Der Mechatronikkonzern Wittenstein gibt sein Debüt am Schuldscheinmarkt.

Wittenstein

01.04.19
Finanzierungen

Finanzierungen: Wittenstein, VW FS, Strabag

Wittenstein begibt erstmals einen Schuldschein, VW FS zapft den Anleihemarkt an und Strabag schließt eine syndizierte Kreditlinie ab – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Wittenstein platziert Debüt-Schuldschein

Der Mechatronikkonzern Wittenstein hat erstmals einen Schuldschein begeben. Aufgrund der hohen Investorennachfrage wurde das ursprünglich geplante Volumen von 40 Millionen Euro auf insgesamt 82 Millionen Euro erhöht, teilte das Unternehmen mit. Das Darlehen besteht aus zwei Tranchen, die eine Laufzeit von fünf beziehungsweise sieben Jahren haben und am unteren Ende der Vermarktungsspanne der angebotenen Kreditmarge platziert wurden. Die Platzierung erfolgte vorwiegend bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Die LBBW begleitete die Transaktion.

VW FS platziert drei neue Anleihen

Die Volkswagen Financial Services (VW FS) haben drei neue Unternehmensanleihen mit einem Gesamtvolumen von 2,75 Milliarden Euro begeben. Die erste Anleihe über 1,1 Milliarden Euro hat eine Laufzeit von drei Jahren und wird mit 0,625 Prozent verzinst. Die zweite mit 1,5 Prozent verzinste Anleihe läuft 5,5 Jahre und hat ein Volumen von 1 Milliarde Euro. Die dritte Anleihe über 650 Millionen Euro verfügt über eine Laufzeit von 8,5 Jahren und einen Zinskupon von 2,25 Prozent. Ein Bankenkonsortium bestehend aus Citi, Commerzbank, Lloyds, SEB und Société Générale hat die Anleihen vermarktet.

Erst in der vergangenen Woche hatte VW FS über die Volkswagen Leasing eine ABS-Transaktion mit einem Volumen von 1 Milliarde Euro begeben. Im Januar emittierte die Volkswagen Bank Anleihen mit einem Volumen von 2,5 Milliarden Euro. 

Strabag sichert sich neue Kreditlinie

Das österreichische Bauunternehmen Strabag hat eine neue syndizierte Avalkreditlinie über 2 Milliarden Euro sowie einen neuen syndizierten Barkredit über 400 Millionen Euro abgeschlossen. Der neue Kreditrahmen ersetzt die bisher bestehenden Linien und soll der Sicherung verbesserter Konditionen und längerer Laufzeiten dient. BayernLB, Commerzbank, Crédit Agricole CIB, Deutsche Bank, ING, LBBW, RBI, SEB sowie Unicredit haben die Transaktion als Mandated Lead Arrangers und Bookrunners begleitet. Rechtlich wurde Strabag von der Kanzlei Hengeler Mueller (Federführung: Johannes Tieves und Henning Hilke) beraten.

Weitere Meldungen

Der Automobilzulieferer Wagon Automotive hat eine syndizierte Kreditlinie in Höhe von 129 Millionen Euro abgeschlossen. Dabei besteht die Option zur Aufstockung. Die Commerzbank und die Sparkasse Pforzheim Calw haben die Transaktion als Bookrunner und Mandated Lead Arranger begleitet. Der neue besicherte Kreditrahmen soll überwiegend der Finanzierung von Investitionen dienen, teilte Wagon Automotive mit. Hengeler Mueller hat die Commerzbank bei der Finanzierung beraten.

Der französische Energiekonzern EDF hat für den E-Mobilty-Spezialisten Ubitricity eine Series-C-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Dem 2008 in Berlin gegründeten Unternehmen wurden dabei von den bestehenden Anteilseignern Heinz Dürr Invest, EDF und Next47 (Siemens) sowie dem neuen Investor Honda Motor Company insgesamt 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. EDF wurde bei der Transaktion von der Kanzlei Noerr (Federführung: Robert Korndörfer und Christoph Spiering) beraten.

Curasan, ein Hersteller medizinischer Produkte, hat die Ausgabe einer Wandelanleihe über rund 5 Millionen Euro beschlossen. Die Anleihe soll voraussichtlich Ende April dieses Jahres begeben werden, eine Laufzeit von fünf Jahren haben und mit 5 Prozent verzinst werden. Bis zu 4,76 Millionen Stückaktien sollen den Anleihegläubigern zu einem anfänglichen Wandlungspreis in Höhe von 1,05 Euro angeboten werden. Die Teilschuldverschreibungen können die bestehenden Aktionäre im Wege eines prospektfreien öffentlichen Bezugsangebots im Verhältnis 37:1 zu einem Bezugspreis in Höhe von 10 Euro je Teilschuldverschreibung zeichnen.

