Investor Fosun: BHF-Bank soll Brücke nach China werden

BHF-Bank

04.04.14
Banking & Berater

Investor Fosun: BHF-Bank soll Brücke nach China werden

Der chinesische Investor Fosun sieht sich als Warren Buffett aus dem Reich der Mitte. Die BHF-Bank soll sich für deutsche Unternehmen zu einer Brücke nach China entwickeln. Die Firmen erhalten offenbar einen potenziellen Partner für Corporate-Finance-Themen.

Der chinesische Investor Fosun sieht für die Frankfurter BHF-Bank großes Wachstumspotential in China. „Die BHF-Bank kann mit unserer Hilfe zu einer Brücke für deutsche und chinesische Unternehmer gleichermaßen werden“, sagte Guo Guangchang, Chairman der chinesischen Beteiligungsgesellschaft Fosun, gegenüber der F.A.Z.. Der Finanzinvestor hatte sich an dem vor einigen Tagen abgeschlossenen Kauf der BHF-Bank durch den PE-Investor RHJ International beteiligt und hält nun einen Anteil von 19,2 Prozent an der ehemaligen Tochter der Deutschen Bank.

Guo sieht sich gegenüber größeren internationalen Banken im Vorteil: „Wir kennen „uns in der chinesischen Industrie und auf dem chinesischen Markt bestens aus. […] Wir haben ein tiefes Verständnis von China und verfügen zudem über eine globale Reichweite.“ Zudem könne sich die BHF-Bank stärker auf einen einzelnen Kunden konzentrieren als größere Wettbewerber.

Fosun will die BHF-Bank weiterentwickeln. „Die BHF-Bank ist das Herzstück unseres Investments“, sagt Guo. „Allein darum geht es.“ Fosun verfolgt dabei eigenen Angaben zufolge eine Investmentstrategie, die der des US-Investors Warren Buffett und seinem Beteiligungsunternehmen Berkshire Hathaway ähnelt.

BHF-Bank: Neuer Partner für Corporate Finance in China

Unternehmen haben mit dieser Ankündigung wohl nun einen weiteren Partner, auf den sie bei ihren Investitionen in China zurückgreifen können, zur Auswahl. Für immer mehr deutsche Firmen wird das Reich der Mitte zu einem der wichtigsten Wachstumsmärkte. Nach Prognosen der HSBC Trinkaus wird China bis zum Jahr 2030 Frankreich als wichtigsten Handelspartner Deutschlands ablösen.

Den Unternehmen dürfte dabei die weitere Internationalisierung des Renminbi helfen. Mit der neuen Renminbi-Clearingstelle, die in der Mainmetropole Frankfurt entstehen soll, ergeben sich für deutsche CFOs und Treasurer erhebliche Vorteile. Der Zahlungsverkehr wird erleichtert und es ist durchaus möglich, dass Offshore-Renminbi-Anleihen demnächst auch in der Eurozone begeben werden können. Zudem kann der Renminbi seit einigen Tagen zum US-Dollar um 2 Prozent täglich, und damit doppelt so stark wie bisher, nach oben oder nach unten schwanken.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de