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Aida Cruises holt neuen CFO an Bord

Wolfgang Jani heuert als CFO bei Aida an.
Wolfgang Jani heuert als CFO bei Aida an. Foto: Anton - stock.adobe.com

Wolfgang Jani ist neuer CFO von Aida Cruises. Zum 1. Dezember hat der 45-Jährige Ali Arnaout als Finanzvorstand der Kreuzfahrtreederei beerbt. In den vergangenen Wochen war Jani schon bei Aida, um von seinem Vorgänger eingearbeitet zu werden. Nun übernimmt er dort die Geschicke für die Bereiche Finanzen und Steuern, Controlling, Legal sowie IT. Arnaout widmet sich nun Aufgaben abseits des Kreuzfahrtgeschäfts: Er übernimmt eine Professur an der Hochschule Wismar. In dieser Region hat auch Aida seinen Sitz.

Wolfgang Jani kommt von Austrian Airlines

Aidas neuer CFO: Wolfgang Jani.
Foto: Aida Cruises.

Aida-Chef Felix Eichhorn holt sich mit Jani für die deutsche Tochter des US-Kreuzfahrtgiganten Carnival einen Manager mit Krisenerfahrung an seine Seite. Bevor Jani zu Aida wechselte, stand er seit 2018 der Lufthansa-Tochter Austrian Airlines (AUA) als Finanzchef vor, wo er inmitten der Corona-Pandemie, die die Passagierluftfahrt heftig in die Knie zwang, an einem 600 Millionen Euro schweren Rettungspaket für die Airline mitgearbeitet hatte. Von 2013 bis 2018 war Jani CFO der deutschen Tochter des Aufzugsherstellers Schindler.

Aida profitiert von der Finanzierung durch Carnival

Ganz so dramatisch wie bei AUA war und ist die Lage bei Aida nicht, profitieren die Rostocker doch von dem Kapitalmarktzugang und den Finanzierungsbemühungen des US-Mutterkonzerns. Seit Ausbruch der Pandemie im März vergangenen Jahres hat sich Carnival gut 23 Milliarden US-Dollar Eigen- und Fremdkapital  gesichert. Zu den zahlreichen Finanzierungsmaßnahmen zählten unter anderem mehrere Kapitalerhöhungen, die Ausgabe neuer Anleihen, Dividendenbeschränkungen und die Entzerrung von Fälligkeitsspannen für laufende Bankdarlehen.

Dadurch konnte Aida auch ohne staatliche Finanzhilfe die Krise überstehen. Einen Antrag, den noch Ex-CFO Arnaout gestellt hatte, um Aida 400 Millionen Euro aus dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds WSF zu sichern, konnte die Reederei wieder zurückziehen. Aida konnte sogar bereits bestellte Schiffe weiterbauen lassen. Rund um den Jahreswechsel soll das neue Flaggschiff, die „Aida Cosma“ mit Platz für 6.600 Passagiere, ausgeliefert werden. Damit wächst die Aida-Flotte dann wieder auf 13 Schiffe an, nachdem die Reederei ein älteres kleines Schiff während der Coronazeit verkauft hatte.

Carnival: Viel Cash, aber hohe Cash-Burn-Rate

Doch über den Berg sind Carnival und Aida noch nicht. Derzeit verbrennt der Carnival im operativen Geschäft immer noch rund 500 Millionen Dollar im Monat. Nach einem Verlust von 10,2 Milliarden Dollar im Kernkrisenjahr 2020 wird der Konzern auch 2021 hohe Verluste einfahren.

Allerdings macht die Finanzlage mit einer Liquidität von 7,8 Milliarden US-Dollar per Ende Q3 einen soliden Eindruck. Demnächst wollen sowohl Aida als auch Carnival wieder alle Schiffe auf See bringen. Das Management formuliert die Hoffnung, im zweiten Halbjahr 2022 wieder das Vorkrisenniveau von 2019 zu erreichen.

melanie.ehmann[at]finance-magazin.de