wohl in Amsterdam stattfinden und bis zu 3 Milliarden Euro schwer werden. Vor dem IPO sollen Jacobs Douwe Egberts und die US-Kaffeehauskette Peet’s Coffee noch fusionieren. 

Weitere Meldungen

Der Wohnentwickler Instone Real Estate hat die Neuaufstellung seiner Finanzierungsstruktur abgeschlossen. Dazu hat das Unternehmen neue Kreditvereinbarungen über insgesamt 400 Millionen Euro abgeschlossen. Die Refinanzierung besteht dabei aus drei Komponenten: Einem Konsortialkredit über 200 Millionen Euro mit der Deutschen Bank, wovon derzeit 75 Millionen Euro in Anspruch genommen sind. Zudem platzierte Instone einen Schuldschein über 106 Millionen Euro mit der IKB. Der letzte Bestandteil ist eine syndizierte dreijährige Kreditlinie in Höhe von 84 Millionen Euro, die über die Sparkasse Hannover arrangiert wurde und zwei Mal um jeweils ein Jahr verlängert werden kann. Die Laufzeiten der neuen Kreditverträge liegen zwischen drei und fünf Jahren. Instone will die Investorenbasis weiter diversifizieren. Auch die Begebung von Anleihen schließt das Unternehmen nicht aus.

Nach dem Erhalt der verschiedenen aufsichts- und beihilferechtlichen Genehmigungen sind der NordLB 2,8 Milliarden Euro an frischem Eigenkapital zugeflossen. 1,5 Milliarden Euro stammen vom Land Niedersachsen, knapp 200 Millionen vom Land Sachsen-Anhalt, 1,1 Milliarden Euro stemmt die Sparkassen-Finanzgruppe. Das Land Niedersachsen übernimmt zudem noch Garantien in Höhe von 800 Millionen Euro für zwei Portfolios mit ausfallgefährdeten Krediten. Insgesamt wird das Eigenkapital der NordLB durch diese Maßnahmen um 3,6 Milliarden Euro gestärkt.

Das Mobilitätsunternehmen Goggo Network hat in einer Series-A-Finanzierungsrunde 44 Millionen Euro eingesammelt. Neben Axel Springer Digital Ventures, die bereits an Goggo Networks beteiligt sind, hat auch der japanische Telekommunikationskonzern Softbank in das Start-up investiert. Mit dem frischen Geld will das Unternehmen vor allem in die Märkte Frankreich, Deutschland und Spanien investieren.

Der Modehersteller Ahlers hat einen Konsortialkredit über 42 Millionen Euro abgeschlossen. Das Bankenkonsortium bestand aus Commerzbank, DZ Bank, Sparkasse Herford und der IKB. Geführt wurde es von der Commerzbank Finance & Covered Bond. Rechtlich wurde Ahlers bei der Transaktion von der Kanzlei Beiten Burkhardt (Federführung: Heinrich Meyer und Christoph Schmitt) beraten.

Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig, ein Produzent von Motoren- und Getriebeteilen, hat den Abschluss des Umtauschangebots der Anleihe 2015/2021 bekanntgegeben. Insgesamt sind Schuldverschreibungen im Gesamtvolumen von rund 8,2 Millionen Euro in die neue Anleihe 2019/2025 umgetauscht worden, was einer Umtauschquote von 36 Prozent entspricht, wie das Unternehmen mitteilte.

Das Wohnungsunternehmen Nassauische Heimstätte Wohnstadt hat einen grünen Schuldschein über 80 Millionen Euro begeben. Die Laufzeiten des Darlehens, das über die digitale Plattform VC Trade platziert wurde, betragen zehn, 15 und 20 Jahre. Mit dem Erlös will das Unternehmen den Wohnungsbestand energetisch modernisieren. Zudem wurden Namensschuldverschreibungen mit Laufzeiten von bis zu 30 Jahren emittiert. Damit platzierte das Unternehmen ein Gesamtvolumen von 180 Millionen Euro am Kapitalmarkt, wie es vergangene Woche mitteilte. Arrangiert wurde die Finanzierung von der Helaba.

Das Einzelhandelsunternehmen Globus hat einen Schuldschein prolongiert. Das Volumen ist nicht bekannt. Globus hat den Schuldschein erstmals über die digitale Plattform Finpair platziert und auf arrangierende Banken verzichtet. Dabei konnten nicht nur bestehende, sondern auch neue Investoren gewonnen werden, darunter Förder- und Geschäftsbanken, so Globus. 

Ratingmeldungen

Moody’s hat den Ratingausblick des Industriekonzerns ThyssenKrupp von stabil auf negativ herabgesetzt. Das Rating selbst bestätigte Moody’s bei Ba3. Die Entscheidung reflektiere die derzeit schwächelnde operative Perfomance ThyssenKrupps und den daraus resultierenden negativen Cashflow, so Moody’s.

Ebenfalls auf negativ senkte Moody's den Ausblick für das Rating von Bertelsmann. Der Medienkonzern wird aktuell noch mit Baa1 bewertet. Hintergrund ist, dass Bertelsmann für 675 Millionen US-Dollar die restlichen 25 Prozent an dem Buchverlag Penguin Random House übernommen hat, die bislang noch nicht im Besitz der Gütersloher waren.

Moody’s setzt das Baa3-Rating des Immobilienkonzerns Ado Properties unter Beobachtung für eine mögliche Herabsetzung. Auch den Ratingausblick ändert die Agentur von negativ auf „unter Beobachtung“. Als Begründung verweist Moody’s auf die Ankündigung von Ado Properties, seinen Großaktionär Adler Real Estate übernehmen zu wollen und auf den Erwerb einer Beteiligung an dem Projektentwickler Consus.

Auch der Reisekonzern Tui kassiert von Moody's ein Rating-Downgrade von Ba3 auf Ba2. Damit reagiert die Ratingagentur auf den zweistelligen Gewinneinbruch im abgelaufenen Geschäftsjahr, der auf den Ausfall der Boeing 737-Max-Maschinen zurückzuführen ist. Weil deren Fehlen auch das neue Geschäftsjahr weiter belasten wird, versieht Moody's auch das gesenkte Rating wieder mit einem negativen Ausblick. Nach Dividendenzahlungen werde auch im laufenden Geschäftsjahr der freie Cashflow negativ sein. 

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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