Ulrich Störk wird neuer Deutschlandchef von PwC. Er folgt auf Norbert Winkeljohann.

PwC

13.03.18
Banking & Berater

Ulrich Störk wird neuer PwC-Deutschlandchef

Norbert Winkeljohann übergibt sein Amt als Deutschlandchef von PwC an Ulrich Störk. Auf Störk warten einige Herausforderungen bei dem aktuell größten Wirtschaftsprüfer und Berater Deutschlands.

PwC bekommt einen neuen Deutschlandchef: Wie das Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungshaus am heutigen Dienstag verkündet hat, wird Ulrich Störk zum 1. Juli 2018 neuer PwC Deutschland Senior Partner und Sprecher der Geschäftsführung. Dazu wählten ihn die deutschen PwC-Partner.

Ulrich Störk folgt auf Norbert Winkeljohann, der seit 2010 an der Spitze von PwC Deutschland steht. Winkeljohann, der die unternehmensinterne Altersgrenze für Partner erreicht hat, scheidet zur Jahresmitte aus. Er wird auch sein Amt als PwC Europe Senior Partner und Vorstandsvorsitzender der PwC Europe SE an Harald Kayser übergeben, der vor wenigen Tagen erst auf diese Positionen gewählt wurde.

Der 48-jährige Ulrich Störk ist derzeit Leiter des größten deutschen PwC-Standorts Frankfurt. Der promovierte Ökonom, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater verantwortet Schlüsselmandate unter anderem aus der Pharmaindustrie, dem Handel und der Bauwirtschaft. Er war von 2013 bis 2017 Aufsichtsratsmitglied der PwC Europe SE. Störk kam 1994 zum Vorgängerunternehmen Coopers & Lybrand und wurde 2007 PwC-Partner.

KPMG, EY und Deloitte sind starke Konkurrenten

Auf Störk warten einige Herausforderungen: PwC ist zwar aktuell mit einem Umsatz von 2,1 Milliarden Euro die Nummer eins in Deutschland, und auch das Wachstum von 10 Prozent ist angesichts des bereits hohen Umsatzes beachtlich – doch die Konkurrenz holt auf. Hinter PwC befindet sich aktuell mit einem Umsatz von 1,83 Milliarden Euro EY (Ernst & Young). Mit einem Wachstum von 16 Prozent hat sich der Konkurrent 2017 besser entwickelt als PwC.

Dicht dahinter folgt KPMG mit einem Umsatz von 1,66 Milliarden Euro, beim Wachstum stagnierte das Haus im vergangenen Geschäftsjahr aber quasi. Ganz anders die aktuell viertplatzierte Deloitte: Sie wuchs 2016/2017 um starke 34 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro und entwickelt sich ebenfalls zu einer starken Konkurrenz für PwC.

PwC muss in Wirtschaftsprüfung und Beratung Gas geben

Herausforderungen warten auf PwC aktuell vor allem in der Wirtschaftsprüfung: Wegen der Abschlussprüferrotation, die kapitalmarktorientierte Unternehmen zwingt, ihre Prüfmandate alle zehn Jahre auszuschreiben, wird PwC viele lukrative Kunden, insbesondere im Dax, verlieren. Erste Verluste gab es mit Bayer, Tui und der Commerzbank. Winkeljohann hat bereits Anstrengungen unternommen, um neue Mandate zu gewinnen, was in vielen Fällen bereits gelungen ist, unter anderem bei der Allianz, Stada, Telefónica oder Lanxess.

Doch auch im Geschäftsbereich Unternehmensberatung, mit dem PwC 2017 erstmals mehr Umsatz machte als mit der Wirtschaftsprüfung, warten auf den neuen PwC-Chef Herausforderungen. Seitdem sich mit der Wirtschaftsprüfung nicht mehr viel verdienen lässt, drängen die Big Four massiv in das Beratungsgeschäft – da will PwC ganz vorne mit dabei sein. Winkeljohann hat viel Geld in die Hand genommen, um Strategieberater zu übernehmen. Der wegweisendste Zukauf war die Übernahme der großen Beratung Strategy& (ehemals Booz).

Profitieren will PwC aber auch von der großen Nachfrage nach Digitalisierungsberatung und hat dazu das Experience Center in Frankfurt eröffnet, eine Art Digital Lab, wo die Möglichkeiten der Digitalisierung in Unternehmen erfahrbar gemacht werden sollen.

julia.schmitt[at]finance-magazin.de

Noch nie war der Wettbewerb zwischen KPMG, Deloitte, PwC und Ernst & Young (EY) so hart wie derzeit. Wer schnappt sich die lukrativsten Mandate, wer wächst am stärksten und wer hat die beste Strategie? Bleiben Sie auf dem Laufenden mit unserer Themenseite zu den Big Four.