Verfahren gegen Ex-Wirecard Treasurer Thorsten Holten eingestellt

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Die Ermittlungen gegen Thorsten Holten wurden fallengelassen. Foto: laplateresca - stock.adobe.com
Die Ermittlungen gegen Thorsten Holten wurden fallengelassen. Foto: laplateresca - stock.adobe.com

Die Staatsanwaltschaft München I hat die Ermittlungen gegen Thorsten Holten, den ehemaligen Wirecard-Treasurer, eingestellt. Das bestätigte seine Verteidigerin Annette von Stetten gegenüber unserer Schwesterpublikation DerTreasurer. Die Vorwürfe gegen ihn hätten sich „samt und sonders als falsch herausgestellt“. Zuerst berichtete das „Handelsblatt“ über die Einstellung des Verfahrens.

Gegen den ehemaligen Treasurer des Skandalunternehmens war wegen des Verdachts der Beihilfe zum Betrug, der Beihilfe zur Untreue und der Geldwäsche wegen Bargeldauszahlungen an Kunden der Wirecard Bank ermittelt worden. Das Verfahren wurde mit Verfügung vom 10. Juni 2024 auf Grundlage von Paragraf 170 Absatz 2 der Strafprozessordnung eingestellt. Die Staatsanwaltschaft ging also augenscheinlich davon aus, dass ein mögliches Verfahren gegen Holten mit einem Freispruch geendet wäre.

Holten stritt Vorwürfe stets ab

Aus der Sicht der Ermittler sei Holten über die Straftaten im Konzern im Unwissen gelassen worden, berichtet das „Handelsblatt“. Auch Holten selbst bestritt stets, von dem Betrug gewusst zu haben. Über seine Erfahrungen bei Wirecard berichtete Holten bereits im Jahr 2020 im Interview mit unserer Schwesterpublikation DerTreasurer. Zudem zeigen Telegram-Chats von Holten, wie er in der Situation kurz vor der Pleite kommuniziert hat, veröffentlicht bereits 2021 in den Wirecard-Files von FINANCE.

Neben Holten sollen weitere zehn Beschuldigte im Wirecard-Skandal entlastet worden sein. Die Einstellungen kamen für viele Beobachter überraschend. Es sind die ersten im Rahmen des Bilanzskandals.

Andere Wirecard-Verantwortliche müssen sich hingegen noch vor Gericht verantworten. Dem ehemaligen Vorstandschef Markus Braun, Chefbuchhalter Stephan von Erffa und dem ehemals für Wirecard in Dubai tätigen Manager Oliver Bellenhaus drohen bei einer Verurteilung langjährige Haftstrafen.

Unter anderem stehen die drei unter dem Verdacht des bandenmäßigen Betrugs. Sie sollen Milliardenumsätze erfunden haben, die aus sogenannten Drittpartnergeschäften stammen sollten. Während Braun alle Vorwürfe gegen ihn zurückweist, legte Bellenhaus bereits ein umfangreiches Geständnis ab und wurde damit zum Kronzeugen. Von Erffa räumte vor Gericht zwar Fehler ein, wies die Beschuldigungen jedoch im Großteil ab.

Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.

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