Der Handel- und Dienstleistungskonzern Otto Group hat ein Rahmenprogramm zur Finanzierung nachhaltiger Anleihen aufgelegt. Durch das sogenannte „Sustainable Finance Framework“ können künftige Emissionen auch von Investoren und Privatanlegern gekauft werden, die gezielt auf zertifizierte Nachhaltigkeitspapiere achten, teilte das Unternehmen mit. Den Erlös aus diesen Anleihen will die Otto Group für den Einkauf von nachhaltiger Baumwolle und Möbeln verwenden.

Der Private-Debt-Fonds Permira Debt finanziert im Rahmen einer "First out/Second out"-Struktur als Senior Secured Lender die Übernahme des Softwareunternehmens Valantic durch den Finanzinvestor Deutsche Private Equity (DPE). Auf Kreditgeberseite ist zudem die Hamburg Commercial Bank als Super Senior Lender vertreten. Die Kanzlei Ashurst hat mehrere Kreditgeber beraten.

Der Schweizer Immobilienfondsmanager Helvetica Property Investors hat eine Kapitalerhöhung des Helvetica Swiss Commercial Immobilienfonds abgeschlossen. Die Transaktion sei deutlich überzeichnet gewesen, teilte das Unternehmen mit. Der Emissionserlös beträgt rund 75 Millionen Schweizer Franken (rund 66,8 Millionen Euro).

Die familiengeführte Beteiligungsholding Nordwest Industrie Group (NWI), die zur Zech Group gehört, prüft die Emission einer Unternehmensanleihe. Die Erlöse will das Unternehmen zur Finanzierung der weiteren Entwicklung verwenden.

Solutiance, ein Anbieter digital basierter Lösungen im Facility Management, hat die Durchführung einer Barkapitalerhöhung unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre beschlossen. Das Grundkapital der Gesellschaft soll um 453.224 Euro auf bis zu 4,98 Millionen Euro erhöht werden. Die Baader Bank begleitet die Transaktion. Den Erlös will Solutiance zur Finanzierung des weiteren Wachstums und insbesondere für die Entwicklung und Markteinführung weiterer digital basierter Lösungen verwenden.

Der Immobilieninvestor Corestate hat mit der IKB eine Projektfinanzierung für ein kürzlich erworbenes Value-Add-Objekt in München abgeschlossen. Das Volumen des Darlehens beträgt 39 Millionen Euro und hat eine Laufzeit von 3 Jahren. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt bei rund 66 Millionen Euro.

Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig, ein Produzent von Motoren- und Getriebeteilen, hat die Aufstockung seiner im Herbst vergangenen Jahres begebenen Anleihe beschlossen. Durch die Begebung weiterer Schuldverschreibungen über bis zu 5 Millionen Euro soll der Bond auf 17,5 Millionen Euro erhöht werden. Begleitet wird die Transaktion von der Quirin Privatbank. Die Laufzeit der Anleihe beträgt sechs Jahre und der Zinskupon liegt bei 6,5 Prozent. 

Ratingmeldungen

Scope hat alle Ratings des Industriegasekonzerns Linde und der Tochtergesellschaft Linde Finance zurückgezogen. Zuletzt lag das Rating bei A+ mit stabilem Ausblick. Scope begründet diese Entscheidung mit der Gründung der neuen Linde Plc, unter der alle Einheiten kombiniert wurden.

Fitch hat dem bayerischen Lebensmittellogistikkonzern Ifco Systems erstmals ein Rating von B+ zugeteilt. Der Ausblick ist stabil. In der Begründung verweist Fitch auf die führende Marktposition des Unternehmens, vor allem im Bereich der „Ready-to-Use Packaging Containers (RPC)“, auf eine stabile Nachfrage der Endprodukte sowie auf ein starkes organisches Wachstum. Im Februar wurde bekanntgegeben, dass Ifco an Triton und eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Abu Dhabi Investment Authority (ADIA) verkauft wird.

Moody’s hat das Rating des Automobilzulieferers ZF Friedrichshafen bei Baa3 bestätigt. Den Ausblick veränderte die Ratingagentur von stabil auf negativ. Moody’s begründet diese Entscheidung mit einer steigenden Verschuldung des Konzerns durch die geplante Übernahme des amerikanisch-belgischen Bremsenherstellers Wabco für 7 Milliarden Euro.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Finanzierungsticker.