Tom Tailor könnte sich bald komplett in chinesischer Hand befinden.

Sabine Skiba/Tom Tailor

22.02.19
Deals

M&A-Deals: Tom Tailor, FMC, Ifco Systems

Tom-Tailor-Großaktionär Fosun will die Bekleidungskette übernehmen, Fresenius Medical Care darf NxStage kaufen und Ifco Systems wird offenbar von Triton übernommen. Die FINANCE-M&A-Deals der Woche.

Tom Tailor erhält Übernahmeangebot von Fosun

Das kriselnde Modehaus Tom Tailor könnte bald dem chinesischen Mischkonzern Fosun gehören. Der Großaktionär hat sich über eine Kapitalerhöhung in Höhe von 8,6 Millionen Euro weitere Anteile an Tom Tailor gesichert und hält nun 35 Prozent. Mit der Anteilserhöhung hat Fosun ein verpflichtendes Übernahmeangebot ausgelöst. Der Konzern bietet den Tom-Tailor-Aktionären 2,26 je Aktie, wie das Hamburger Unternehmen mitteilte. Fosun bewertet das Übernahmeziel demnach mit rund 96 Millionen Euro.

Die Chinesen sind bereits seit 2014 an Tom Tailor beteiligt. Bei der Kapitalerhöhung und dem öffentlichen Übernahmeangebot wurde Fosun von der Wirtschaftskanzlei Noerr (Federführung: Laurenz Wieneke, Julian Schulze De la Cruz) unterstützt.

Fresenius Medical Care darf NxStage übernehmen

Der Dialysekonzern Fresenius Medical Care (FMC) bekommt grünes Licht für die Übernahme des US-Wettbewerbers NxStage Medical. Die US-Kartellbehörde Federal Trade Commission (FTC) hatte am Dienstag dem Milliardendeal zugestimmt. Die Freigabe erfolgt jedoch unter der Bedingung, dass NxStage sein Geschäft mit Blutschlauchsystemen an B. Braun Medical verkauft. Zuletzt hatte der jüngste Haushaltsstreit in den USA die Freigabe der Übernahme weiter verzögert.

Im Sommer 2017 wurde bekannt, dass FMC NxStage für rund 2 Milliarden US-Dollar (rund 1,7 Milliarden Euro) kaufen will. Ursprünglich wurde der Abschluss der Transaktion für Ende 2018 erwartet.

Ifco Systems wird offenbar an Triton verkauft

Der bayerische Lebensmittel-Logistikkonzern Ifco Systems soll offenbar an den Finanzinvestor Triton gehen. Das berichtet die Nachrichtenagentur „Reuters“ und beruft sich dabei auf mit dem Verfahren vertraute Personen. Demnach habe sich Triton in einem Bieterverfahren gegen die Beteiligungsgesellschaften EQT, Pamplona, PAI und Brookfield durchgesetzt.

Der bisherige Eigentümer von Ifco Systems ist der Paletten- und Container-Hersteller Brambles. Im August 2018 gaben die Australier bekannt, dass sie sich von dem Logistik-Unternehmen mit Sitz in Pullach bei München trennen wollen. Finanzkreisen zufolge rechnete Brambles mit Offerten in Höhe von 2,3 bis 2,4 Milliarden Euro.

Edeka übernimmt den Großmarktbetreiber Handelshof

Die Supermarktkette Edeka kauft den Betreiber von Abholgroßmärkten Handelshof für 630 Millionen Euro. Wie die „Lebensmittel Zeitung“ berichtete, übernimmt Edeka rückwirkend zum 1. Januar alle 16 Cash&Carry-Abholmärkte sowie die Verwaltung in Köln. Das Bankhaus Metzler hatte 2018 im Auftrag von Handelshof die Suche nach einem Partner oder Käufer begonnen. Daraufhin hatte Edeka im Herbst zunächst einen Stufenplan zum Einstieg über eine Einkaufskooperation und eine Minderheitsbeteiligung eingereicht.

HNA verkauft erneut Deutsche-Bank-Anteile

Der chinesische Mischkonzern HNA gibt weitere Anteile, die er an der Deutschen Bank hält, ab. Angaben der US-amerikanischen Börsenaufsicht SEC zufolge hat HNA seine Beteiligung von zuletzt 7,64 Prozent auf 6,3 Prozent verringert. Nach dem Einstieg bei der Deutschen Bank im Februar 2017 hatte HNA im Februar 2018 seine einstige 9,9-Prozent-Beteiligung in zwei Schritten auf 8,8 Prozent gesenkt. Zwei Monate später verringerte HNA seine Beteiligung auf 7,9 Prozent und schließlich auf 7,64 Prozent. Im September 2018 wurde bekannt, dass HNA den Komplettausstieg bei der Deutschen Bank plant.

