Fresenius hat seine Joint-Venture-Pläne mit dem russischen Pharmaunternehmen Binnopharm vorerst begraben.

Fresenius

07.11.14
Wirtschaft

Fresenius begräbt russische M&A-Pläne

Fresenius hat das bereits angekündigtes Joint Venture mit einem russischen Pharmaunternehmen abgesagt. Das weitere Eskalieren der Krise hat Fresenius auf dem falschen Fuß erwischt. Seine Marktposition in der Region will der Dax-Konzern weiter stärken.

Der Bad Homburger Gesundheitskonzern Fresenius hat sein für das Tochterunternehmen Fresenius Kabi geplante Joint Venture mit dem russischen Infusionslösungshersteller Binnopharm abgesagt. Gemeinsam mit dem Partner Sistema, der mehrheitlich an Binnopharm beteiligt ist, habe man sich entschlossen, die im April angekündigte Zusammenarbeit nicht weiter zu verfolgen.

Als Grund für den abgeblasenen M&A-Deal führt Fresenius die veränderten politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen in der Region an.

Im April, schon während der akuten Ukraine-Krise, schrieb Fresenius noch, das Joint Venture benötige noch die Freigabe durch die russische Regierungskommission für ausländische Investitionen sowie durch die Kartellbehörden. Diese Punkte seien aber nicht ausschlaggebend für die Absage der Allianz mit Binnopharm gewesen, teilte ein Unternehmenssprecher auf FINANCE-Anfrage mit.

Nun hat der Dax-Konzern im Zusammenhang mit der fortlaufenden Eskalation im Ukraine-Konflikt und den Russland-Sanktionen seine Pläne geändert. Die zeitlichen Rahmenbedingungen, die Fresenius sich mit seinen Partnern gesetzt hatte, waren so nicht mehr realisierbar, weshalb man nun auf das Joint Venture verzichtet habe. Der Deal hätte bis zum Jahresende abgeschlossen werden sollen.

Fresenius: Keine Kosten durch abgeblasenen M&A-Deal

Kosten bringt die Absage des Joint Ventures für Fresenius jedoch wohl nicht mit sich. CFO Stephan Sturm  hat keine Break-up-fees zu befürchten, da Fresenius bei dem Deal keine sonstigen finanziellen Verpflichtungen eingegangen ist. Auch die finanziellen Prognosen für das Finanzjahr 2014 blieben unberührt, teilte ein Konzernsprecher.

Fresenius Kabi ist seit 1994 im russischen Markt tätig und machte dort 2013 einen Umsatz von 73 Millionen US-Dollar. Ursprünglich wollte man sich zu 51 Prozent an Binnopharm beteiligen und die Marktposition in Russland und den GUS-Staaten ausbauen. Russland bleibt für Fresenius offenbar attraktiv. Derzeit prüft der Konzern andere Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit Binnopharm. Wie diese konkret aussehen könnten, konnte Fresenius jedoch noch nicht sagen.

jakob.eich[at]finance-magazin.de