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Barclays macht Ingrid Hengster zur Deutschlandchefin

Ingrid Hengster verlässt die KfW und wird neue Deutschlandchefin von Barclays.
Barclays

Das Personalkarussell bei der KfW dreht sich weiter: Nach fünf Jahren im Vorstand der staatlichen Förderbank wird Ingrid Hengster neue Deutschlandchefin der britischen Großbank Barclays. Die 60-Jährige tritt in dieser Funktion die Nachfolge von Peter Kimpel an. Der ehemalige CFO von Rocket Internet war zwei Jahre als Deutschlandchef von Barclays tätig, bevor Ende 2020 sein Wechsel zum Konkurrenten Citigroup bekannt wurde.

Bei der US-Bank verantwortet Kimpel nun das Banken-, Kapitalmarkt- und Beratungsgeschäft. Er folgte damals auf Stefan Wintels, der wiederum kürzlich zum Chef der KfW gekürt wurde – die Bank, die Hengster nun verlassen wird. Medienberichten zufolge hatte sich Hengster, die als Vorstandmitglied aktuell für die Umsetzung der Corona-Hilfskredite verantwortlich ist, ebenfalls gute Chancen im Rennen um den Chef-Posten bei der Förderbank ausgerechnet. Daraus wurde offenkundig nichts.

Ingrid Hengster hat drei Berichtslinien bei Barclays

Nun wechselt Hengster zu Barclays. Wann die designierte Deutschlandchefin ihren Posten dort antreten wird, steht allerdings noch nicht fest. Sie habe ihren jetzigen Arbeitgeber um Auflösung ihres Vertrages gebeten und werde das genaue Eintrittsdatum bei Barclays mit der KfW abstimmen, teilte die britische Bank mit.

Als Deutschland-Chefin hat Ingrid Hengster künftig gleich drei Berichtlinien: So ist sie Europa-Chef Francesco Ceccato unterstellt, berichtet aber auch an Reid Marsh in seiner Funktion als Head of Investment Banking für Europa, den Nahen Osten und Asia Pacific. Eine weitere Berichtslinie geht an Alex Lynch, Global Chairman of Investment Banking bei Barclays.

Barclays hat „ehrgeizige Wachstumsziele“ für Europa

Zudem rückt Hengster in ein globales Gremium ein, das Barclays kürzlich geschaffen hatte, um „die erfahrensten Investmentbanker“ des Hauses zusammenzubringen, wie es heißt. Die Mitglieder des neuen Gremiums konzentrieren sich darauf, Kundenbeziehungen, Geschäftschancen und Umsatzpotenziale in allen Geschäftsbereichen und Regionen der Bank voranzutreiben. Damit werde die Funktion der Deutschland-Chefin gestärkt, erklärte ein Sprecher der Bank gegenüber FINANCE. Die Rolle sei breiter ausgelegt als unter ihrem Vorgänger Kimpel.

Damit übernimmt Hengster sowohl in Deutschland als auch global eine wichtige Führungsrolle bei Barclays, wie Europa-Chef Ceccato betont: „Wir haben ehrgeizige Wachstumsziele für Barclays Europa. Eine Expansion in Deutschland zahlt voll auf unsere Strategie ein. Ingrids Kundenfokus und ihre Führungserfahrung machen sie zur idealen Besetzung für diese Position.“ Erst kürzlich hatte Barclays mit Anthony Samengo-Turner einen neuen M&A-Chef für die DACH-Region ernannt.

Ingrid Hengster war schon Deutschlandchefin bei der RBS

Die nötige Erfahrung bringt Hengster, die mit mehr als 30 Jahren Berufserfahrung im Investmentbanking zu Barclays kommt, mit. In den vergangenen fünf Jahren im Vorstand der KfW hat die Bankerin vor allem das Venture-Capital-Geschäft der Förderbank maßgeblich ausgebaut.

Ihre Karriere hatte die gebürtige Österreicherin nach dem Studium in Wien 1984 bei der Österreichischen Kontrollbank begonnen. Nach zwei Jahren wechselte sie zur Commerzbank, wo sie zuletzt als Head of Industry, Oil, Gas and Energy Banking tätig war. Nach führenden Positionen im Investment Banking der UBS Deutschland und der Credit Suisse übernahm Hengster 2005 den Posten als CEO und Managing Director für Deutschland und Österreich bei ABN AMRO. Nach der Übernahme des Unternehmens- und Investmentbankings der ABN durch die Royal Bank of Scotland beförderte diese Hengster schließlich 2008 zur Deutschland-CEO und zur Country Executive für den DACH-Raum.

thomas.holzamer[at]finance-magazin.de

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Thomas Holzamer ist Redakteur bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Banken-Sektor, speziell das Firmenkundengeschäft. Er hat Politikwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Vor FINANCE arbeitete Thomas Holzamer mehr als 12 Jahre in den Redaktionen der Mediengruppe Offenbach-Post, zunächst als verantwortlicher Redakteur für Sonderpublikationen, später im Lokalen.

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