M&A-Deals: Axel Springer, Katjes, Henkell Freixenet

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Axel Springer treibt die Expansion in den USA voran. Foto: aquatarkus - stock.adobe.com
Axel Springer treibt die Expansion in den USA voran. Foto: aquatarkus - stock.adobe.com

Axel Springer kauft Bisnow für USA-Expansion

Axel Springer baut die eigene Präsenz in den USA weiter aus. Der Medienkonzern übernimmt das Medien- und Eventunternehmen Bisnow, das sich auf die gewerbliche Immobilienbranche spezialisiert hat. Das Unternehmen mit Hauptsitz in New York bietet Nachrichten, Live-Events und B2B-Lösungen und ist in 47 Märkten aktiv. Die Akquisition erweitert Axel Springers Portfolio im Bereich digitaler Medienmarken und stärkt die B2B-Kompetenzen in den USA. Verkäufer ist die Private-Equity-Gesellschaft The Wicks. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt.

Bisnow wird in die neu formierte Brew Media Group integriert, die das Angebot in den USA weiter ausbauen soll. Ziel ist es, durch organisches Wachstum und gezielte Akquisitionen im Medien- und Eventbereich zu expandieren. Bisnow soll als eigenständiges Unternehmen bestehen bleiben, während die Gruppe markenübergreifende Kooperationen über Events und digitale Produkte erkunden soll.

Beteiligung an Missoni: Katjes mischt sich unter die Luxusmarken

Nach dem Erwerb der Luxusmarke Bogner steigt Katjes International nun auch bei der Fashionmarke Missoni ein. Das Süßwarenunternehmen akquiriert über seine Tochter Katjes Quiet Luxury einen Anteil von 27 Prozent an dem Luxusmodelabel aus Italien. Der Kaufpreis wird mehrheitlich aus eigenen Mitteln finanziert. Zu der Höhe des Kaufpreises machte Katjes jedoch keine Angaben.

Gleichzeitig wird der bisherige Minderheitsgesellschafter FSI, ein italienischer Wachstums-Equity-Fonds, Mehrheitseigentümer von Missoni. Im Zuge der Transaktion sichert sich Katjes eine Call-Option auf weitere Anteile des künftigen Mehrheitseigentümers FSI.

Die Beteiligung ist bereits die zweite im Jahr 2026 und somit ein weiterer Schritt von Katjes in Richtung Luxussegment.

Henkell übernimmt Freixenet komplett

Der spanische Schaumweinproduzent Freixenet ist nun komplett in deutscher Hand. Henkell Freixenet übernimmt die restlichen Anteile des spanischen Unternehmens von der Familie Ferrer und José Luis Bonet und besitzt damit nun alle Anteile. Die Transaktion markiert das Ende einer achtjährigen Partnerschaft, die 2018 mit einem 50/50-Split begann. Die finanziellen Details bleiben vertraulich.

Mit der vollständigen Übernahme von Freixenet plant Henkell Freixenet, seine Position als weltweit führender Schaumweinproduzent weiter auszubauen. Die Übernahme soll die Kontinuität und Identität von Freixenet sichern und die Expansion als internationale Marke beschleunigen. 

Weitere M&A-Deals

Die Trench Group übernimmt Enerlux Power, einen italienischen Hersteller von Kondensatoren und Blindleistungskompensationsanlagen für Nieder- und Mittelspannung. Von dem Deal erhofft sich Trench die eigene Position als Technikanbieter für die Netzinfrastruktur zu stärken. Die Produkte von Enerlux können in Kombination mit den Produkten von Trench in Netzstabilisierungssystemen eingesetzt werden.

Das Pharmaunternehmen Grünenthal übernimmt Grünenthal Meds, das gemeinsame Joint Venture mit Kyowa Kirin. Grünenthal hat den 49-Prozent-Anteil von dem japanischen Konzern erworben. Grünenthal Meds hat ein Portfolio von 170 Millionen Euro mit zwölf Marken in über 60 Märkten. Die Integration umfasst die Übertragung von über 200 Marktzulassungen. Die Übernahme ist ein Teil von Grünenthals langfristiger Wachstumsstrategie, die seit 2017 Akquisitionen im Wert von über 2,3 Milliarden Euro umfasst.

Giesecke+Devrient expandiert in den USA und übernimmt XTec. Das in Miami ansässige Unternehmen ist ein Anbieter von Authentifizierungs- und Sicherheitslösungen, die für den Umgang mit hochsensiblen Daten der US-Regierung zertifiziert sind. Die Akquisition ermöglicht den Münchnern den Zugang zu zentralen US-Regierungsbehörden und erweitert das Angebot an Identitäts- und Authentifizierungsdiensten. XTec wird in das Portfolio von Veridos integriert, einem Joint Venture von Giesecke+Devrient und der Bundesdruckerei.

Der Dienstleister für Gebäude-, Anlagen- und Infrastrukturtechnik Spie kauft Rofa Industrial Automation. Das Übernahmeziel ist ein Anbieter von Lösungen für die Fabrikautomation sowie für die Lager- und Logistikautomation. Rofa beschäftigt rund 1.200 Mitarbeiter bei einem Umsatz von 430 Millionen Euro im Jahr 2025. Spie will mit der Übernahme  die eigene Position im hiesigen Markt für Industriedienstleistungen stärken. Die Kanzlei Latham & Watkins hat Spie bei dem Deal beraten, während Houlihan Lokey aufseiten von Rofa agierte.

Viromed Medical plant, Relyon Plasma zu übernehmen. Das laut eigenen Aussagen führende Unternehmen in der Plasmatechnologie erhofft sich von dem Zukauf, seine technologische Basis zu erweitern und die Wertschöpfungstiefe zu erhöhen. Relyon Plasma ist ebenfalls in der Branche für Plasmatechnologie tätig und entwickelt Geräte zur Oberflächenbehandlung. Die Transaktion, deren Kaufpreis im unteren bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich liegt, soll im zweiten Quartal 2026 abgeschlossen werden. 

Der US-amerikanische Versicherungsmakler Gallagher hat die Übernahme von Krose bekanntgegeben. Das Bremer Unternehmen, gegründet 1920, ist auf gewerbliche Versicherungen und Rückversicherungen spezialisiert und arbeitet mit internationalen Großkunden in Deutschland zusammen. Gallagher plant, die Expertise der Teams in Deutschland zu bündeln, um das Dienstleistungsangebot in Europa zu erweitern. A&O Shearmann begleitete den Deal aufseiten von Gallagher und Latham & Watkins hat die Gesellschafter von Krose beraten.

M&A-Berater-News

Kirkland & Ellis holt sich mit Sebastian Heim einen renommierten M&A– und Private-Equity-Spezialisten ins Haus, der als Partner in die Wirtschaftskanzlei einsteigt. Der Neuzugang wird an den Standorten London und München tätig sein und neben Transaktionen im Private-Equity-Bereich für die Themen Gesellschaftsrecht, M&A sowie Wachstumsfinanzierungen verantwortlich sein. Mit seinem Wechsel verlässt Heim den Mitbewerber Milbank nach 15 Jahren Betriebszugehörigkeit.

Info

Frederic Haupt ist Redakteur bei FINANCE und betreut schwerpunktmäßig die Themen Private-Equity und M&A. Er hat Journalismus und Unternehmenskommunikation an der Media University (ehemals HMKW) studiert. Nach dem Studium hat er sein Volontariat bei F.A.Z. Business Media absolviert und dabei neben FINANCE für weitere Publikationen des Verlags gearbeitet, unter anderem für die Personalwirtschaft und das Wir-Magazin.