Finanzierungen: Delivery Hero, Porsche SE, Vincorion

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Delivery Hero hat einen neuen Term Loan B platziert. Foto: ChristianL – stock.adobe.com
Delivery Hero hat einen neuen Term Loan B platziert. Foto: ChristianL – stock.adobe.com

Delivery Hero sichert sich Term Loan B

Delivery Hero hat eine neue besicherte Term-Loan-B-Fazilität über 1,4 Milliarden US-Dollar (rund 1,2 Milliarden Euro) platziert. Die Laufzeit des neuen Darlehens beträgt sechs Jahre. Der jährliche Zinssatz richtet sich nach dem Term Sofr zuzüglich 500 Basispunkten.

Mit dem Erlös sollen am 30. April 2026 fällige Wandelschuldverschreibungen des Lieferdienstes mit einem ausstehenden Nennbetrag von 56 Millionen Euro zurückgezahlt und im Januar 2027 fällige Wandelanleihen in Höhe von 540 Millionen Euro zurückgekauft werden. Was übrig bleibt, fließe in die allgemeine Unternehmensfinanzierung – und möglicherweise in weitere Anleiherückkäufe, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Anfang März hatte Delivery Hero noch 1,5 Milliarden US-Dollar als Volumen für den Term Loan B in Aussicht gestellt. Vor dem Hintergrund erhöhter Marktvolatilität infolge geopolitischer Unsicherheit habe man sich jedoch entschieden, das Volumen der Fazilität auf 1,4 Milliarden US-Dollar zu begrenzen.

JP Morgan führte die Transaktion als Lead Bookrunner; Apollo, First Abu Dhabi Bank, Goldman Sachs, ING, Morgan Stanley, Standard Chartered und Unicredit waren als Joint Bookrunner ebenfalls beteiligt. Rechtlich begleitet wurde Delivery Hero von White & Case, die Banken vertrat Milbank.

Porsche SE platziert einen neuen Schuldschein

Die Porsche Automobil Holding SE (Porsche SE) hat ein neues Schuldscheindarlehen platziert. Der Schuldschein hat ein Volumen von 700 Millionen Euro und läuft fünf Jahre. Die Verzinsung erfolgt variabel und liegt nach Angaben von Porsche am unteren Ende der Vermarktungsspanne. Trotz des aktuell herausfordernden Marktumfeldes infolge der kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahen Osten sei das Zielvolumen für die Finanzierung deutlich übertroffen worden, heißt es von Porsche SE. Die Vermarktung sei dabei sehr selektiv an bestehende Investoren erfolgt. Begleitet wurde die Platzierung von der LBBW.

Mit dem neuen Schuldschein soll eine variabel verzinste Tranche eines im Jahr 2023 platzierten Schuldscheindarlehens zu verbesserten Konditionen vorzeitig abgelöst werden. Fällig wäre die Tranche erst 2028 gewesen. Sie war Teil einer besonderen Emission von Porsche SE: Die Holding hatte vor drei Jahren mit einer Emission über 2,7 Milliarden Euro den größten Schuldschein aller Zeiten am Euromarkt platziert.

Vincorion startet an der Börse

Vincorion, ein Entwickler und Hersteller von Energie- und Mechatroniklösungen für Verteidigungsplattformen und Luftfahrtsysteme, hat in der vergangenen Woche seinen Börsengang abgeschlossen. Das Unternehmen aus Wedel gab im Rahmen des IPO 20,3 Millionen Aktien aus dem Bestand seines Hauptaktionärs Star Capital aus. Im Rahmen eines Basisangebots wurden dabei 17,7 Millionen Aktien angeboten. Hinzu kamen 2,6 Millionen Aktien im Zusammenhang mit einer Mehrzuteilungsoption.

Der Angebotspreis wurde vor dem Gang auf das Börsenparkett auf 17 Euro festgelegt. Daraus ergibt sich unter der Annahme einer vollständigen Ausübung der Mehrzuteilungsoption ein Platzierungsvolumen von 345 Millionen Euro. Im Vorfeld des Börsendebüts hatte Vincorion bereits Aktien im Gegenwert von rund 105 Millionen Euro an Cornerstone-Investoren ausgegeben.

Alle Erlöse aus dem Verkauf der Aktien im Rahmen des Börsengangs fließen dem britischen Finanzinvestor Star Capital zu, Vincorion selbst erhält also kein frisches Kapital. Star Capital soll darüber hinaus weiterhin als Hauptaktionär rund 47,5 Prozent der Vincorion-Aktien halten.

Der Start an die Börse war für das Rüstungsunternehmen durchaus erfolgreich. So lag der erste Kurs der Vincorion-Aktie am ersten Handelstag am vergangenen Freitag bei 19,30 Euro und damit rund 14 Prozent über dem Angebotspreis. Milbank hat Vincorion bei der Erstnotierung rechtlich beraten.

Weitere Finanzierungsmeldungen

Novartis Capital Corporation hat neue Anleihen im Gesamtvolumen von 11 Milliarden US-Dollar platziert. Die Anleihen sind durch die in der Schweiz ansässige Novartis AG garantiert. Der Emissionserlös soll für allgemeine Unternehmenszwecke außerhalb der Schweiz verwendet werden. Unter anderem sollen ausstehende Verbindlichkeiten aus einem Überbrückungskredit über 11 Milliarden US-Dollar zurückgeführt werden. Den Kredit hatte Novartis im Februar aufgenommen. Er diente der Finanzierung der 12 Milliarden US-Dollar schweren Übernahme von Avidity Biosciences, einem in San Diego ansässigen biopharmazeutischen Unternehmen. Das globale Bankenkonsortium bestand aus Citigroup, JP Morgan, BNP Paribas, Deutsche Bank und Mizuho, die jeweils auch Kreditgeber im Rahmen des Überbrückungskredits waren, sowie Bofa, HSBC, Société Générale und UBS. Linklaters hat das Bankenkonsortium bei der Emission beraten.

Kion hat eine neue Unternehmensanleihe in Höhe von 500 Millionen Euro platziert. Die neue Anleihe des Herstellers von Flurförderzeugen läuft bis 2031 und wird mit jährlich 4,125 Prozent verzinst. Bei den Investoren ist die Emission nach Angaben von Kion auf großes Interesse gestoßen. Die Erlöse aus der Anleihe sollen nun zur Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten im Kurzfristmiet- und Leasinggeschäft genutzt werden, um so zukünftiges Wachstum zu schaffen.

Das Berliner Fintech Upvest hat 125 Millionen US-Dollar (rund 108 Millionen Euro) eingesammelt. 90 Millionen US-Dollar stammen aus einer Finanzierungsrunde, die von Sapphire Ventures und Tencent angeführt wurde. Zudem beteiligten sich bestehende Investoren wie Bessemer Venture Partners und Blackrock. Darüber hinaus steht das Unternehmen nach eigenen Angaben vor dem Abschluss einer Kreditfazilität in Höhe von 35 Millionen US-Dollar. Upvest stellt anderen Fintechs, Banken und Vermögensverwaltern eine API-basierte Infrastruktur für ihr Wertpapiergeschäft bereit. Über die Software hinaus bietet Upvest durchgängige Handels-, Verwahrungs- und Backoffice-Dienstleistungen an.

Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.