Zentrale in München-Aschheim: Die Wirecard-Insolvenz wirft viele Fragen auf.

Wirecard

FINANCE+ 13.07.20
Wirtschaft

Der Fall Wirecard

Wirecard hat den größten Bilanzskandal der jüngeren deutschen Geschichte verursacht. Zu lange haben Aufsichtsbehörden die Verdachtsmomente ignoriert. Das rächt sich nun für Banken und Anleger.

Am 25. Juni mündet die dramatische Geschichte von Wirecard in der Insolvenz. Die Tage zuvor müssen sehr angespannt gewesen sein. Im Juni liefen in der Münchener Unternehmenszentrale eilig einberufene Banken-Calls, die Finanzberatung Houlihan Lokey sollte ein „nachhaltiges Finanzierungskonzept“ erarbeiten. Die Vertreter der Geldhäuser verhielten sich einem Beteiligten zufolge „kooperativ“. Bis zum Schluss hofften sie offenbar noch auf eine rettende Lösung, doch dazu kam es nicht mehr.

Auch CFO Alexander von Knoop ist in den Besprechungen anwesend. Der hochgewachsene Wirecard-Finanzer habe sich dabei auffällig ruhig verhalten, ist zu hören. Von Knoop ist bereits seit 2005 bei Wirecard beschäftigt, er startete damals in der internen Revision. Nachdem der langjährige CFO Burkhard Ley den Zahlungsdienstleister im Juli 2017 verlassen hatte, rückte der damals 45-jährige von Knoop nach. Ley blieb dem Konzern als Berater erhalten.

Die Anschuldigungen gegen den Zahlungsdienstleister begleiten den Finanzvorstand seither: Bereits sein Vorgänger Ley kämpfte gegen Shortseller-Attacken, nachdem das Research-Haus Zatarra im Frühjahr 2016 schwere Vorwürfe gegen Wirecard erhoben hatte. Dabei ging es um vermeintliche Geldwäsche, Vertuschungsstrukturen und obskure M&A-Deals – alles Dinge, die nun wieder aufs Tapet kommen. Ex-CFO Ley stand Investoren Rede und Antwort und trotz Warnsignalen gelang es ihm, die Vorwürfe zu entkräften.

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