Reizt Beate Uhse die Investoren noch? Das Beratungshaus One Square soll einen Käufer für den insolventen Erotikhändler finden.

javi_indy/Thinkstock/Getty Images

03.01.18
Banking & Berater

One Square soll Beate Uhse verkaufen

Beate Uhse hat den M&A-Prozess gestartet. M&A-Berater ist die Corporate-Finance-Boutique One Square. Pikant: Die Münchener mischen auch an anderer Stelle bei der Beate-Uhse-Pleite mit.

Überraschende Entscheidung im Insolvenzprozess von Beate Uhse: Die Münchener Corporate-Finance-Beratung One Square Advisors soll einen Käufer für den insolventen Erotikhändler finden. „Nach eingehender Prüfung der Angebote verschiedener M&A-Berater“ sei One Square als M&A-Berater mandatiert worden, gab Beate Uhse in einer Pflichtmitteilung bekannt. 

One Square war schon vorher bei Beate Uhse mandatiert

Bislang stammen die wesentlich öffentlichkeitswirksameren Mandate von One Square aus der Finanzierungsberatung. Die Münchener haben aber auch schon bei zahlreichen M&A-Deals aus dem Mittelstand beraten, häufig mit Restrukturierungshintergrund. Trotzdem ruft die Mandatierung One Squares als M&A-Berater von Beate Uhse in Marktkreisen ein geteiltes Echo hervor, da One Square schon jetzt bei Beate Uhse mitmischt: Das Beratungshaus fungiert als Gemeinsamer Vertreter der Anleihegläubiger. Der Gläubigerausschuss habe der Beauftragung One Squares zugestimmt, teilte Beate Uhse explizit mit.

Das One-Square-Team um Geschäftsführer Frank Günther soll nun einen Käufer suchen, der Beate Uhse im Rahmen einer übertragenden Sanierung übernimmt. „Eine Vielzahl von Investoren“ hat Beate Uhse zufolge Interesse an einer Übernahme signalisiert. Neben strategischen Käufern und Finanzinvestoren nennt das Unternehmen auch Insolvenzplanfinanzierer als mögliche Käufer.

Dual-Track-Verfahren bei Beate Uhse

Dass es zu einem Verkauf kommt, ist allerdings nicht ausgemacht, denn die beiden Insolvenzexperten Justus von Buchwaldt und Georg Bernsau, die im Rahmen des Insolvenzverfahrens als Generalbevollmächtige von Beate Uhse fungieren, haben ein Dual-Track-Verfahren aufgesetzt. Parallel zum M&A-Prozess arbeiten sie auch an einer Fortführungslösung im Rahmen eines Insolvenzplanverfahrens. Die Voraussetzungen, dass dies zu einer validen Option wird, könnten in Kürze geschaffen werden: „Wir stehen in aussichtsreichen Verhandlungen über die Gewährung eines Massekredits“, lässt sich Buchwaldt zitieren.

Beate Uhse musste Mitte Dezember Insolvenz anmelden. Zuvor waren alle Versuche, eine ausstehende Anleihe über 30 Millionen Euro zu restrukturieren, gescheitert. Wie FINANCE berichtete, hatte das Management unter anderem mit dem Debt-Investor Robus Capital Gespräche über eine Umschuldung geführt. Diese blieben jedoch ohne Ergebnis.          

michael.hedtstueck[at]finance-magazin.de

CFO-Knatsch, Debt-Fonds, Planverfehlungen: Alle Etappen des Niedergangs der einstigen Erotikikone zum Nachlesen auf unserer FINANCE-Themenseite zu Beate Uhse.