Tennet Germany mit Hybrid-Debüt
Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet Germany hat erstmals eine Hybridanleihe emittiert. Der Bond hat ein Volumen von 2,6 Milliarden Euro, das sich auf zwei Tranchen verteilt. Die erste ist 1,2 Milliarden Euro schwer und trägt einen Kupon von 4,25 Prozent. Die erste Call-Option für Tennet besteht nach 5,25 Jahren. Die zweite Tranche über 1,4 Milliarden Euro hat einen Kupon 4,75 Prozent und kann erstmals nach 8,5 Jahren von Tennet zurückgezahlt werden.
Wie bereits bei dem Senior-Bond-Debüt von Tennet vor knapp zwei Monaten handelt es sich um eine grüne Anleihe gemäß des relativ jungen und als besonders streng geltenden EU-Green-Bond-Standards. Das Orderbuch war in der Spitze etwa 5,4-fach überzeichnet. Laut Unternehmensangaben handelt es sich um die bislang größte Corporate-Hybridanleihe eines DACH-basierten Utility-Unternehmens sowie die bislang größte Corporate-Hybridemission im EuGB-Format.
Deutz stellt Konzernfinanzierung neu auf
Im Zuge der Übernahme des Rüstungsunternehmens FFG (Kaufpreis: 1,6 Milliarden Euro) hat Deutz seine Konzernfinanzierung neu aufgesetzt. Wie CFO Oliver Neu im Gespräch mit der „Börsen-Zeitung“ mitteilte, besteht diese nach dem Closing aus drei Säulen. Dazu zählen zwei endfällige Term Loans über insgesamt 1,25 Milliarden Euro, eine revolvierende Kreditlinie (RCF) über 600 Millionen Euro sowie Avallinien in Höhe von 750 Millionen Euro. Mit den beiden Term Loans finanziert Deutz die FFG-Übernahme, die RCF dient dem operativen Geschäft und die Avale benötigt das Unternehmen zur Absicherung von Anzahlungen.
VW Credit Canada platziert neue Anleihe
Die kanadische Finanzierungstochter von Volkswagen, VW Credit Canada, hat eine Anleihe in Höhe von 750 Millionen kanadischen Dollar (rund 465 Millionen Euro) platziert. Garantiert wird die Anleihe von der Volkswagen-Muttergesellschaft.
Die erste Tranche der Anleihe hat ein Volumen von 400 Millionen kanadischen Dollar (rund 248 Millionen Euro) mit einem halbjährigen Kupon von 3,95 Prozent und einer Laufzeit von drei Jahren. Die zweite Tranche über 350 Millionen kanadische Dollar (217 Millionen Euro) wird 2031 fällig und trägt einen halbjährigen Kupon von 4,33 Prozent.
Die Transaktion ist Teil des 30 Milliarden Euro schweren Debt-Issuance-Programms der Volkswagen-Gruppe, über das der Konzern regelmäßig Fremdkapital an internationalen Kapitalmärkten aufnimmt. Als Konsortialbanken fungierten CIBC World Markets, Scotia Capital und TD Securities. Die Papiere gingen an institutionelle Investoren. Clifford Chance und Norton Rose Fulbright berieten Volkswagen bei der Emission.
Tonies refinanziert seine revolvierende Kreditlinie
Der Spielzeughersteller Tonies hat seine revolvierende Konsortialkreditlinie refinanziert. Das Volumen beläuft sich auf 150 Millionen Euro bei einer Laufzeit von drei Jahren mit zwei Verlängerungsoptionen um jeweils ein Jahr.
Das 2013 in Düsseldorf gegründete Unternehmen löst mit der neuen, höher dotierten Kreditlinie den alten Kontrakt ab. Insgesamt beteiligten sich fünf Banken an der Finanzierung, wobei die Commerzbank als federführende Konsortialbank fungierte.
Das Bankenkonsortium wurde von Clifford Chance beraten.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Unternimmt der Panzerbauer KNDS einen neuen Anlauf für seine Börsenambitionen? Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg könnte das deutsch-französische Unternehmen bereits in der zweiten Septemberhälfte an die Börse gehen. Der Zeitplan hänge allerdings stark von den nun anstehenden Investorengesprächen ab. Je nach Ausgang bleibe auch ein Börsengang Anfang 2027 eine Option, schreibt Bloomberg. KNDS hatte seine IPO-Pläne Anfang Juli aufgrund ungünstiger Marktbedingungen verschoben.
Auch der Autozulieferer Mahle soll an einem Börsengang arbeiten. Bei den Stuttgartern geht es laut Bloomberg um das Indien-Geschäft, das rund 450 Millionen Euro an Jahresumsatz abwirft. Ein IPO könnte Mahle dem Bericht zufolge rund 300 bis 400 Millionen US-Dollar einbringen.
Der Lkw- und Bushersteller Daimler Truck hat den Teilverkauf seiner japanischen Archion-Beteiligung abgeschlossen. Die Transaktion wurde im Zuge einer Sekundärplatzierung („secondary offering“) abgeschlossen, der Anteil von Daimler Truck an Archion reduzierte sich dabei wie geplant auf 25 Prozent. Durch den Verkauf der Anteile flossen den Stuttgartern rund 600 Millionen Euro zu. An Archion ist auch Toyota beteiligt.
Das Münchener Aquakulturunternehmen Oceanloop hat sich eine neue Finanzierung gesichert. Die Mittel umfassen neue Eigenkapitalzusagen des Blue Revolution Fund von Hatch Blue und von Stolt Ventures sowie eine Venture-Debt-Kreditlinie der Europäischen Investitionsbank in Höhe von 32 Millionen Euro. Insgesamt stehen Oceanloop bis zu 38,5 Millionen Euro für den Ausbau seiner landbasierten Aquakulturtechnologie zur Verfügung.
Rating-Meldungen
Moody’s hat das Rating „Baa2“ von RWE bestätigt, der Ausblick ist stabil.
Philipp Hafner ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Vor FINANCE arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.
