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Exodus im Apobank-Vorstand geht weiter

Apobank-Firmenkundenchef Alexander Müller verlässt das Institut Ende Juni und wird CEO der Volksbank eG. Foto: apoBank.
Apobank-Firmenkundenchef Alexander Müller verlässt das Institut Ende Juni und wird CEO der Volksbank eG. Foto: apoBank.

Es geht weiter zu wie im Taubenschlag bei der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (Apobank). Nach drei vorzeitigen Vorstandsrücktritten alleine im vergangenen Jahr muss Deutschlands größte genossenschaftliche Primärbank direkt zu Jahresbeginn 2023 den nächsten Abgang verkünden: Firmenkundenvorstand Alexander Müller wird das Institut Ende Juni auf eigenen Wunsch verlassen.

Alexander Müller wird CEO der Volksbank eG

Der 49-Jährige, der 2018 als Bereichsleiter Konzernentwicklung zur Apobank kam und Ende April 2021 in den Vorstand berufen wurde, bleibt der genossenschaftlichen Finanzgruppe jedoch auch künftig erhalten: Noch „im Laufe dieses Jahres“ wird er neuer Vorstandsvorsitzender der Volksbank eG – Die Gestalterbank, die 2020 aus der Fusion der Volksbanken in der Ortenau sowie Schwarzwald Baar Hegau hervorging.

Er folgt bei der Bank, die gemessen an der Bilanzsumme (11 Milliarden Euro) zu den größten Volksbanken Deutschlands zählt, auf Joachim Straub, der nach über 20 Jahren im Vorstand der Bank in den Ruhestand geht.

Beispielloser Exodus im Vorstand der Apobank

Durch Müllers Weggang wird sich das Antlitz des fünfköpfigen Apobank-Vorstands innerhalb kürzester Zeit komplett gewandelt haben: Mit ihm scheidet das letzte Vorstandsmitglied aus der Zeit vor dem Amtsantritt von CEO Matthias Schellenberg im März 2022 aus dem Institut aus. Im vergangenen Jahr hatte bereits der Finanz- und IT-Chef Holger Wessling seinen Rücktritt angekündigt. Außerdem sind die Privatkundenchefin Jenny Friese und der Risikovorstand Eckhard Lüdering vorzeitig gegangen.

Medienberichten zufolge soll es Zerwürfnisse mit CEO Schellenberg gegeben haben. Neu in den Vorstand gekommen sind inzwischen Thomas Runge und Sylvia Wilhelm.

Kein Nachfolger für CFO Holger Wessling

„Im Rahmen der Agenda 2025 wird es in den nächsten Monaten eine neue Aufgabenverteilung in den Vorstandsressorts geben“, ließ das Institut in der Mitteilung zu Müllers Weggang wissen. Dem Firmenkundengeschäft scheint in diesem Zusammenhang ein Bedeutungsverlust zu drohen: Denn angedacht sei die Zusammenlegung des Großkundengeschäfts mit dem Privatkundengeschäft (das von CEO Schellenberg geleitet wird) in einem zentralen Vertriebsressort, so die Apobank weiter.

Da für den Ende März 2023 ausscheidenden CFO Holger Wessling kein Ersatz kommen wird, dürfte der bis dato noch fünfköpfige Vorstand also neben neuen Rollenzuteilungen auch eine Verkleinerung erfahren.

CEO Matthias Schellenberg dankte Müller für dessen Engagement und die partnerschaftliche Zusammenarbeit und würdigte seine Verdienste: „Alexander Müller hat mit hoher Fachkenntnis und seinem diplomatischen Geschick viele Veränderungsprozesse erfolgreich begleitet.“

Philipp Hafner ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Vor FINANCE arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.