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Auch Morgan Stanley verlegt wohl EU-Wertpapierhandel nach Frankfurt

Frankfurter Skyline: Die US-Bank Morgan Stanley will mit ihrem EU-Wertpapierhandel offenbar nach Frankfurt am Main umziehen. 200 Banker könnten nach Hessen wechseln.
J. Eich/Frankfurt Business Media

Die nächste große Bank verlagert aufgrund des Brexit einen Teil ihres Europa-Geschäfts nach Frankfurt. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, will das US-Geldhaus Morgan Stanley seine Zentrale für den Wertpapierhandel in der Europäischen Union (EU) von London in die hessische Metropole verlegen.

Durch den Umzug des Wertpapiergeschäfts würden 200 Stellen nach Frankfurt wandern, zitiert Bloomberg einen Insider. Aus dem Asset Management will Morgan Stanley 100 Stellen nach Dublin verlegen.

Mit der Entscheidung Morgan Stanleys kristallisiert sich Frankfurt immer mehr zur favorisierten Alternative für internationale Banken heraus, die derzeit ihren Sitz in London haben. Neben Frankfurt gelten Paris, Amsterdam und Dublin als favorisierte Standorte.

Auch Goldman und Standard Chartered ziehen nach Frankfurt

Bisher haben sich einige Schwergewichte für die Main-Metropole entschieden. So will auch die Citigroup ihren EU-Wertpapierhandel wohl nach Hessen verlegen. Die Deutsche Bank erwägt, einen Teil ihres Wertpapierhandels an den Main zurückzuholen. Goldman Sachs und Standard Chartered haben ihre Vorhaben bereits offiziell verkündet, ebenso wie drei japanische Banken.

Der Lobby-Gruppe Main Finance zufolge könnten durch die Banker-Wanderung bis zu 10.000 neue Jobs in Frankfurt entstehen. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ hat hingegen errechnet, dass etwas mehr als 6.000 neuen Stellen an den Main ziehen könnten.

Die Geldhäuser schätzen an Frankfurt vor allem die Nähe zur Europäischen Zentralbank (EZB). Der Standort könnte bald noch einen weiteren Vorteil bieten: Auch die Bankenbehörde European Banking Authority (EBA) soll Medienberichten zufolge von London nach Hessen umziehen.

jakob.eich[at]finance-magazin.de

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jakob.eich@finance-magazin.de | + posts

Jakob Eich ist Redakteur der Fachzeitungen FINANCE und DerTreasurer des Fachverlags F.A.Z Business Media, bei dem er auch sein Volontariat absolviert hat. Eich ist spezialisiert auf die Themen Digitalisierung im Finanzbereich und Treasury. Durch seine Zwischenstation bei der Schwesterpublikation „Der Neue Kämmerer“ ist 1988 geborene Journalist auch versiert beim Thema Kommunalfinanzen. Erste journalistische Erfahrungen hat der gebürtige Schleswig-Holsteiner in den Wirtschaftsmedien von Gruner+Jahr sowie in der Sportredaktion der Hamburger Morgenpost gesammelt.