Überkapazitäten, zu wenig Kostenfokus: Modehäuser wie Gerry Weber und Tom Tailor haben zu kämpfen.

Grosescu Alberto Mihai/iStock/Getty Images

FINANCE+ 06.09.19
Wirtschaft

Out of Fashion: Die Krise der Modebranche

Von Gerry Weber bis Tom Tailor kämpfen etablierte Modemarken um ihre Zukunft. Welche Perspektiven gibt es noch für die angezählte Branche? Eine Spurensuche.

Soll es der hellblaue Pullover sein? Oder der beige? Während die Kundin zwischen zwei Farben schwankt, steht der Hersteller der Pullis, das Modehaus Tom Tailor, vor größeren Herausforderungen: Die langfristige finanzielle Perspektive ist Anfang September 2019 offen – Tom Tailor hängt an einer bis Mitte September des Jahres laufenden Brückenfinanzierung. Diese stellen Konsortialbanken sowie die chinesische Fosun als Hauptgesellschafterin bereit.

Fosun half bereits im Februar über eine Kapitalerhöhung mit einer Finanzspritze über 8,6 Millionen Euro aus. Weil sie dadurch die 30-Prozent-Schwelle überstieg, folgte ein Übernahmeangebot – 2,31 Euro gab es für eine Tom-Tailor-Aktie, die zu den besten Zeiten 2013 deutlich über 17 Euro notierte. Dennoch dienten viele Aktionäre angesichts der prekären Lage ihre Aktien an – dem Vernehmen nach sogar deutlich mehr, als die Chinesen überhaupt haben wollten. Fosun hält nach dem Angebot 77 Prozent.

Einen starken Ankeraktionär wie Fosun kann Tom Tailor gut gebrauchen, denn die unklare Perspektive sorgt auch bei manchen Großhandelskunden, die in langfristigen Orderzyklen denken, für Fragezeichen, beobachtet CFO Thomas Dressendörfer, der im Juni 2016 zu Tom Tailor kam und nun eine handfeste Finanzierungskrise meistern muss.

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