Volkswagen-Beteiligung sorgt für Milliarden-Minus bei Porsche SE 

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Die Porsche SE schreibt einen Milliardenbetrag auf Volkswagen ab. Foto: areporter - stock.adobe.com
Die Porsche SE schreibt einen Milliardenbetrag auf Volkswagen ab. Foto: areporter - stock.adobe.com

Die Automobilholding Porsche SE hat den Wert ihrer Volkswagen-Beteiligung drastisch herabgestuft: Das Beteiligungsvehikel der Familien Porsche und Piëch schrieb rund 1,3 Milliarden Euro auf den Autobauer ab. Das gab das Unternehmen am heutigen Mittwochmorgen bekannt. Dadurch fiel im ersten Quartal nach Steuern ein Verlust von rund 923 Millionen Euro an. Schon im Vorjahreszeitraum schlug ein Minus von 1,1 Milliarden Euro zu Buche. 

Die Beteiligung an der Porsche AG bewertete die Familienholding ebenfalls neu, allerdings in die umgekehrte Richtung: Sie setzte den Wert um 39 Millionen Euro höher an.  

Dennoch räumte Hans Dieter Pötsch, Vorstandsvorsitzender der Porsche SE, in einer Mitteilung ein, dass beide Beteiligungsunternehmen „die lange gut funktionierenden Geschäftsmodelle unserer Kernbeteiligungen grundsätzlich auf neue Marktbedingungen“ ausrichten müssten. Er verwies unter anderem auf die laufenden Sparprogramme bei Volkswagen und dem Autobauer Porsche. 

Porsche SE sitzt auf 5 Milliarden Euro Schulden 

Als angepasstes Konzernergebnis nach Steuern meldete die Porsche SE für das erste Quartal einen Gewinn von 382 Millionen Euro, rund 21 Prozent weniger verglichen mit Januar bis März 2025. Für das Gesamtjahr soll das angepasste Konzernergebnis nach Steuern zwischen 1,5 und 3,5 Milliarden Euro liegen. Das Unternehmen teilte mit, dass „mögliche Effekte aus den angekündigten erhöhten Importzöllen für Pkw und Lkw aus der EU in die USA sowie mögliche zukünftige Auswirkungen des Kriegs im Nahen Osten“ darin nicht enthalten seien. 

Die Nettoverschuldung des Unternehmens belief sich Ende März auf rund 5,1 Milliarden Euro. Allerdings setzt sie sich anders zusammen als noch im Dezember 2025, da die Porsche SE im März ein neues Schuldscheindarlehen über 700 Millionen Euro platzierte. Für Ende 2026 rechnet das Unternehmen mit einer Nettoverschuldung zwischen 4,7 und 5,2 Milliarden Euro. 

Raphael Arnold ist Redakteur bei FINANCE. Er studierte in Gießen und Alexandria (Ägypten) Geschichte, Geografie und Arabisch. Schon vor und während des Studiums schrieb er für verschiedene Tageszeitungen. Bei den Nürnberger Nachrichten absolvierte er ein Volontariat und arbeitete im Anschluss in deren Wirtschaftsredaktion. Danach war er über 13 Jahre für den US-Investment News Service OTR Global als Researcher und Projektmanager tätig. Beim Juve Verlag verantwortete er bis Oktober 2024 knapp acht Jahre lang die Österreich-Publikationen.