Rhön Klinikum

27.03.14
Finanzierungen

Moody’s gekündigt: Rhön Klinikum künftig ohne Rating

Das Krankenhausunternehmen Rhön Klinikum löst die Zusammenarbeit mit Moody’s. Nach dem Verkauf der Mehrzahl der Kliniken an Fresenius glaubt Rhön, auch ohne öffentliches Rating attraktive Finanzierungskonditionen zu bekommen – wenn der Konzern denn überhaupt noch externe Mittel braucht.

Die Rhön Kliniken verzichten in Zukunft auf ein öffentliches Rating: Wie das Bad Neustädter Unternehmen mitteilten, sei der langjährige Vertrag mit der Ratingagentur Moody’s zu Ende April gekündigt worden. Rhön glaubt, sich künftig auch ohne öffentliches Rating attraktive Finanzierungskonditionen sichern zu können.

Gleichzeitig hat Rhön den Gläubigern seiner bis 2016 laufenden Unternehmensanleihe im Volumen von 400 Millionen Euro ein Rückkaufangebot gemacht. Bis zum 16. April 2014 können Gläubiger ihre Wertpapieranteile zum Kaufpreis von 106,1 Prozent des Nennwertes zurückgeben. Aktuell notiert der Bond bei 105 Prozent, der Kupon beträgt 3,875 Prozent.

Rhön durch Fresenius-Deal netto entschuldet

Hintergrund der veränderten Finanzierungsstrategie, die der stellvertretende Rhön-CEO und CFO Jens Peter Neumann einschlägt, seien „Kosten-Nutzen-Überlegungen im Nachgang der Transaktion mit Fresenius-Helios.“ Auf dem Weg eines Asset-Deals hatte der Bad Homburger Dax-Konzern Fresenius 43 Krankenhäuser und 15 medizinische Versorgungszentren von Rhön übernommen und den M&A-Deal bereits umfassend finanziert. Zu Rhön gehören nach Abschluss der Transaktion noch acht Kliniken.

Nach dem Eingang des Kaufpreises von über 3 Milliarden Euro dürfte der verbliebene Rhön-Konzern überfinanziert sein: „Basierend auf dem veränderten Finanzprofil, dem stabilen Geschäftsmodell sowie der sehr guten Reputation im Banken- und Kapitalmarkt“ sieht sich der Rhön-Konzern gut in der Lage, etwaige künftige Finanzierungen auch ohne öffentliches Rating zu attraktiven Konditionen umsetzen zu können – sollten diese denn überhaupt nötig sein. Die Neunmonatszahlen von 2013 weisen eine Nettofinanzverschuldung von 735 Millionen Euro bei einer Konzerneigenkapitalquote von über 54 Prozent aus. Durch den Verkauf wird der Konzern in eine beträchtliche Nettofinanzposition kommen. CFO Neumann hat den Aktionären bereits eine üppige Sonderdividende in Aussicht gestellt.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de