Solarworld

18.06.13
Finanzierungen

Solarworld präsentiert Rettungsplan

Im zähen Kampf ums Überleben präsentiert der Bonner Solarworld-Konzern einen Etappensieg: Zusammen mit einem Investor aus Katar und einem Großteil der Schuldscheingläubiger hat sich das hoch verschuldete Unternehmen auf wichtige Details der künftigen Finanzierungsstruktur geeinigt. Zünglein an der Waage bleibt jedoch die Restrukturierung der Anleihen.

Im Krimi um die Rettung des einstigen Börsenstars Solarworld steigen die Chancen auf einen erfolgreichen Ausgang. Wie das Bonner Unternehmen am Dienstag mitteilte, haben sich Firmengründer und Großaktionär Frank Asbeck, der katarische Investor Qatar Solar und die Schuldscheingläubiger auf einen Plan zur Restrukturierung der Passivseite geeinigt. Demnach wollen Asbeck und Qatar Solar rund 46 Millionen Euro in die Zukunft von Solarworld investieren. Im Rahmen eines Debt-to-Equity-Swaps sollen die Gläubiger, zu denen nach FINANCE-Informationen maßgeblich der PE-Investor Strategic Value Partners (SVP) zählt, etwa 55 Prozent ihrer Forderungen in neue Aktien tauschen. Den Altaktionären blieben nach dem Plan künftig nur noch 5 Prozent an Solarworld. Nach Informationen von Asbeck wolle Qatar Solar auch die Liquidität von Solarworld mit einer Kreditspritze im Volumen von 50 Millionen Euro aufbessern.

Dem Rettungsplan, der in Grundzügen schon Ende April präsentiert wurde, müssen allerdings noch die Inhaber zweier Unternehmensanleihen und die Altaktionäre zustimmen. Entsprechende Gläubigerversammlungen sind für den 8. und 9. Juli angesetzt. Dafür rührte Asbeck schon einmal kräftig die Werbetrommel: Die Geldgeber erhielten „besichert und nach festem Tilgungsplan etwa 45 Prozent der Schulden zurück“, sagte er. Das liege deutlich über den aktuellen Notierungen der Bonds, die zurzeit bei 28 Prozent (2016) bzw. 31 Prozent (2017) vom Nennwert umgehen. Solarworld will den Angaben zufolge rund 12 Prozent seiner Anleiheschulden als Barkomponente innerhalb der kommenden zwei Jahre ablösen. Für 33 Prozent sollen die Gläubiger eine neue Anleihe mit 5 Jahren Laufzeit erhalten.

Der ehemalige TecDAX-Konzern ist mit rund 950 Millionen Euro verschuldet. Rund 550 Millionen Euro stammen aus den beiden Anleihen, gut 350 Millionen Euro aus einem Schuldscheindarlehen. Hinzu kommen Bankdarlehen. Mit dem Einverständnis der Schuldscheingläubiger ist zumindest der Grundstein für den nächsten, deutlich schwierigeren Schritt der Restrukturierung der Anleihen gelegt. Die Zeit drängt, denn das Unternehmen zehrt seine Liquiditätsreserven auf. Allein im ersten Quartal dieses Jahres reduzierten sich die liquiden Mittel von 224 Millionen auf 181 Millionen Euro. Auch das Eigenkapital schrumpfte weiter – um 35 Millionen Euro auf 82 Millionen Euro.

andreas.knoch[at]finance-magazin.de