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Goldman Sachs will Niederlassung in München eröffnen

Bis Ende 2023 sollen 50 Goldman Sachs-Banker ein neues Büro in Münchens Maximilianstraße bezogen haben.
Bis Ende 2023 sollen 50 Goldman-Sachs-Banker ein neues Büro in Münchens Maximilianstraße bezogen haben. Foto: Anselm Baumgart - stock.adobe.com

Goldman Sachs goes Bavaria: Die Investmentbank will ein neues Büro in München eröffnen. Die neue Präsenz solle bis Ende 2023 an der Maximilianstraße entstehen, berichtet „Bloomberg“. Die entsprechenden Mietverträge stünden kurz vor der Unterzeichnung. Am Standort München sollen dann bis zu 50 Banker arbeiten.

„München ist eines der führenden Wirtschaftszentren in Deutschland und ein wachsender europäischer Hub im Technologiesektor und der Private-Equity-Branche“, teilte ein Sprecher der US-Bank gegenüber FINANCE mit. Goldman Sachs plant demnach, Mitarbeiter aus dem Investmentbanking sowie dem Asset und Wealth Management am Standort in München zu versammeln.

Frankfurt am Main bleibt Hauptsitz von Goldman Sachs Europe

„Frankfurt bleibt unser Hauptsitz in Deutschland sowie der Kontinentaleuropa-Einheit und soll im Zuge des Wachstums der Goldman Sachs Bank Europe SE weiter ausgebaut werden“, sagte der Sprecher weiter.

Die geplante Eröffnung der neuen Niederlassung in der bayrischen Landeshauptstadt passt zur Expansion im hiesigen Firmenkundengeschäft. So wuchs die Bilanzsumme der Europaeinheit vergangenes Jahr um 68 Prozent auf 55,1 Milliarden Euro. Nach IFRS lag sie bei 119 Milliarden Euro.

Goldman Sachs expandiert in Europa

Neben dem klassischen Investmentbanking hatte die Bank im September in Kontinentaleuropa ein neues Geschäftsfeld ausgerollt: ihre Transaction-Banking-Plattform. Mit der Cash-Management-Plattform TxB wollen sich die Amerikaner unabhängiger vom volatilen und kapitalintensiven Investmentbanking machen. In den USA ist TxB schon seit 2020, in Großbritannien seit 2021 am Markt.

„Die Erweiterung des Angebots wird die Beziehungen von Goldman Sachs zu bestehenden Kunden, die Bankgeschäfte in der EU tätigen möchten, sowie neuen Kunden in der Region vertiefen“, begründete die Bank damals ihren Schritt.

Wettbewerb um Firmenkunden wird härter

Der Wettbewerb um Firmenkunden wird damit noch an Fahrt zunehmen. Zuletzt hatte Fabrizio Campelli, Chef der Unternehmens- und Investmentbank der Deutschen Bank, gegenüber „Reuters“ über die wachsende Dominanz der US-Banken geklagt und europäische Firmen vor der Konkurrenz aus Übersee gewarnt. Und erst jüngst betonte Daimler-Truck-CFO Jochen Goetz im Rahmen der 18. Structured FINANCE den größeren Risikoappetit der US-Häuser.

Ein wichtiges Ausrufezeichen: Der Porsche IPO, der größte deutsche Börsengang der vergangenen Jahre, wurde maßgeblich von den US-Banken Citigroup, Goldman Sachs und JP Morgan organisiert. Deutsche Geldhäuser wie auch Branchenprimus Deutsche Bank hatten keine führende Rolle innegehabt.

Falk Sinß ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Soziologie, Politologie und Neuere und Mittlere Geschichte in Frankfurt am Main sowie in Mainz Journalismus studiert, wo er auch einen Lehrauftrag inne hatte. Vor seiner Zeit bei FINANCE war Falk Sinß drei Jahre Redakteur der Zeitschrift Versicherungswirtschaft und zehn Jahre für verschiedene Medien des Universum Verlags tätig.