Phoenix Solar muss Insolvenz anmelden.

Phoenix Solar

08.12.17
Finanzierungen

Phoenix Solar ist pleite

Das Photovoltaikunternehmen Phoenix Solar ist zahlungsunfähig. Die Insolvenz kommt nicht völlig überraschend – die Geschäftszahlen hatten sich zuletzt dramatisch verschlechtert.

Phoenix Solar muss Insolvenz anmelden. Das hat das Solarunternehmen mit Sitz im bayerischen Sulzemoos in einer Pressemitteilung bekanntgegeben. Der Vorstand um CEO Tim Ryan und CFO Manfred Hochleitner wird im Laufe der kommenden Woche beim zuständigen Amtsgericht München Insolvenz anmelden.

Die Insolvenz wurde dadurch ausgelöst, dass ein unbekannter Kunde der US-Tochter von Phoenix Solar ein projektbezogenes Akkreditiv in Höhe von 8 Millionen US-Dollar gezogen hat. Offenbar gab es im Rahmen eines nicht näher genannten Projekts bestimmte Sicherheiten, die der Kunde nach Absprache erhalten sollte, falls das Projekt nicht finalisiert wird.

Auftrag in den USA löste die Insolvenz bei Phoenix aus

Davon hat der unbekannte Kunde Gebrauch gemacht und die Summe von 8 Millionen US-Dollar von den ebenfalls unbekannten beteiligten Banken gezahlt bekommen, welche diese nun von der deutschen Muttergesellschaft Phoenix Solar als Erstattung einfordern. Das überstieg die finanziellen Möglichkeiten des Unternehmens und führte demnach zur Zahlungsunfähigkeit.

Versuche der Unternehmensführung, mit dem US-Kunden und dem Bankenkonsortium in Deutschland zu einer Lösung zu kommen, blieben laut Phoenix Solar erfolglos. FINANCE-Informationen zufolge ist die Ziehung des Akkreditivs nicht unumstritten. Phoenix Solar war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Phoenix Solar hat fast die Hälfte des Umsatzes eingebüßt

Die Insolvenz kommt so oder so nicht völlig überraschend. Im August gab Phoenix Solar eine Gewinnwarnung heraus. Bei der Vorlage der Neunmonatszahlen vor rund einem Monat hatte das Unternehmen von „Herausforderungen im Liquiditätsmanagement“ gesprochen. Der Umsatz hatte sich auf rund 64 Millionen Euro vom Vorjahreszeitraum aus fast halbiert, der Verlust vor Zinsen und Steuern war um 8,9 Millionen Euro auf 9,3 Millionen Euro deutlich gestiegen. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit lag bei minus 10,3 Millionen Euro.

Das Unternehmen hatte sich dennoch optimistisch gezeigt: Im dritten Quartal unterzeichnete Verträge ließen für 2018 ein deutliches Wachstum erwarten, hieß es.

Phoenix Solar war eines der wenigen verbliebenen bekannten deutschen Unternehmen der Solarbranche, welches noch nicht Insolvenz angemeldet hatte. Im Mai diesen Jahres hatte der Solarzellenhersteller Solarworld Insolvenzantrag gestellt.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de