King

06.11.15
Wirtschaft

M&A-Deals: Apax Partners, Norma, Vattenfall

Der PE-Investor Apax Partners strebt den Exit beim Spieleentwickler King an, der Discounter Norma steigt in den Poker um Kaiser’s Tengelmann ein und der Energiekonzern Vattenfall nimmt das M&A-Angebot von Greenpeace nicht ernst. Die M&A-Deals und M&A-News der Woche finden Sie in unserem FINANCE-Wochenrückblick.

PE-Investor Apax verdient 93x an Candy-Crush-Mutter

Der Spiele-Gigant Activision übernimmt den kleineren Entwickler King Digital, der für den Kassenschlager „Candy Crush“ bekannt ist. Activision zahlt für King 5,9 Milliarden US-Dollar. In diesem Zuge strebt der PE-Investor Apax Partners den Exit beim britischen Computerspielehersteller King an. Bislang hält Apax 45 Prozent an King. Bei einem Verkauf dürfte Apax einen Gewinn erzielen, der dem 93-Fachen des eingesetzten Geldes entspricht.

Norma steigt in Bieterwettstreit um Tengelmann ein

Das Tauziehen um Tengelmann geht weiter: Nun hat einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zufolge auch der Discounter Norma Interesse an einzelnen Filialen der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann. Die habe das Angebot aber bisher ignoriert. Allerdings sei es dem Sondergutachten der Monopolkommission nicht rechtens, ernsthafte Angebote einfach zu übergehen.

Tengelmann hofft noch auf eine Freigabe der Übernahme durch Edeka, die Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel erteilen könnte. In diesem Zuge findet am 16. November eine öffentliche Anhörung statt. Zu dieser will neben anderen Beteiligten auch die Norma-Führung erscheinen, um ihren Standpunkt durchzusetzen.

Vattenfall lehnt Kaufangebot von Greenpeace ab

Möglicherweise wird Greenpeace das Braunkohlegeschäft von Vattenfall doch nicht kaufen können - die Investmentbank Citigroup, die den M&A-Prozess leitet, hat das Kaufangebot wegen mangelnder Ernsthaftigkeit zurückgewiesen, wie die „F.A.Z.“ berichtete. Der Grund: Greenpeace beziehe in den „wahren Wert“ des Geschäfts auch die Folgekosten des Kohleabbaus und komme damit auf mehr als minus 2 Milliarden Euro, heißt es.

Gegen den Ausschluss aus dem M&A-Prozess wehrt sich Greenpeace dem Bericht zufolge allerdings und hat sich an den schwedischen Wirtschaftsminister Mikael Damberg gewandt, der für Vattenfall zuständig ist. Er soll dafür sorgen, dass im Bieterverfahren auch Umweltaspekte berücksichtigt werden.

Katjes vermarktet künftig Wick Hustenbonbons

Der Süßwarenhersteller Katjes Deutschland hat mit Wirkung zum 1. November eine unbefristete Lizenz für Wick Hustenbonbons von Procter & Gamble erworben. Damit vermarktet Katjes die Bonbons künftig in Europa und Russland. Wie viel Katjes sich die Vertriebslizenz kosten lässt, ist nicht bekannt.

Die Marke Wick erzielt jährlich über 1 Milliarde Euro Umsatz. Die betreffende Lizenz bezieht sich jedoch nur auf die Hustenbonbonsparte. Katjes sieht den M&A-Deal als Ergänzung seines Produktportfolios, denn anders als die Bonbon-Eigenmarken seien die Wick-Bonbons weitgehend zuckerfrei, wie das Unternehmen selbst mitteilte.

Springer und Viacom gründen Joint Venture

Der Medienkonzern Axel Springer und Viacom International Media Networks wollen ein Gemeinschaftsunternehmen für die TV-Vermarktung in Deutschland gründen. Es stehe nur noch die Kartellfreigabe aus. Beide Unternehmen bringen die Vermarktung ihrer gesamten TV-Portfolien in das Joint Venture ein.

Um das Gemeinschaftsunternehmen zu gründen, beteiligt sich Viacom mit 49 Prozent an Thads.Media, dem TV-Vermarkter von N24 aus dem Hause Springer. Dabei wird Viacom durch die Kanzlei Morrison & Foerster unter Federführung von Christoph Wagner beraten. Die beiden Partner arbeiten bereits seit März 2014 im Rahmen eines Dienstleistungsvertrags zusammen.

GE Capital: Verkaufsprozess für Factoring-Sparte läuft

Der US-Industriegigant General Electric schrumpft seine Finanzsparte GE Capital. In diesem Rahmen hat GE sein europäisches Flottenleasinggeschäft wie angekündigt an Arval, eine Tochter von BNP Paribas, verkauft. Nun muss sich GE Capital um den Verkauf der verbliebenen deutschen Geschäftsfelder Facoring und Equipment Financing  konzentrieren. FINANCE-Informationen zufolge steht der Verkaufsprozess für die beiden Geschäftsbereiche jedoch noch am Anfang. Als Interessenten kämen möglicherweise ebenfalls BNP Paribas sowie die US-Bank Wells Fargo in Frage.