Neben den Anteilsverkäufen bei der Deutschen Bank, will HNA sich offenbar auch von dem Schweizer Flugzeugwartungsunternehmen SR Technics trennen. Dies berichtete das „Handelsblatt“ unter Berufung auf unterrichtete Kreise. HNA kontrolliert aktuell 80 Prozent der Anteile an SR Technics. Dem Bericht zufolge könnte die Beteiligung zwischen 700 Millionen und 1 Milliarde US-Dollar wert sein. HNA habe noch keine endgültige Entscheidung getroffen.

Weitere Meldungen

Der Frankfurter Finanzinvestor Shareholder Value plant die Übernahme des E-Commerce-Unternehmens Intershop. Das geht aus einer Pressemitteilung des Unternehmens hervor. Shareholder Value ist vor knapp drei Jahren bei Intershop eingestiegen und hält als Großaktionär bislang rund 27,8 Prozent der Aktien. Für weitere Anteile bietet der Investor nun einen Kaufpreis von 1,39 Euro je Aktie.

Das Hamburger IT-Beratungsunternehmen Nielsen+Partner wird von Larsen & Toubro Infotech (LTI) übernommen. Dabei handelt es sich um einen Anbieter technischer Beratungsdienste und digitaler Lösungen mit Sitz in Mumbai. Der Kaufpreis beträgt 28 Millionen Euro. LTI wurde bei dem Erwerb von der indischen Sozietät Khaitan & Co. sowie der Wirtschaftskanzlei Eversheds Sutherland (Federführung: Christian Mense) beraten.

Der Finanzinvestor KKR kauft das Medienunternehmen Tele München. Das geht aus einer gemeinsamen Pressemitteilung hervor. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Eigenen Angaben zufolge plant KKR Tele München mit weiteren Zukäufen zur führenden Inhalteplattform auszubauen. Tele München erwirtschaftet mit 1.800 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 520 Millionen Euro. KKR wurde bei der Übernahme von der Kanzlei Hengeler Mueller beraten.

TTP, ein Frankfurter Ingenieurdienstleister für die Prozessindustrie, erwirbt drei Tochterunternehmen der dänischen NNE, ein auf Pharma-Engineering spezialisiertes Unternehmen. Über den Kaufpreis für die in Deutschland, Belgien und in der Schweiz ansässigen Töchter wurde Stillschweigen vereinbart. Der Abschluss der Transaktion wird für Ende März dieses Jahres erwartet.

Eine Investorengruppe um den Investor Olaf Zachert kauft den insolventen Hersteller von Herrenanzügen Regent. Die Übernahme des in Weißenburg in Bayern ansässigen Unternehmens erfolgt rückwirkend zum 1. Februar. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Neuer Geschäftsführer soll Berthold Galonska werden, der schon für Textilunternehmen wie Schießer, Kunert oder Seidenweberei Reutlingen tätig war. Regent hatte im November 2018 Insolvenz angemeldet.

Die Beteiligungsgesellschaft Halder hat im Zuge eine Unternehmensnachfolge die Conen-Gruppe übernommen. Das Unternehmen mit Sitz im rheinland-pfälzischen Morbach ist auf die Ausstattung von Bildungseinrichtungen spezialisiert. Conen beschäftigt eigenen Angaben zufolge 225 Mitarbeiter und erwirtschaftete im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 37 Millionen Euro.

Die DPE Deutsche Private Equity (DPE) übernimmt Valantic, einen Lösungsanbieter für die digitale Transformation. Zum Kaufpreis machte DPE keine Angaben. Valantic beschäftigt eigenen Angaben zufolge rund 800 Mitarbeitern an 20 internationalen Standorten. Im Geschäftsjahr 2018 erwirtschaftete Valantic einen Umsatz von rund 120 Millionen Euro. DPE wurde bei der Transaktion von der Wirtschaftskanzlei Latham & Watkins (Federführung: Burc Hesse) beraten.

andreas.mehring[at]finance-magazin.de

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