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N26 hat Compliance-Ärger in Italien

Nach Deutschland bekommt N26 nun auch von Italiens Finanzaufsicht Einschränkungen auferlegt. Foto: Ascannio/stock.adobe.com
Nach Deutschland bekommt N26 nun auch von Italiens Finanzaufsicht Einschränkungen auferlegt. Foto: Ascannio/stock.adobe.com

Keine guten Nachrichten für N26: Nun nimmt auch Italiens Finanzaufsicht die Neobank an die kurze Leine. Die Italiener haben gegen N26 bis auf Weiteres einen Neukundenstopp verhängt, wie das Fintech am Montag mitteilte. Die italienischen Aufseher hatten N26 im vergangenen Jahr überprüft und dabei offenbar Compliance-Mängel festgestellt, die denen ähneln, die auch die deutsche Bafin schon lange moniert. Nun fordert die italienische Zentralbank von dem Berliner Fintech Nachbesserungen an der Geldwäscheprävention für den italienischen Markt.

Auch die Bafin beobachtet N26 kritisch

Das Gleiche ist N26 auch schon in Deutschland geschehen, wo das Fintech seit Oktober nach einer Auflage der Bafin europaweit nur noch höchstens 50.000 neue Kunden pro Monat onboarden darf. Diese Auflage kam nicht überraschend, hatte die Bafin dem Fintech wegen Schwächen in der Geldwäscheprävention doch schon einen Sonderprüfer ins Haus geschickt und später einen Bußgeldbescheid über 4,25 Millionen erlassen. Die Prüfer sahen in dem starken Wachstum der Neobank einen Auslöser für Mängel „insbesondere im Risikomanagement in den Bereichen Informationstechnologie und Auslagerungsmanagement“.

N26 will die kritisierten Mängel sowohl in Deutschland als auch in Italien so schnell wie möglich abstellen, dürfte damit aber eine Weile beschäftigt sein, wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Insider berichtet. Je länger die Auflagen anhalten, desto mehr Boden droht N26 gegenüber anderen Neobanken zu verlieren, die mit ähnlich günstigen Produkten um die gleichen Kunden werben – allerdings ohne den Rucksack behördlicher Auflagen.

CFO-Profil

Dr. Jan Kemper

N26 Bank GmbH

Ärger mit Bafin verzögert Börsenpläne von N26

Die Probleme in Italien schwächen auch die Börsenstory des Fintechs weiter. Die Berliner werden schon länger als Kandidat für einen Börsengang gehandelt und haben im Juli vergangenen Jahres mit Jan Kemper einen CFO mit IPO-Erfahrung an Bord geholt. Jedoch ist schwer vorstellbar, dass N26 einen IPO-Prozess startet, solange die Compliance-Probleme nicht gelöst sind. Die Ankündigung von Mitgründer Maximilian Tayenthal von vor einem Jahr, wonach die Onlinebank bis Ende 2021 strukturell für einen Börsengang bereit sein werde, hat sich nicht erfüllt.

In Geldnöte dürften die Berliner deshalb jedoch vorerst nicht geraten. Im Oktober hatte die Neobank in ihrer bisher größten privaten Finanzierungsrunde 780 Millionen Euro eingesammelt und in diesem Zuge eine Bewertung von 7,7 Milliarden Euro erreicht.

thomas.holzamer[at]finance-magazin.de

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Thomas Holzamer ist Redakteur bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Banken-Sektor, speziell das Firmenkundengeschäft. Er hat Politikwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Vor FINANCE arbeitete Thomas Holzamer mehr als 12 Jahre in den Redaktionen der Mediengruppe Offenbach-Post, zunächst als verantwortlicher Redakteur für Sonderpublikationen, später im Lokalen.

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