Inside Corporate Banking

Abonnements

Startseite Banking & Berater M&A-Berater LBBW und Alantra verstärken M&A-Beratung

FINANCE+

LBBW und Alantra verstärken M&A-Beratung

Die LBBW und Alantra wollen im M&A-Bereich wachsen. Foto: Monster Ztudio/stock.adobe.com

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) will in der M&A-Beratung schlagkräftiger und internationaler werden. Dafür haben die Stuttgarter nun eine Kooperation mit der französischen Investmentbank Natixis geschlossen. Mit der Zusammenarbeit wollen beide Häuser gemeinsame Beratungsmandate gewinnen.

Die LBBW, die nicht nur ihre M&A-Beratung, sondern auch ihr Firmenkundengeschäft insgesamt wieder dynamischer ausrichten will, will in der Kooperation mit den Franzosen vor allem vom weltweiten Netzwerk der Natixis-M&A-Boutiquen in Europa, Asien und den USA profitieren. Die Franzosen verfügen weltweit über rund 400 M&A-Spezialisten. In den vergangenen sechs Jahren hat Natixis weltweit in sieben M&A-Boutiquen „strategisch investiert“, um diese Marktabdeckung zu erreichen. LBBW-Kunden, die jenseits der deutschen Grenzen zukaufen möchten, könnten künftig einen M&A-Berater von Natixis erhalten. Natixis hingegen eröffnet die LBBW-Partnerschaft Zugang zum deutschen Mittelstand.

LBBW hat auch eigene M&A-Beratung

Das M&A-Beratungs-Team ist bei den Stuttgartern ein fester Teil des 30-köpfigen „Corporate Finance Advisory“. Dort arbeiten aber auch Finanzierungsspezialisten. Zudem habe das M&A-Team Zugriff auf die Branchenexperten der Landesbank, so die LBBW. Nach Darstellung von LBBW-Firmenkundenvorstand Karl Manfred Lochner markiert die Partnerschaft mit Natixis den nächsten Schritt bei der geplanten Internationalisierung des Geschäfts der Landesbank, „und zwar insbesondere über die Regionen hinaus, in denen wir selbst über Niederlassungen und Repräsentanzen präsent sind“.

Erst kürzlich hatte die LBBW ein eigenes M&A-Büro in ihrer Niederlassung in Singapur installiert und dafür den Investmentbanker Michael Niederberger von der ING geholt. Die nun getroffene Partnerschaft mit Natixis ist jedoch nicht exklusiv. Es gibt auch keine gegenseitigen Kapitalbeteiligungen zwischen den Partnern, heißt es in einer Mitteilung der Bank.

Auch Alantra will M&A-Beratung ausbauen

Exklusiv dürften hingegen die Verträge sein, die das Beratungshaus Alantra mit seinen beiden Neuzugängen geschlossen hat. Die spanische Investmentbank hat Sven Harmsen und Mathias Heymann als neue Managing Directors in das Frankfurter M&A-Beratungsteam geholt.

Heymann verstärkt das globale Technologie-Team von Alantra, das nach eigenen Angaben aus mehr als 30 Professionals besteht. In Deutschland übernimmt er sogar die Führung dieses Teams. Der 40-Jährige hat einen Master-Abschluss in Finance von der Frankfurt School of Finance & Management, bringt mehr als elf Jahre Erfahrung in den Bereichen E-Commerce und Software mit und hat mehr als 50 Transaktionen beraten.

Alantra muss jüngste Abgänge ersetzen

Aufsehen erregt der Hintergrund von Heymanns Wechsel: Er kommt von GCA Altium, jenem Konkurrenten, an den Alantra erst im Frühjahr seinen Industrie-Tech-Spezialisten Frank Merkel verloren hatte. Der bekannte M&A-Berater verließ Alantra und stieg direkt in das Managing Board von GCA Altium in Deutschland auf. In Merkels Gefolge hatte Alantra auch die beiden Berater Michaela Pfeifenberger und Jens Schmadel an GCA Altium verloren. Eine weitere Lücke in das deutsche M&A-Team von Alantra hatte Ende Juni der Weggang von Bernd Schneider gerissen, der Chef-M&A-Berater für die Chemieindustrie war. Zu diesem Zeitpunkt wurde auch Sven Harmsens geplanter Wechsel zu Alantra bekannt. Der 45-Jährige kommt von Raymond James und übernimmt die Leitung des Sektors Industrials/Industrial. Harmsen bringt 20 Jahre Erfahrung in der M&A-Beratung mit. Vor seiner Zeit bei Raymond James war er gut zehn Jahre bei der Investmentbank Robert W. Baird beschäftigt und hat während seiner Karriere mehr als 50 Deals beraten.

Alantra will in Frankfurt noch mehr M&A-Berater holen

Mit der gelungenen Kompensation der Abgänge aus dem Frühjahr kann Alantra im M&A-Beratungsgeschäft nun wieder auf Wachstum schalten, der Markt brummt. „Wir wollen unser Geschäft vor allem in Frankfurt weiterentwickeln. In zwei bis drei Jahren soll unser Team auf über 40 M&A-Professionals wachsen“, hatte Alantras Deutschlandchef Wolfram Schmerl im Mai angekündigt.

Aktuell sind es erst 32 M&A-Berater. Zwischen Januar und September dieses Jahres haben sie 13 Transaktionen mit einem Gesamtvolumen von mehr als 3 Milliarden Euro im Bereich M&A begleitet, zum Beispiel den Verkauf von Telio, einem Anbieter von Kommunikationsdienstleistungen für Justizvollzugsanstalten. Der Mittelstandsinvestor DBAG verkaufte Telio an den PE-Fonds Charterhouse. Hinzu kommen nach Schmerls Aussage noch acht Transaktionen aus dem Debt Advisory.

thomas.holzamer[at]finance-magazin.de

Info

+ posts

Thomas Holzamer ist Redakteur bei FINANCE und verfolgt schwerpunktmäßig die aktuellen Entwicklungen im Banken-Sektor, speziell das Firmenkundengeschäft. Er hat Politikwissenschaften an der Technischen Universität Darmstadt studiert. Vor FINANCE arbeitete Thomas Holzamer mehr als 12 Jahre in den Redaktionen der Mediengruppe Offenbach-Post, zunächst als verantwortlicher Redakteur für Sonderpublikationen, später im Lokalen.

Newsletter

FINANCE Daily

Mit dem FINANCE Daily erhalten Sie täglich eine redaktionelle Zusammenfassung der wichtigsten Geschehnisse in der Finanzwelt direkt in Ihr Postfach.

Jetzt anmelden