Die Berenberg Bank verliert ihren M&A-Chef Christoph Bregulla an MCF Corporate Finance.

MCF Corporate Finance

04.07.19
Banking & Berater

MCF wirbt M&A-Chef von Berenberg ab

M&A-Chef Christoph Bregulla verlässt die Berenberg Bank. Den 48-jährigen zieht es zur Hamburger M&A-Boutique MCF Corporate Finance, wo er „internationaler und unternehmerischer“ arbeiten will.

Bemerkenswerter Wechsel in der Hamburger Corporate-Finance-Szene: Christoph Bregulla, der Chef der M&A-Beratung von Berenberg, kehrt der Privatbank den Rücken und wird spätestens zum Jahreswechsel Partner der M&A-Beratung MCF Corporate Finance. Der 48-jährige arbeitete insgesamt neun Jahre für Berenberg, 2015 wurde er zum Leiter des Bereichs M&A-Advisory ernannt. Vor seiner Zeit bei Berenberg war Bregulla M&A-Berater bei Sal. Oppenheim, seine ersten Sporen verdiente er sich bei Deloitte.

Bregulla soll Tech-Expertise von MCF stärken

Bei Berenberg hat Bregulla einige prominente M&A-Deals insbesondere aus dem Technologiesektor begleitet, wo sein Branchenschwerpunkt liegt. Dazu gehören die Übernahme des Industrielogistikers Swisslog durch den Roboterhersteller Kuka sowie der Einstieg der Beteiligungsgesellschaft Hannover Finanz bei dem Softwarehaus Corporate Planning.

Mit dieser Neuverpflichtung untermauert MCF den aggressiven Wachstumskurs, den das Corporate-Finance-Haus eingeschlagen hat. Die Hamburger beschäftigen derzeit 60 M&A-Berater, davon 13 Partner. Weitere 90 Professionals sitzen in den USA bei der M&A-Boutique D.A. Davidson, mit der MCF Anfang 2018 eine Allianz geschlossen hat. Diese Partnerschaft fokussiert sich auf transatlantischen Deals, ein Ergebnis ist die gemeinsame Beratung beim Verkauf des US-Bausoftware-Entwicklers BDS an den deutschen Wettbewerber RIB Software. 

MCF verbessert sich in den League Tables deutlich

MCF hofft, mit der Anwerbung des Tech-Spezialisten Bregulla speziell das Technologiestandbein dieser Allianz stärken zu können. Rückenwind soll den Plänen ein Trend in der Private-Equity-Industrie verleihen, die eine zentrale Kundengruppe des Duos MCF/D.A. Davidson ist: „Wir beobachten eine Verlagerung des Interesses von PE-Investoren weg von Industrieunternehmen hin zu Asset-light-Geschäftsmodellen wie Software und Business Services“, sagt Hans-Christoph Stadler, Managing Partner von MCF. Als Begründung für seinen Wechsel nennt Bregulla das Motiv, „unternehmerisch aktiv zu werden“, sowie „die internationale Reichweite“ der MCF/Davidson-Allianz.

MCF ist aber nicht nur nach Westen, sondern auch nach Norden expandiert: Im November 2016 übernahmen die Hanseaten den schwedischen M&A-Berater Keystone Advisers. Dies verschaffte ihnen eine starke Präsenz in Stockholm, die sich mit dem bereits bestehenden MCF-Büro in Helsinki paarte. Seitdem zählt MCF zu den führenden M&A-Boutiquen in Skandinavien. Dort verbesserte sich MCF im M&A-League-Table von Mergermarket im ersten Halbjahr diesen Jahres von Rang 29 auf Rang 9. In Finnland eroberte MCF sogar die Spitzenposition, nachdem im ersten Halbjahr 2018 nur Rang 8 zu Buche gestanden hatte.

Deutlich schwächer ist die Marktposition im wesentlich größeren deutschen M&A-Markt. Hier rangiert MCF laut Mergermarket nur auf Rang 26. Aber auch dies entspricht einem Aufstieg um 15 Plätze gegenüber der ersten Jahreshälfte 2018.    

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de