Mit ihm verliert die Wirtschaftsprüferbranche einen ihrer Gründungsväter und prägenden Persönlichkeiten. Eckart Ebner, Mitgründer der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Ebner Stolz (heute RSM Ebner Stolz), ist am 3. September im Alter von 87 Jahren in Stuttgart gestorben. Er starb zehn Tage vor seinem 88. Geburtstag eines natürlichen Todes, wie RSM Ebner Stolz mitteilte.
Ebner wurde am 13. September 1938 im badischen Oberkirch geboren. Nach einem Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Mannheim kam er nach Stuttgart, wo er zunächst bei Schitag, einer Vorläufergesellschaft von EY, als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater arbeitete. 1974 machte sich Ebner mit einer eigenen Kanzlei als Einzelpraxis in Stuttgart selbstständig. Er hatte damals lediglich eine Assistentin.
Früher Fokus auf den Mittelstand
Zwei Jahre später tat sich Ebner mit dem Rechtsanwalt und Steuerberater Hansjörg Stolz zusammen. Sie gründeten die Sozietät Ebner, Stolz & Partner. Sie setzten dabei früh auf die Prüfung und Beratung mittelständischer Unternehmen. Dieser Fokus wurde zu einem Markenzeichen der Kanzlei. Unter seiner Prägung entstand ein partnerschaftlich geführtes Beratungshaus, das sich insbesondere durch seine enge Vernetzung mit Stuttgarter Banken, Anwaltskanzleien und mittelständischen Unternehmen in der Region einen Namen machte.
Laut dem Sprecher der Partnerschaft von RSM Ebner Stolz, Holger Jenzen, war Ebners Ansatz geprägt von einer ganzheitlichen Beratung. Er ging proaktiv auf die Mandanten zu und verstand, dass die Mittelständler einen Kümmerer brauchen. Initiative und Kümmern – diese Einstellung präge das Unternehmen bis heute, sagt Jenzen.
„So eine Ausstrahlung, so ein Charme“
Für Jenzen war Ebner ein „Vorbild für den Umgang mit Menschen“. Er beschreibt ihn als Menschenfreund. Die erste Begegnung mit ihm im Jahr 1993 hat ihn nachhaltig geprägt: „Mein erstes kurzes Treffen mit Eckart Ebner hat mich so beeindruckt. So eine Ausstrahlung, so ein Charme, so eine Menschlichkeit.“
Die über Jahre gewachsenen Beziehungen zum Mittelstand legten den Grundstein für das Wachstum von Ebner, Stolz & Partner zu einer der zehn größten deutschen Prüfungs- und Beratungsgesellschaften. In den Siebzigerjahren wurde die Partnerriege auf weitere Personen vergrößert. 2009 fusionierte die Kanzlei mit Mönning & Partner aus Hamburg sowie der Kölner Kanzlei BFJM Bachem Fervers Janßen Mehrhoff. Erst firmierte die Gesellschaft unter dem Namen Ebner Stolz Mönning Bachem, ab 2013 unter dem Namen Ebner Stolz.
Rückzug aus der Partnerschaft 1996
Die Fusion 2009 begleitete Ebner schon nicht mehr als aktiver Partner, denn er entschied sich bereits 1996 für einen Rückzug aus der Partnerschaft. Dennoch blieb er dem Unternehmen Zeit seines Lebens eng verbunden, wie RSM Ebner Stolz mitteilt. Bis zu seinem Tod lebte Ebner in Stuttgart. 2023 trat Ebner Stolz RSM, einem internationalen Netzwerk eigenständiger Beratungs- und Prüfungsgesellschaften, bei. Seitdem agiert es unter diesem Namen. RSM Ebner Stolz erwirtschaftete 2025 nach eigenen Angaben einen Umsatz von 535 Millionen Euro mit rund 3.000 Mitarbeitern. RSM Ebner Stolz ist als eine der Next Seven vor dem Prüfungshaus BDO die fünftgrößte Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deutschlands.