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EQT will Hellman & Friedman bei Zooplus ausstechen

Bei der geplanten Übernahme von Zooplus erhält der US-PE-Investor Hellman & Friedman Konkurrenz von EQT. Die Börse setzt auf die Schweden. Foto: LIGHTFIELD STUDIOS - stock.adobe.com

Der Online-Tierbedarfshändler Zooplus, der sich eigentlich von Hellman & Friedman übernehmen lassen will, spricht nun auch mit dem schwedischen Private-Equity-Investor über ein alternatives Gebot. Dies gab das Unternehmen am gestrigen Donnerstagnachmittag über eine Pflichtmitteilung bekannt.

H&F hatte Mitte August ein Übernahmeangebot für Zooplus in Höhe von 390 Euro pro Aktie in Aussicht gestellt. Wichtige Aktionäre, die 17 Prozent des Grundkapitals repräsentieren, sowie das Management hatten diese Offerte befürwortet. Die Vereinbarung sieht eine Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent der Zooplus-Aktien vor.

Wie hoch wird das Übernahmeangebot von EQT?

Doch nun wackelt diese Übereinkunft: Will EQT mit seinem Vorhaben, H&F im Übernahmepoker um Zooplus auszustechen, Erfolg haben, muss das Angebot höher ausfallen. Dass Zooplus sich gezwungen sieht, mit einer Ad-hoc-Mitteilung an die Öffentlichkeit zu gehen, spricht dafür, dass die Gespräche mit EQT Substanz haben und mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit ebenfalls in eine Übernahmeofferte münden dürften.

Dies sehen auch die Investoren so: Die Nachricht über den Eintritt von EQT in den Übernahmeprozess katapultierte die Zooplus-Aktie um rund 10 Prozent nach oben. Mit 423 Euro liegt der Aktienkurs heute deutlich über den 390 Euro, die Hellman & Friedman in Aussicht stellt.

Private Equity soll Finanzkraft von Zooplus stärken

Eigenen Angaben zufolge ist Zooplus die umsatzstärkste Online-Plattform für Heimtierbedarf in Europa – mit zweistelligen Umsatzwachstumsraten. Durch die steigende Zahl der Haushalte, die sich während Lockdown und Pandemie ein Haustier zugelegt haben, könnte das Marktpotential noch größer sein als ursprünglich erwartet.

Doch die interne Finanzkraft von Zooplus ist begrenzt. Ein Blick in die Finanzzahlen des Tierbedarfshändlers verrät: Im ersten Halbjahr 2021 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz in Höhe von fast genau 1 Milliarde Euro (plus 16 Prozent), aber nur einen verhältnismäßig geringen Free Cashflow von 66,1 Millionen Euro. In der Vorjahresperiode standen ein Umsatz von 862,4 Millionen Euro und ein Free Cashflow von 29,6 Millionen Euro zu Buche.

Hellman & Friedman verspricht Zooplus, im Fall einer erfolgreichen Übernahme stark in das Unternehmenswachstum investieren und umfangreiche Finanzmittel bereitstellen zu wollen. Welche Pläne EQT hat, ist noch nicht bekannt.

jan.schuermann[at]finance-magazin.de

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