Heinrich Hecht/NORDLB

06.12.17
Banking & Berater

NordLB lagert Kreditrisiken aus

Die Norddeutsche Landesbank platziert Kreditrisiken bei institutionellen Investoren. Zum ersten Mal verbrieft die Bank dabei auch Risiken aus Schiffskrediten. An deren Abbau arbeitet das Institut intensiv.

Die NordLB reduziert die eigenen Kreditrisiken: Die Landesbank hat ein Multi-Asset-Kreditportfolio aufgelegt und die Ausfallrisiken verbrieft. Die Kredite selbst wurden im Rahmen der Transaktion nicht verkauft, Vertragspartner der Kreditnehmer bleibt die Bank. Eine Tranche der verbrieften Ausfallrisiken platzierte die Bank bei dem Investor Christofferson, Robb & Co..

Es handelt sich dabei um die Mezzanine-Tranche, wie ein Sprecher der Bank gegenüber FINANCE erklärte. Das bedeutet, dass die NordLB selbst die ersten Kreditausfälle aus dem Portfolio tragen würde. Sollten die Ausfälle einen bestimmten Schwellenwert überschreiten, so übernimmt der Investor einen Teil der Verluste. Über die Konditionen der Transaktion, also auch über den Zins den der Investor für die Übernahme der Risiken erhält, haben die Beteiligten Stillschweigen vereinbart. Die NordLB trat bei der Transaktion als Lead Arranger auf. Caplantic Alternative Assets, ein Joint Venture von NordLB, Talanx und Bankhaus Lampe, unterstützte bei der Strukturierung und Platzierung.

Das Institut kann durch die Transaktion nach eigenen Angaben die Risikoaktiva um 3,7 Milliarden Euro senken. Das habe einen positiven Effekt auf die harte Kernkapitalquote. Die NordLB rechnet damit, dass diese bis zum Jahresende auf 12 Prozent ansteigen wird. Zum Ende September 2017 lag sie bei rund 11,5 Prozent. Auch nach vollständiger Anwendung der bis 2019 umzusetzenden Basel-III-Regeln stieg die Quote auf 11,2 Prozent.

NordLB verbrieft Schiffskredite über 1 Milliarde Euro

Das Kreditportfolio, für das der Investor teilweise die Ausfallrisiken übernimmt, besteht aus rund 4.300 Krediten, die ein Gesamtvolumen von 10,1 Milliarden Euro haben. Laut Angabe der Landesbank bilden die zugrunde liegenden Kredite einen Querschnitt durch das Geschäftsmodell des Instituts. Sie stammen aus den Bereichen Erneuerbare Energien , Infrastruktur, Flugzeuge und Deutscher Mittelstand.

Die NordLB hat 2014 bereits eine ähnliche Kreditportfoliotransaktion abgeschlossen und im Mai 2017 einen zusätzliche Tranche bei institutionellen Investoren platziert.

Bei dem aktuellen Deal enthält das Kreditportfolio zum ersten Mal auch Schiffsfinanzierungen. Die Kredite haben ein Volumen von rund 1 Milliarde Euro. Laut Angaben der NordLB handelt es sich damit um die größte am Markt platzierte Verbriefung von Schiffskrediten in der jüngeren Vergangenheit.

NordLB baut Schiffskredite schneller ab als geplant

Wie andere Schiffsfinanzierer hat die Krise der Schiffsbranche die NordLB hart getroffen. 2016 bescherte sie der Bank einen Milliardenverlust. Nach den ersten neun Monaten dieses Jahres konnte die Bank Ende November wieder ein positives Ergebnis vor Steuern verzeichnen, das Plus lag bei 326 Millionen Euro.

Beim Abbau des Schiffskreditportfolios kommt die Bank voran, hat aber später als andere Institute auf die Krise reagiert: Das ursprünglich 18 Milliarden Euro schwere Portfolio sollte bis Ende des Jahres 2018 auf 12 bis 14 Milliarden Euro sinken. Das Ziel hat die Bank bereits jetzt erreicht: Das Schiffskreditportfolio belief sich zum Ende September auf 13,3 Milliarden Euro und soll bis Jahresende auf unter 13 Milliarden Euro sinken.

Mittelfristig soll es ein Volumen von rund 10 Milliarden Euro haben. Den Anteil der notleidenden Kredite (Non Performing Loans, kurz NPL) will die Bank in der Schiffsfinanzierung von derzeit 9,1 Milliarden Euro bis Ende 2019 auf 5 Milliarden Euro senken.

Im Sommer hatte das Institut einen geplanten Verkauf von einem Schiffskreditportfolio über 1,3 Milliarden Euro an den Private-Equity-Investor KKR platzen lassen. Die NordLB könne bei der aktuellen Marktlage Schiffskredite besser einzeln als im Paket verkaufen, erklärte damals ein Sprecher der Landesbank.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de