Vorstandsvorsitzender René Parmantier verlässt die Oddo Seydler Bank mit sofortiger Wirkung.

Oddo Seydler Bank

03.07.20
Banking & Berater

René Parmantier verlässt Oddo Seydler Bank sofort

Erst platzte der Verkauf von Oddo Seydler – nun legt der Chef, René Parmantier, sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder. Sein Nachfolger wird ein bekannter Top Manager der Oddo BHF.

Nach der gescheiterten Übernahme der Oddo Seydler Bank durch Rolf Elgeti gibt es nun personelle Konsequenzen: Der Vorstandsvorsitzende René Parmantier verlässt die Oddo Seydler Bank mit sofortiger Wirkung. „Grund sind unterschiedliche Auffassungen mit dem Eigentümer, der Oddo BHF, über die künftige Strategie und Ausrichtung der Oddo Seydler Bank“, heißt es seitens des Geldhauses.

Dennoch soll Parmantier, der seit 2002 bei der Bank arbeitete, der Brokerage-Tochter der deutsch-französischen Oddo BHF weiter beratend zur Verfügung stehen. Parmantier war etliche Jahre eine entscheidende Figur bei Seydler, auch wegen seines persönlichen Netzwerks. Seydler beschäftigt laut Angaben der Mutter 60 Mitarbeiter und verfügt über eine Bilanzsumme von rund 22 Millionen Euro.

„Ich danke René Parmantier ausdrücklich für die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren“, kommentierte Philippe Oddo, geschäftsführender Gesellschafter und Vorstandsvorsitzender der Oddo BHF den Weggang. „Seine langjährigen Kontakte zu deutschen Unternehmen sind für Oddo BHF ein wichtiges Asset.“ Parmantier habe vor allem den Eintritt in den deutschen Markt vorangetrieben, nachdem Oddo BHF das Institut 2014 übernommen hat.

Oddo Seydler sagte Ende Juni Übernahme ab

Ursprünglich wollte Oddo BHF die Tochter Oddo Seydler an die private Beteiligungsgesellschaft Obotritia Capital, hinter der der Finanzinvestor Rolf Elgeti steht, verkaufen. Parmantier sollte weiterhin Chef bleiben, Elgeti wollte 25 Prozent der Anteile an ihn weiterreichen. Das Frankfurter Bankhaus, das nach Angaben von Oddo BHF 150 Designated-Sponsor-Mandate betreut und auf Finanzierungslösungen für den deutschen Mittelstand spezialisiert ist, sollte dann unter Seydler Bank firmieren.

Doch dann platzt der Deal – laut den Parteien wegen des Coronavirus. Das „Manager-Magazin“ berichtete hingegen unter Berufung auf mit der Sache vertraute Kreise, dass die Verkaufspläne wegen Bedenken der Bafin gescheitert seien.

Christophe Tadié wird neue Seydler-Chef

Die Frage, wie es weitergeht und ob Seydler weiterhin immer noch Teil der Oddo BHF bleibt, war daraufhin offen. Es hieß lediglich, dass man an „neuen strategischen Optionen“ arbeite. Doch hier scheint es nun mit René Parmantier zu unterschiedlichen Meinungen gekommen zu sein.

Einen Nachfolger gibt es bereits: Für den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden kommt der 49-jährige Christophe Tadié. Er leitet seit 2019 den Bereich Corporates & Markets, wo auch das Corporate-Finance-Geschäft angesiedelt ist. Zuvor war er CFO bei der Bank. Tadié folgte damals auf Markus Beumer, der Oddo BHF Richtung Hypovereinsbank verlassen hatte.

sarah.backhaus[at]finance-magazin.de