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N26-CFO Jan Kemper bekommt Verstärkung

N26 holt David Reinecke als neuen Corporate-Finance-Chef von der ProSieben-Tochter Red Arrow Studios International. Foto: Postmodern Studio/stock.adobe.com

Rund ein halbes Jahr ist es her, seit Jan Kemper als CFO bei der Onlinebank N26 angeheuert hat. Nun holt er einen alten Weggefährten aus seiner Zeit bei ProSiebenSat.1. mit an Bord. Via Linkedin teilte Kemper den Wechsel von David Reinecke zu N26 mit.

Reinecke ist aktuell CFO und Managing Director der ProSiebenSat1.-Tochter Red Arrow Studios International und soll ab April als neuer Corporate-Finance-Chef bei N26 einsteigen. In dieser Rolle berichtet er an CFO Jan Kemper. Er wird in den kommenden Jahren für die Teams aus den Bereichen Corporate Treasury, M&A und Investor Relations verantwortlich sein und deren weiteren Ausbau begleiten, teilt N26 auf FINANCE-Anfrage mit.

Reinecke und Kemper kennen sich von ProSiebenSat.1

Reinecke und Kemper kennen sich aus der Zeit, als Kemper von 2017 bis 2019 noch CFO von ProSiebenSat.1 war. Damals war Reinecke unter anderem am Verkauf der Nucom-Beteiligung von ProSiebenSat.1 an den Investor General Atlantic beteiligt – jene 25,1-Prozent-Beteiligung, die Kemper als damaliger CFO des Medienriesen eingefädelt hatte. Nach gerade einmal zwei Jahren verließ Kemper das Unternehmen aber wieder und heuerte bei der Online-Reiseplattform Omio an, bevor er im Juli 2021 zu N26 wechselte.

David Reinecke war im April 2018 als CFO zu Red Arrow gekommen, im Januar 2019 wurde er zum Managing Director ernannt. Vor seinem Einstieg bei der ProSieben-Tochter war der studierte Betriebwirt zunächst bei der Credit Suisse und später Vizepräsident im Bereich Investment Banking/M&A bei Morgan Stanley und Leiter des Frankfurter Büros der US-Bank. Für beide Geldhäuser hat auch sein künftiger Chef Kemper in der Vergangenheit gearbeitet. Reineckes Nachfolger als Chef der Red Arrow Studios International stehe noch nicht fest, heißt es von der ProSieben-Tochter.

Die Verstärkung durch David Reinecke kann Kemper bei N26 gut gebrauchen. Mit dem baldigen Weggang der bisherigen COO Adrienne Gormley, die das Fintech im April verlassen wird, soll CFO Kemper künftig deren Aufgaben übernehmen und in einer Doppelrolle als Finanzchef und Chief Operating Officer agieren, wie die Neobank Ende Januar mitgeteilt hatte. Die zusätzlichen Aufgaben dürften Kemper, der N26 gerade durch unruhiges Fahrwasser steuern muss, noch zusätzlich belasten.

CFO-Profil

Dr. Jan Kemper

N26 Bank GmbH

N26 kämpft schon lange mit Problemen

So kämpft N26 derzeit gleich an mehreren Fronten mit Problemen. Nachdem das Fintech zuletzt den Rückzug aus den USA und Großbritannien antreten musste, war es im vergangenen Jahr zudem in den Fokus der Finanzaufsicht gerückt. Die Bafin hatte den Berlinern im Juni wegen der verspäteten Abgabe von Verdachtsmeldungen bei der Geldwäschekontrolle ein Bußgeld von 4,5 Millionen Euro auferlegt und die Bank zur Verbesserung ihrer Kontrollen verpflichtet. Vor wenigen Tagen wurde außerdem bekannt, dass die Staatsanwaltschaft gegen vier Verantwortliche von N26 ermittelt.

Auch die Zahlen für das Geschäftsjahr 2020, die N26 Mitte Januar veröffentlicht hat, waren hinter den Erwartung zurückgeblieben. So verzeichnete die Neobank mit 110 Millionen Euro zwar einen leichten Zuwachs bei den Erträgen (2019: 94 Millionen). Doch der Verlust summierte sich auf knapp 151 Millionen Euro, zuvor hatte die Bank von 110 Millionen Euro Verlust gesprochen.

Zugleich hat die Neobank mit Timo Meyer einen neuen Leiter des Personalbereichs mit an Bord geholt. Zuvor hatte Meyer das US-Geschäft der Bank verantwortet. Mehr dazu erfahren Sie bei der Personalwirtschaft – unserer Schwesterpublikation für den Beruf HR.

thomas.holzamer[at]finance-magazin.de

thomas.holzamer@finance-magazin.de | + posts

Thomas Holzamer ist Redakteur bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Banken-Sektor, speziell das Firmenkundengeschäft. Er hat Politikwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Vor FINANCE arbeitete Thomas Holzamer mehr als 12 Jahre in den Redaktionen der Mediengruppe Offenbach-Post, zunächst als verantwortlicher Redakteur für Sonderpublikationen, später im Lokalen.

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