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EY kauft Consulting-Wettbewerber IFB

EY hat den Wettbewerber IFB übernommen. Foto: MOZCO Mat Szymański - stock.adobe.com
EY hat den Wettbewerber IFB übernommen. Foto: MOZCO Mat Szymański - stock.adobe.com

Die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY hat den Konkurrenten IFB übernommen. Von der Akquisition der in Grünwald beheimateten Consulting-Firma verspricht sich EY insbesondere die Stärkung seines technologiegestützten Dienstleistungsangebots in den Bereich Finance, Risikotransformation und Compliance.

IFB bietet seit mehr als 30 Jahren technologieunterstützte Transformationsdienst­leistungen in den Bereichen Accounting, Controlling, Regulierung, Risikomanagement und Compliance an, mit Fokus auf die Finanzdienstleistungsbranche. IFB ist zudem langjähriger globaler SAP-Partner – davon will EY bei SAP-Transformationsprojekten profitieren.

Neufirmierung unter EY IFB

Im Zuge der Übernahme werden mehr als 400 IFB-Mitarbeiter (inklusive Partnern) in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Polen, den Niederlanden, den USA, Kanada und Kolumbien Teil von EY. Das Unternehmen firmiert bereits unter dem neuen Namen EY IFB. Zu den finanziellen Konditionen der Transaktion wurden keine Angaben gemacht.

Laut Omar Ali, EY EMEIA Financial Services Regional Managing Partner, werde das IFB-Team damit Teil des schnell wachsenden, europäischen Financial Services Technologie-Consulting von EY, das in diesem Jahr um fast 40 Prozent gewachsen sei.

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Noch nie war der Wettbewerb zwischen KPMG, PwC, Deloitte und EY so hart wie jetzt. Wer schnappt sich die lukrativsten Mandate, wer wächst am stärksten und wer hat die beste Strategie?

Die beiden Firmen kennen sich schon: „Bereits seit längerem besteht zwischen unseren Firmen eine etablierte Partnerschaft, von denen bereits heute einige unserer Mandanten profitieren“, so Robert Melnyk, EY-Partner und Leiter Consulting Financial Services in Deutschland. Gemeinsam könne man Finanzdienstleister besser zu komplexen, großen und digitalen Transformationsprojekten beraten.

Aufspaltung von EY noch nicht in trockenen Tüchern

Dass die beiden Firmen schon länger zusammenarbeiten, dürfte die Integration erleichtern. Ein möglichst reibungsloser Verlauf der IFB-Übernahme käme EY gerade jetzt durchaus entgegen: Das Unternehmen befindet sich noch mitten in der Entscheidungsphase darüber, ob es in ein separates Prüf- und Beratungsgeschäft aufgespalten werden soll. Den entsprechenden Vorschlag hatte die Konzernführung im September den weltweit insgesamt 13.000 EY-Partnern zur Abstimmung vorgelegt.

Ursprünglich sollte diese Abstimmung Anfang 2023 abgeschlossen sein. Wie die „Financial Times“ Mitte November berichtete, könnte sich dieser Zeitplan jedoch als zu optimistisch erweisen. Vor allem bei den britischen und US-amerikanischen Partnern sei demnach mit einer Verzögerung des Votums zu rechnen.

Von einer Aufspaltung sollen laut EY sowohl die Beratungs- als auch die Wirtschaftsprüfungseinheit profitieren, da es künftig keine Interessenskonflikte mehr gäbe. Die Übernahme der IFB zahlt dabei auf das Beratergeschäft von EY ein, das im Zuge der Aufspaltung an die Börse gebracht werden soll. In Deutschland setzte das Big-Four-Haus 2021 mit dem Consulting 336 Millionen Euro um, Strategy & Transactions brachte 370 Millionen Euro ein. Aktuellere Zahlen dürfte EY demnächst vorlegen.

Philipp Hafner ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Vor FINANCE arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.