Weitere M&A-Deals

Der Verkehrstechnikkonzern Vossloh verkauft sein spanisches Lokomotivbaugeschäft Rail Vehicles an das Schweizer Unternehmen Stadler Rail. Der M&A-Deal umfasst eine Barzahlung über 48 Millionen Euro. Außerdem übernimmt Stadler Rail Schulden von Vossloh über rund 124 Millionen Euro. Die kartellrechtliche Freigabe steht noch aus, der Verkauf soll im ersten Quartal 2016 abgeschlossen werden. Der Geschäftsbereich erzielte in den ersten neun Monaten des aktuellen Geschäftsjahres einen Umsatz von 182,4 Millionen Euro.

Das Immobilienunternehmen LEG Immobilien hat eine Vereinbarung unterzeichnet, für rund 600 Millionen Euro ein Wohnungsportfolio von Vonovia zu erwerben. Die Zustimmung des Kartellamts wird für das Frühjahr 2016 erwartet. Beraten wird LEG bei der Transaktion durch die Kanzlei Hengeler Mueller.

Brenntag übernimmt für 440 Millionen US-Dollar (rund 400 Millionen Euro) die beiden US-amerikanischen Schmierstoffdistributeure J.A.M. Distributing Company und G.H. Berlin-Windward. Mit dem Zukauf will sich Brenntag in Nordamerika breiter aufstellen. Die Unternehmen sollen zusammen für 2016 einen Umsatz von 780 Millionen US-Dollar erwirtschaften, das erwartete Ebitda liegt bei rund 50 Millionen US-Dollar. Die Übernahme soll in den kommenden Wochen abgeschlossen werden.

Der PE-Investor One Equity Partners hat das Library Solutions-Geschäft von J.P. Morgan erworben. Die Verkäuferseite hatte die Wirtschaftskanzlei Hengeler Mueller unter Federführung von Thomas Meurer als Berater mandatiert. In diesem Zusammenhang hat One Equity Partners auch das Library Systems-Geschäft von 3M gekauft.

Der Sektkonzern Rotkäppchen erwirbt die italienische Getränkemarke Sprizzero De Martin, die Aperitifs in Dosen umfasst. Der Kaufpreis wurde nicht bekanntgegeben.

Der Vorstand und Aufsichtsrat des Immobilienunternehmens Fair Value REIT empfehlen ihren Aktionären, das Übernahmeangebot der Demire Deutsche Mittelstand Real Estate anzunehmen. Die Kernaktionäre Obotritia Capital Gruppe und Kienzle Vermögensverwaltung haben der Demire wie vereinbart ihre Anteile für rund 2,9 Millionen Euro angedient.

Der Autozulieferer Mahle will seine Industriefiltersparte verkaufen. Das Unternehmen prüft diese Option derzeit. Betroffen wäre vor allem der Unternehmensstandort Öhringen. Eine Entscheidung soll im zweiten Quartal 2016 getroffen werden. Mahle erwartet für das aktuelle Geschäftsjahr einen Umsatz von 11,4 bis 11,6 Milliarden Euro.

Das Beratungs- und Wirtschaftsprüfungsunternehmen Ernst & Young (EY) Schweiz übernimmt das SAP-Beratungsgeschäft von Avenzia. Dazu zählen 20 Mitarbeiter. Details des Deals sind nicht bekannt.

Das norwegische Unternehmen THF hat den Aktionären der IFM Immobilien ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot unterbreitet. Ausgenommen ist der IAFA Global Opportunities SICAV, der etwa 5,18 Prozent an IFM hält und ein Non-Tender Agreement mit THF abgeschlossen hat. Bei der Transaktion wird THF durch die Wirtschaftskanzlei Latham & Watkins unter Federführung von Dirk Kocher beraten.

M-u-t hat sein Direktkundengeschäft im Bereich Laborautomatisierung an die Sarstedt-Gruppe veräußert. Der M&A-Deal umfasst nicht nur das deutsche Geschäft, sondern auch einen Standort in den USA. Der Kaufpreis ist nicht bekannt.

Der PE-Investor Adcuram übernimmt von der Haas Group das gesamte Geschäft mit Bauelementen. Dazu zählen die Geschäftseinheiten Bayerwald Fenster und Türen, Hoco Fenster und Türen sowie Wo&Wo Sonnenlichtdesign. Die Unternehmen erzielen zusammen mit rund 800 Mitarbeitern etwa 100 Millionen Euro Umsatz. Der Deal muss noch von den Kartellbehörden freigegeben werden.

Transgourmet, ein Tochterunternehmen des Schweizer Handelskonzerns Coop, übernimmt den Lebensmittelhändler C+C Pfeiffer, wie das Wirtschaftsblatt.at berichtete. Verkäufer ist die Pfeiffer Handelsgruppe. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. C+C Pfeiffer erzielte im vergangenen Jahr Umsätze in Höhe von 470 Millionen Euro.

Das Beteiligungsunternehmen HQ Life bekommt einen neuen Investor aus Katar: Das Unternehmen KBF Trading & Contracting, das der katarischen Herrscherfamilie Al Thani gehört, will 15 Prozent an HQ Life erwerben. Entsprechende Gespräche sollen zeitnah aufgenommen werden.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

Die wichtigsten Transaktionen der vergangenen Wochen finden Sie im Überblick auf unserer Themenseite M&A-Deals.