Immobiliennunternehmen steht das Wasser bis zum Hals: Golden Gate ist pleite und hat Insolvenz angemeldet.

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02.10.14
Finanzierungen

Mittelstandsanleihen: Golden Gate ist pleite

Der nächste Ausfall einer Mittelstandsanleihe: Die Golden Gate ist insolvent und kann eine 2011 begebene Anleihe nicht mehr zurückzahlen. Geschäftsführer Uwe Rampold zieht die Konsequenzen und verlässt das Unternehmen. Die Nachfolge übernimmt ein ehemaliger CFO.

Der Münchener Immobilienentwickler Golden Gate ist zahlungsunfähig und kann eine im Jahr 2011 begebene Mittelstandsanleihe über 30 Millionen Euro nicht mehr bedienen. Die Anleihe wäre in der kommenden Woche, am 11. Oktober zur Rückzahlung fällig gewesen. Auch die Zinsen in Höhe von 1,95 Millionen Euro kann das Unternehmen nicht zurückzahlen.

Die Insolvenz kommt nicht gänzlich unerwartet, denn FINANCE hatte das Unternehmen schon als Risikokandidaten für den nächsten Ausfall einer Mittelstandsanleihe ausgemacht.  Die für die Rückzahlung der Anleihe erforderlichen Mittel sollten durch die Veräußerungen von Wohnimmobilien und Grundstücken erwirtschaftet werden. Da lag dann wohl letztendlich auch das Problem.

Denn Golden Gate hat es nicht geschafft, Projektentwicklungen von ehemaligen Bundeswehrkrankenhäusern in Leipzig und Amberg rechtzeitig zu veräußern. Man sei an „besonderen rechtlichen und immobilienwirtschaftlichen Herausforderungen“ gescheitert, gibt das Unternehmen an. Die Verhandlungen mit der Öffentlichen Hand, lokalen Projektentwicklern und potentiellen Interessenten werden aber trotz Insolvenz weiterhin fortgesetzt.

Mittelstandsanleihe: Golden Gate ist insolvent

Geschäftsführer Uwe Rampold zog die sofortige Konsequenz aus dem Zahlungsausfall und tritt zurück. Noch im Mai hatte er den Investoren die volle Rückzahlung der Anleihe versprochen, zur Not aus der eigenen Tasche. Die Investoren zweifelten aber. Die anhaltende Unsicherheit ließ den Kurs der Anleihe binnen weniger Wochen 50 Prozent abstürzen. Nach der heutigen Ankündigung fiel sie der Mini-Bond jedoch abermals und liegt nun bei rund 25 Prozent.

Rampolds Nachfolge übernimmt ein alter Bekannter: Der einstige CFO der ehemals IVG Immobilien, Hans Volkert Volckens, übernimmt die Geschäftsführung und Sanierung für Golden Gate. Volckens hatte IVG erst im Mai verlassen.  Mittlerweile ist er geschäftsführender Gesellschafter der Immobilis Trust, einem auf Immobiliengesellschaften spezialisierten Beratungsunternehmen.

Golden Gate wolle nun einen Insolvenzplan erarbeiten, um eine realistische Perspektive für die zuvor genannten Projektentwicklungen zu erarbeiten. Auf dieser Basis soll dann eine finanzielle Restrukturierung entworfen werden. Zudem werde man einen Gläubigerausschuss bestellen, auch wenn dies rechtlich nicht notwendig sei.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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